Ich muß öfter für Firmen Logos entwickeln und natürlich auch darauffolgend die Geschäftsausstattung.
Wenn ich gut gemachte Briefbögen und visitenkarten sehen, könnte man meine, das Logo sei auf den Briefbogen abgestimmt worden und nicht der Briefbogen auf das Logo.
Sollte irgendein Grafiker unter euch sein, der CIs entwickelt, könnte der mir vielleicht sagen, wie man bei einer CI-Entwicklung vorgeht!?
Das Logo ist nur ein Bestandteil des Erscheinungsbilds eines Unternehmens. Das Logo steht nie für sich alleine, sondern immer in einem graphischen Zusammenhang, z.B. auf dem Briefbogen, Visitenkarte, Website usw.) So darf das Logo sich ja auch dem Umfeld anpassen. Bsp. sw-Version für Fax, Negativ für helle Untergründe usw.
Daher solltest Du das Logo nicht „überbewerten“, also nicht zu viele verschiedene Ideen in ein Zeichen packen.
Besser eine klare Idee als ein Sammelsurium von Verläufen, Extrusionen, 3-D-Effekten, Schatten und was man noch so alles zaubern kann.
Frage zur Vorgehensweise:
Ich beginne immer mit den Scribbles für das Logo. (Bleistift und Layout-Block) Hier kann man aber auch schon erste Ideen für die Ausstattung skizzieren. Eine Hilfe ist meist die Beschränkung auf einen Kontrast: klein-gross; dünn/fett; Farbkontrast o.ä.
Eine genaue „Anleitung“ ist aber nicht möglich, die Vorgehensweise ist sehr unterschiedlich.
Für die Haarspalter:
Du hast da einen Fehler in der Frage:
Ein Grafiker entwickelt meist kein CI (Corporate Identity) sondern lediglich das CD (Corporate Design).
Schließlich gibt es ja auch noch:
Corporate Reputation (Ruf d. Unternehmens, Gegenwert d. Image)
Corporate Communications (strateg. aufgebaute Kommunikation)
und dann schließlich das - Corporate Design (visuelles Erscheinungsbild)
Diese Bestandteile zusammengenommen ergeben erst die Identität des Unternehmens. Beeindruckend, nicht? *g*
Gruß,
Ingo
(Dipl. Designer)
PS: Die Liste ist nicht „auf meinem Mist gewachsen“, sondern aus dem praktischen Büchlein „Corporate Design“, novum-Praxis, Bruckmann Verlag (wahrsch. ausverkauft)
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Ui, da bin ich ja an einen absoluten Kenner geraten!
Das meine Angabe CI nicht stimmt, sonder eigentlich CD heißen müßte, war mir zwar von Anfang an klar, aber ich hatte Angst, jemand würde es mit Compakt-Disk verwechseln - eigentlich ein absurder Gedanke!
ich kann ingo da nur zustimmen. nicht zu viel gewicht auf das logo legen und immer den grafischen zusammenhang beachten.
das buch, das er angegeben hat ist mit sicherheit vergriffen. aber: herbst, dieter: corporate identity. cornelsen, 1998. ich weiß zwar nicht, ob es das noch gibt, aber es ist ganz gut.
sicher kannst Du so vorgehen wie die beiden.
Aber ich denke genau deshalb werden von diversen Agenturen Unsummen von Geldern verschlungen.
Kreativität kann man nicht Studieren die hat man oder eben nicht.
Und eine Vorgehnsweise?..gibt es nicht! der Grafiker sollte wissen was er zu tun hat,
Ralf