Lötzinn lässt sich nicht schmelzen

Hallo, ich habe hier eine Platine von einem Verstärker aus dem Auto (Hifi). Auf der Platine ist ein Kondensator geplatzt. Ich wollte diesen tauschen. Leider lässt sich das Lötzinn nicht schmelzen. Wie kann das sein? Die Lötstellen sehen sehr dick aus. Siehe Foto. Was ist da los??27|681x500

Hallo
Solche dicke /großen Lötstellen benötigen ein Lötkolben mit dicker Spitze. Und etwas Geduld.
Dann sollte es gehen.
Ansonsten suche einmal ein CafeRepair in deiner Nähe.
Ersatzteil auch mitnehmen. Die haben solch größer Lötkolben und unterstützen dich.
Kosten ;
Keine.
Klar; Spenden geht immer…
Viel Erfolg
WERNER

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Sollte es sich um die dicken Brocken, rel. mittig der Platine handeln, wird Dein Lötkölbchen zu schwach sein. Da hier die Wärmeableitung sehr hoch ist, brauchst Du schon etwas mehr Leistung.

Danke für eure Antworten. Eine besondere Art Lötzinn gibt es nicht die nicht so ohne weiteres geschmolzen werden kann, oder?

Doch, selbstverständlich. Das aktuell zu verwendende bleifreie Lötzinn hat zum Beispiel einen erheblich höheren Schmelzpunkt als das früher verwendete bleihaltige.

Aber es gibt nichts was Hersteller verwenden damit man nicht mal eben das Board reparieren kann oder?

Veschleißen Kondensatoren eigentlich? Der Kondensator ist durchgebrannt obwohl alles richtig angeschloßen! Noch nicht mal die Sicherung ist durchgebrannt aber der Kondensator?

TNT, sonst fällt mir da nichts ein.

Nein, natürlich ist das nicht der Fall. Denk mal darüber nach, wie der Kondensator wohl bei der Herstellung eingelötet werden könnte, wenn das Lötzinn gar nicht schmelzen kann.

Veschleißen Kondensatoren eigentlich? Der Kondensator ist durchgebrannt obwohl alles richtig angeschloßen! Noch nicht mal die Sicherung ist durchgebrannt aber der Kondensator?

Der Verstärker ist sehr alt und lag bestimmt 6/7 Jahre rum!

Kondensatoren können auslaufen oder austrocknen.

Kann man das bleifreie mit nem 30W-Lötkolben dann eigentlich schmelzen?

Hallo!

Selbst, wenn der Hersteller bleifreies Lot verwendet hat, welches bei etwas höheren Temperaturen schmilzt: Du selbst kannst die Lötspitze dran halten, und noch etwas verbleites Lot. Das verbleite schmilzt schnell, sorgt für bessere Wärmeübertragung zur Platine, und sorgt auch dafür, daß das dortige Lot etwas leichter schmilzt.
Für private Dinge ist bleihaltiges Lot durchaus erlaubt!

Aber ich schließe mich den anderen antworten an: Die Kupferflächen sind so groß, daß die Hitze der Lötspitze schnell weggetragen wird. Du benötigst eine dicke Spitze, und einen Lötkolben, der so ab 80W Leistung haben sollte - besser noch mehr.

Vom Aussehen der Leiterbahnen her wurde bei der Herstellung auch sowas wie ein Lötkolben genutzt.

Zum Thema Kondensatoren:

Elkos enthalten einen flüssigen Elektrolyten, der mit der Zeit austrocknen oder auslaufen kann. Je nach Belastung / Temperatur macht der Elko auch mal dicke Backen.
Keramikkapazitäten können brechen.
Und selbst ein Folienkondensator, der zum Entstören am Netzeingang eines 40 Jahre alten Plattenspielers meiner Mutter war, hat mal einen auf Gleichriechter gemacht.

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Das ist üblich, weil große Bauteile mit hoher Wärmeableitung (große Elkos, Hochlastwiderstände, Trafos) im Lötbad bei der notwendigen Gleichbehandlung mit den anderen Bauteilen oft schlecht gelötet sind und dann per Hand nachgelötet werden müssen.

Ja, wobei ich mir nicht wirklich sicher bin, ob diese Platine über ne Welle ging. Die Pins von den kleinen Bauteilen scheinen nicht ganz in Zinn getaucht worden zu sein, und auch die großen, freien Flächen sind zwar verzinnt, aber so dünn, das schafft man nicht mal mit HAL. Zumal die kleinen Pins hier so umgebogen sind, daß die Bauteile auch über Kopf noch halten.

Ich wette, die Platine wurde mit nem Roboter mit Lötkolben gelötet. Der kann dann auch recht gut die dicken Teile löten.

Ah jo, nochwas: Bei solch schwierigen Lötaufgaben wird auch nicht selten die ganze Platine auf 100-150°C vorgeheizt.

Kondensatoren sind DIE üblichen Verdächtigen, wenn ein Gerät nach einiger Zeit nicht mehr funktioniert. Gerade Elektrolytkondensatoren altern, trocknen aus oder machen einen auf Sprengkapsel. Daher haben die meist Sollbruchstellen (Einkerbungen) an einem Ende, wo sie kontrolliert aufplatzen sollten.

Der Tip von @sweber ist wichtig:
Bleifreies Lot ist ein Dreckszeugs, welches man am besten mit ordentlicher Zugabe bleihaltigen Lotes gefügig machen kann.

Angeblich sind die Flussmittel bei bleifreiem Lot deutlich aggresiver und schädlicher als die bei bleihaltigem Lot, so dass der Vorteil der Bleifreiheit mit dem großen Nachteil erkauft wird, dass die Lötdämpfe weitaus schädlicher sind.

Also atme das nicht ein, auch nicht die Dämpfe beim Löten mit althergebrachtem Lot.