Hallo!
Nachdem ich natürlich erst einmal Elkes Artikel zustimmen möchte, glaube ich aber auch, dass hier eine Begriffsverwirrung vorliegt?
Kurzzeitgedächtnis vs. Arbeitsgedächtnis
In der Psychologie gibt es Gedächtnismodelle, welche auch eine funktionelle Instanz mit dem Namen Kurzzeitgedächtnis (KZG) includieren (vgl. Atkinson & Schiffrin, 1968).
Dieses Modell ist zwischenzeitlich erweitert worden, so dass der Begriff des KZG nicht mehr verwendet wird. Man spricht statt dessen von einem Arbeitsgedächtnis (vgl. Baddeley, 1974, 2002, 2003), da nach verschiedenen Performanzen unterschieden wird.
Dabei ist die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses stark begrenzt: es werden lediglich ca. 5 bis 9 „Chunks“ zur Zeit memoriert. Wird der Gedächtnisinhalt im Arbeitsgedächtnis nicht aufrecht er halten, muss die Information also entweder im Langzeitgedächtnis (LZG) biochemisch gespeichert worden sein, oder der Inhalt wird vergessen.
Geschlechtsunterschied
Ein signifikanter Geschlechtsunterschied bei der funktionellen Instanz des Arbeitsgedächtnisses in bezug auf die Kapazität ist mir bis jetzt noch nicht begegnet. Vielleicht kannst Du näher ausführen, woher Du auf einen Unterschied schliesst. Eventuell meinst Du die Steuerung der Aufmerksamkeit - welche eine Vorstufe zu Gedächtnis darstellt. Oder aber es geht um den Zusammenhang der Verknüpfungen zwischen den einzelnen Instanzen des Arbeitsgedächtnisses?
Gedächtnistraining
Zum Thema Gedächtnistraining gibt es sehr viel auch Populärliteratur.Generell steigert natürlich intensives Lernen (also z.B. auch VHS-Kurse in Sprache oder relevante Lerninhalte), sowie auch Jogging die Plastizität des Gedächtnisses.
Motivation
Mal fernab der wissenschaftlichen Seite mal das was ich glaube: Bei allem, was man tut, sollte die richtige Motivation im Spiel sein. Persönlich halte ich die Motivation, „besser als jemand anders sein zu wollen“ für sehr fraglich. Es ist zweifelhaft, ob Dein Gedächtnis im Focus Deiner Selbstentwicklung primär stehen sollte.
Ich würde erst einmal dieses - aus meiner Sicht - Defizit ausgleichen zu versuchen („Den Drang besser sein zu wollen“). Wann immer man etwas an sich verändern möchte, sollte die primäre Motivation sein, dass man mit etwas selbst & für sich unzufrieden ist. Der Vergleich mit anderen ist gerade dann müßig, wenn man bei der Selbstinspektion feststellt, dass man mit sich & für sich gut leben kann.
Lieben Gruß
Patrick