Hallo Freunde,
in fast jeder Stadt gibt es eine Straße, die „Im Loh“ oder „Auf dem Loh“ heißt. Was ist ein Loh?!!
Danke schon mal
Uwe
Hallo Freunde,
in fast jeder Stadt gibt es eine Straße, die „Im Loh“ oder „Auf dem Loh“ heißt. Was ist ein Loh?!!
Danke schon mal
Uwe
Hallo, Uwe
in fast jeder Stadt gibt es eine Straße, die „Im Loh“ oder
„Auf dem Loh“ heißt. Was ist ein Loh?!!
Das hängt mit der Gerberei zusammen. Zur Lederherstellung wurde die sog. „Lohe“ benötigt, Wasser und z.B. Eichenrinde, in der Tierhäute eingelegt wurden und durch die in der Rinde enthaltene Gerbsäure haltbar gemacht wurden.
Da das ein ziemlich „anrüchiges“ Gewerbe war - die verwesenden Fett- und Fleischreste, die von den Fellen abgeschabt wurden verursachten einen bestialischen Gestank - und des Wasserbedarfes wegen waren die Gerber meist an einem Bachlauf am Rande von Siedlungen zu finden.
Reicht das?
Gruß Eckard.
Danke, Meister Eckard
(o.T.)
o.T. heißt „ohne Text“ 
Hallo zusammen,
kann es sein, dass die Bedeutung von „Loh“ regional unterschiedlich ausfallen kann? Denn meines bescheidenen Wissens nach, bezeichnet „Loh“, seperat oder als Ortsbezeichnungszusatz, in Oberbayern nichts anderes als einen Wald. Und selbst wenn an solcherart benannten Flecken heute nicht ein Baum mehr zu sehen ist, so weißt es doch darauf hin, dass da 'mal wenigstens ein Wäldchen war. So zumindest wurde es mir während einer Begehung einer Keltenschanze, von dem Referenten dort erklärt, und so ist es auch in der Fachliteratur über selbiges Thema nachzulesen.
Grüsse & nix für ungut
Gerhard
In der Tat, Gerhard,
auch diese (Be-)Deutung ist möglich.
Zum einen kann das Wäldchen als „Lieferant“ für Eichenrinde gedient haben. Es kann einem Lohgerber gehört haben.
Es kann auch sein, dass das Wäldchen mal abgebrannt ist (lichterloh) und man dieses Ereignis im Namen festgehalten hat.
An Brandrodung denke ich dabei allerdings weniger, denn diese Orts-/Flurnamen haben dann meist -rade, -rode, -rod(-rat, -reut, -reuth, -rot, -roth), usw. als Namensbestandteil.
Gruß Eckard.
Im vorigen Jhdt. gab es noch den Lohgerber, d.h. er gerbte mit Eichenrinde. Loh, lohe bedeutet mhd. Wald, Eichenwald.
Gruss Klaus
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Eichenlohe wird für hochwertige Gerbung von Oberleder und Sohlen verwendet. Sie wurde weitgehend von Chemiegerben abgelöst.
In Deutschland gibt es noch 2-3 Loh-gerbereien. Die Eichenlohe kommt zur Zeit aus Lohwäldern in Luxemburg, die Betreiber sind aber über 70, der Beruf des Lohbauern stirbt aus.
Die Eichenlohe ist nach dem Gebrauch ein wertvoller Rohstoff, der gern als Unterlage in Reithallen genommen wird.
Früher wurde die ausgelaugte Lohe in Lohbeeten angesetzt- Vorläufer der Mistbeete.
Heute ist die Lohe ein wertvoller Zuschlag zu Kulturerde.
(wenn man sie bekommt: aber fragen Sie mich).
Gruß
Niko-laus
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