Lohn eines Kranführers auf einem Offshore Schiff?

Guten Tag,
am beliebtesten sind bei Stellenausschreibungen, die Frage nach der Gehaltsvorstellung. Im Regelfall kennt man die durchschnittlich gezahlten Gehälter für die entsprechenden Stellenausschreibungen und bekommt die Frage nach der Gehaltsvorstellung in der Regel auch gut beantwortet. Der Lohnrahmen für Kranführer auf dem Festland z.B. für Mobilkran ist soweit auch bekannt. Erweiternd geht es jedoch um das Thema Kranführer auf einem Schiff (Offshore), wie z.B. „Samson“, bei dem z.B. der Trasport zum Schiff per Helikopter erfolgt und es die Regelung gibt 14 Tage an Bord arbeiten und 14 Tage frei.
Ölplattformen werben durchaus mit 4000 - 6000 EUR netto. Ist das tatsächlich realistisch? Hat jemand Erfahrungen zum Gehaltniveau auf solchen Schiffen?

Servus,

ob das genannte Niveau für einen Kranführer gilt, kann ich nicht beurteilen.

Ich weiß, das es für einen staatlich geprüften Techniker gilt, der auf einem frisch aufgearbeiteten Rig während der Überfahrt auf hoher See die Inbetriebnahme der neuen und noch ziemlich unfertigen Steuerung betreut: Im Zweischichtbetrieb, Siebentagewoche, und wenn er 12 Stunden Tagschicht gehabt hat, kann es durchaus mal sein, dass er nachts um drei geweckt wird, wenn die Kollegen bei einem Test ein Signal nicht finden.

Hellhörig macht mich die Angabe „Netto“: Was für einen Norweger „Netto“ ist, der ab Stavanger offshore eingesetzt wird, kann für einen Deutschen in Entsendung völlig anders aussehen, sprich viel weniger sein.

Und es gibt sicher einen Unterschied zwischen Regelbetrieb und irgendeiner Art von Ausnahmesituation (s.o.). Bei letzterer wird man nicht nur für die Arbeit bezahlt, sondern auch fürs Durchhalten. Genannter Kollege, ein zäher Hund und ziemlich rational ausgerichtet, und sicher kein Mensch, der Stress mit anderen sucht, hat bereits am dritten Tag auf See die Engel singen gehört, und am vierten Tag schlief er nicht mehr, weil er plötzlich nicht mehr sicher war, ob die neben seinem Container kreisende Radarantenne sein Nervensystem beeinflussen könnte: Eine Astronautenpsyche ist nicht verkehrt in so einer Lage - als der gleiche Mann Ende August in der Sahara war, mit knapp 50 Grad tags und unter 10 Grad nachts, ununterbrochenes Geräusch von den Klimaanlagen im Ohr, umgeben von Hunderten von Chinesen, von denen vielleicht drei Prozent wenigstens rudimentär Englisch können, und mit einem Holzbrett als Nachtlager (die berths reichten nicht), fand er das zwar nicht grad begeisternd, aber auch nicht besonders schlimm.

– Ganz wichtig an der Chose ist auch, wie lang die Subunternehmerkette zwischen Schiff und Arbeitnehmer ist: Wenn es um eine Heuer unmittelbar beim Reeder geht, ist was faul. Wenn die Kette zu lang ist, bleibt nichts liegen dabei. Irgendwo dazwischen ists ok.

Last not least die Frage: Warum wird der Job nicht an einen Bulgaren vergeben, der ihn mit Handkuss für einen Tausender macht? Wenn die Frage plausibel beantwortet werden kann, ists ok. Wenn nein, ist Vorsicht geboten.

Schöne Grüße

MM