Lösung Kontaktprobleme an Elektronikkarten

Hallo an Alle,

vor ein paar Tagen habe ich Euch gefragt woher die sporadischen Ausfälle der Elektronik an einer Druckmaschine kommen können.

Ich habe den Fehler beheben können. Es waren in der Tat Kontaktprobleme an der Elektroniknetzteilkarte, die 5V liefern muss.

Habe die Ausgangsspannung an dem Netzteil gemessen und dabei nur 4,9V feststellen können. Das ist etwas wenig und bei mehr Stromaufnahme kann der Spannungsabfall an den Kontaktwiderständen zu hoch werden und die Elektronik steigt aus.

Nachdem ich die kontakte mit Kontaktspray eingesprüht habe und danach die Oxidationsschicht mit Schleifpapier etwas entfernt habe, lagen 5,2V an.

siehe vorher nachher Bild
http://img475.imageshack.us/my.php?image=img4127jh1.jpg

Wie ist die Umgebung an der Maschine?
Luftfeuchtigkeit ca. 50%
Temperatur 20°C
eventuell Farbnehbel in der Luft von den Druckerfarben

Hat das etwas mit dem Phänomen der Whiskers-Bildung zu tun?

Grüße, Matthias.

Hallo Matthias!

Nachdem ich die kontakte mit Kontaktspray eingesprüht habe und
danach die Oxidationsschicht mit Schleifpapier etwas entfernt
habe, lagen 5,2V an.

siehe vorher nachher Bild
http://img475.imageshack.us/my.php?image=img4127jh1.jpg

Das sieht nach einer Steckerleiste DIN 41612, Bauform H aus. Die Steckkontakte sind i. d. R. versilbert. Sowas kann im Laufe der Zeit oxidieren. Zur Reinigung sollte man aber kein Schmirgelpapier verwenden, mit dem der Maler verwitterte Fensterrahmen schleift, weil man damit die dünne galvanisch aufgebrachte Schicht kaputt macht. Danach sieht das Foto nämlich aus. Ein Glasfaserpinsel oder feines Schleifpapier, Körnung 600 oder noch feiner oder Schleiffolie für Glasfasern, von dem man einen schmalen Streifen z. B. über eine Schlüsselfeile (oder ein Hölzchen, mit dem der Doc seinem Patienten in den Rachen langt) faltet, sind geeignete Werkzeuge.

Nebenbei: Kontaktspray richtet meistens mehr Schaden an, als es nützt. Man saut damit ziemlich unkontrolliert alle möglichen Sachen ein, löst die eine oder andere Oberfläche an und der ganze Schmodder sammelt sich irgendwo - nach Murphy immer da, wo der größte Schaden auftritt.

Wie ist die Umgebung an der Maschine?
Luftfeuchtigkeit ca. 50%
Temperatur 20°C
eventuell Farbnehbel in der Luft von den Druckerfarben

Druckerfarben können alle möglichen leckeren Sachen enthalten, vor allen Dingen Lösungsmittel. Das „Vorher“-Bild macht aber nicht den Eindruck von Farbnebel oder Anlösungen.

Hat das etwas mit dem Phänomen der Whiskers-Bildung zu tun?

Nein.

Hier 2 Beiträge zu Whiskers: http://209.85.129.104/search?q=cache:Nq-g6PNZVxEJ:ww…
und http://de.wikipedia.org/wiki/Whisker

Gruß
Wolfgang

Hallo Matthias,

Wenn ich das richtig sehe, waren die Kontakte vergoldet, nun sind sie es nicht mehr …

Die Kratzspuren sehen nach einem Schraubenzieher aus.

Grundsätzlich wirst du in ein paar Monaten wieder dahin fahren dürfen, wegen dem selben Problem.

Das Basismaterial für Kontakte besteht fast immer aus einer Kupferlegierung, welche natürlich leicht oxydiert. Deshalb vergoldet man die Kontakte, da Gold kein oxydationsproblem hat. Allerdings haben Kupfer und Gold ein kleines Problem miteinander, das Kupfer diffundiert durch die Goldschicht hindurch und oxydiert dann auf der Kuperoberfläche. Um dies zu verhindern, muss man zwischen den beiden Materialien eine Nickelschicht aufbringen.
Wir hatten einmal eine schlecht unternickelte Steckercharge erwischt. Bereits nach ein paar Monaten bildete sich eine Schicht Grünspan auf den Goldkontakten …

Irgendwie passt da etwas noch nicht zusammen … Im unteren Bild sehen die beiden Kontakte wie überhitzt aus, allerdings nur an den Enden, was nicht ganz zu einer Überhitzung wegen einem schlechten Übergangswiderstand passt.
Bei einer Oxydation durch Umwelteinflüsse müssten aber alle Kontakte betroffen sein. ?!

Ich tippe auf ein Problem in der Buchse, da siehst du aber nicht so gut rein.
Hat die Buchse dunkle oder braune Stellen am Gehäuse, entsprechend den dunklen Kontakten an der Messerleiste ?

Das Problem könnte auch daran liegen, dass die Buchse verzinnte Kontakte besitzt und die Stiftleiste vergoldete, das gibt mit der Zeit Probleme.

Früher oder später wird man Buchse UND Stiftleiste austauschen müssen!!

Noch war zur Kontaktpflege. Ich nehme meistens Alkohol (Brennspiritus) und Papier oder Karton, das wirkt auch wie ganz feines Sandpapier und ist meistens greifbar.

Übrigens, als die Telefonzentralen noch mit Relais ausgerüstet waren, verwendete man Leder um die Kontakte zu reinigen.

MfG Peter(TOO)

Hallo ,

Wenn ich das richtig sehe, waren die Kontakte vergoldet, nun
sind sie es nicht mehr …

Nö, wie Wolfgang auch schon geschrieben hat, genauso sehen
versilberte Kontakte nach längerer Zeit aus.

Die Kratzspuren sehen nach einem Schraubenzieher aus.

Schmiergelpaier - hat er doch geschrieben - aber nicht das feine
nein, ordentlich grobes Korn - nu ist das Silber weg.

Grundsätzlich wirst du in ein paar Monaten wieder dahin fahren
dürfen, wegen dem selben Problem.

Irgendwie passt da etwas noch nicht zusammen … Im unteren
Bild sehen die beiden Kontakte wie überhitzt aus, allerdings
nur an den Enden, was nicht ganz zu einer Überhitzung wegen
einem schlechten Übergangswiderstand passt.

Oxydation der versilberten Schicht. Habe solche alten
Steckverbinder auch noch im Schrank gehabt. Die sehen auch so aus.

Da hilft ein Glasfaserpinsel bestens, aber nu ist es wohl
eh zu spät :frowning:

Gruß Uwi