Logistik-Materialwirtschaft

Hallo Leute,

ich habe mir schon den Kopf zerbrochen, weiss nicht, ob ich richtig diese Aufgabe gelöst habe. Ich zweifele bei Beschaffungsdauer, könntet Ihr mir vielleicht weiter helfen? Die Aufgabe lautet:

Ein Großhändler beliefert etliche Einzelhändler (seine „Kunden“) mit USB-Sticks. Sein Bestand betrug am 1.10.2010 morgens 1690 Stück. In der Tabelle unten ist dargestellt, wie viele Sticks an jedem Tag ausgeliefert wurden.
Die Nachbestellung von bis zu 100 Stück dauert max. 3 Werktage, bei größeren Mengen max. 5 Werktage.

a) Wie groß sollte der Sicherheitsbestand des Großhändlers sein?
b) Wann hätte eine Nachbestellung erfolgen müssen?
c) Welche Menge hätte nachbestellt werden sollen.
Datum Verkauf
03.10.2011 98
04.10.2011 128
05.10.2011 95
06.10.2011 43
07.10.2011 45
10.10.2011 133
11.10.2011 116
12.10.2011 112
13.10.2011 35
14.10.2011 21
17.10.2011 98
18.10.2011 105
19.10.2011 108
20.10.2011 37
21.10.2011 58
24.10.2011 106
25.10.2011 131
26.10.2011 101

Hallo Anin,

die Aufgabe erscheint für eine eindeutige Lösung irgendwie unvollständig, deshalb hier eine Antwort aus der Praxis:

Als Sicherheitsbestand würde ich grundsätzlich mindestens denjenigen Bestand definieren, den ich während der Wiederbeschaffungszeit verbrauche. Im vorliegenden Beispiel gibt die Verbrauchsreihe Auskunft über den durchschnittlichen Verbrauch pro Tag: 87,2 Stück.

Theoretisch würde ich also einen 5-Tages-Verbrauch (436 Stück) als Sicherheitsbestand definieren.

Das vorliegende Beispiel zeigt aber auch eine Spannweite der jeweiligen Verbrauchswerte. Um also wirklich sicher sicher zu sein, würde ich den maximalen Verbrauchswert aus der Vergangenheit ansetzen, d.h. 133 Stück pro Tag, also ein 5-Tagesverbrauch von 665 Stück.

Der Bestellzeitpunkt ist demgemäß bei Unterschreitung dieses Bestandes erreicht. Das wäre im vorliegenden Falle im Verlaufe des 18.10. gewesen. An diesem Tage hätten wir 665 Stück bestellen müssen.

Über die dreitägige Lieferfrist brauchen wir nicht weiter nachzudenken, wenn wir davon ausgehen müssen, in jedem Falle mehr als 100 Stück bestellen zu müssen.

Soweit zu dem, was die beschriebene Aufgabenstellung hergibt.

In der Praxis - aber auch in der Theorie - spielen jedoch weitere wichtige Faktoren eine Rolle, die in der Aufgabenstellung offensichtlich nicht enthalten sind.

In erster Linie stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, immer kurz vor Auslaufen des Bestandes zu bestellen. Das hängt davon ab, welche Kosten die gelagerte Menge verursacht (Gebundenes Kapital, Lagerkosten), weil ich diese vielleicht minimieren möchte, und ob ich den erwarteten Verbrauch pro Tag wirklich so sicher eingrenzen kann.

Auch stellt sich die Frage, wieviel der Beschaffungsprozeß selbst kostet (Transportkosten, Verpackung, Versicherung, Personalzeit), so daß ich ja vielleicht lieber weniger oft, aber dafür größere Mengen bestellen würde. Schließlich ist in der Regel auch der Stückpreis für die Abnahme einer größeren Menge beim Lieferanten geringer.

Ich hoffe, diese Gedanken konnten ein wenig weiterhelfen.

Grüße,
Chrizz

Hallo Logistiker,
Dann kommt die zweite Berechnung ins Spiel „die optimale Bestellmenge“.
Ich glaub ich kram gleich noch mein schlaues Buch raus.
lg
Mike