Lohn- und Finanzbuchhalterin?

Hallo liebe Leute,

hätte mal ne Frage an euch, vielleicht findet sich jemand der genau in diesem Themenbereich arbeitet.
Komme beruflich aus dem Umfeld „Bank / Versicherungen“, jedoch war schon immer ein großer Berufswunsch von mir, Finanzbuchhaltung…
Hatte bisher nie die Möglichkeit an solch eine Stelle zu kommen. Mich hätte mal interessiert, ob es auch möglich ist, als Quereinsteigern in die Lohn- / Finanzbuchhaltung zu kommen? Was benötige ich denn für eine Vorbildung? Ist es auch möglich als Quereinsteiger diesen Beruf mit Einarbeitung durchzuführen.

Mich würde freuen, wenn sich jemand meiner Frage annimmt und mir vlt. ein paar Zeilen schreibt.

Liebe Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit.
Bridget_Jones*

Hallo,

vielleicht findet sich jemand der
genau in diesem Themenbereich arbeitet.

tu ich nicht

Mich hätte mal interessiert, ob es auch möglich ist,
als Quereinsteigern in die Lohn- / Finanzbuchhaltung zu
kommen?

Grundsätzlich ja. Es gibt keine Vorschriften, die das vebieten würde.

Was benötige ich denn für eine Vorbildung?

Grundsätzlich keine. Wettbewerbsfördernd wären beispielsweise http://www.kursnet.arbeitsagentur.de/kurs/advancedSe…

Ist es auch
möglich als Quereinsteiger diesen Beruf mit Einarbeitung
durchzuführen.

Grundsätzlich ja. Ist lediglich eine Frage des des Wettbewerbes auf dem Arbeitsmarkt.

Mich würde freuen, wenn sich jemand meiner Frage annimmt und
mir vlt. ein paar Zeilen schreibt.

Habe ich getan.
Grüße Otto

Servus,

ich bin seit nicht ganz zwei Jahrzehnten in diesem Bereich tätig - nicht ganz absichtlich, es ischt halt so naworre. Dabei erschöpft sich meine Fachausbildung formal in einem Diplom der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt WiSoLa im Hauptstudium und einer Diplomarbeit beim damaligen Agrarsteuerpapst Manfred Köhne. Seither hab ich alles ohne gestempelte Zettel überm Bett gemacht, bis zur StB-Prüfung, die auch ohne Zettel überm Bett ausgegangen ist (ohne Absicht).

Man kann in FiBu und Lohnbuchhaltung quer einsteigen.

Wenn Du aus der Kante Banken und Versicherung kommst, vergiss zuallererst alles, was Du je an Gehaltsvorstellungen hattest: Egal wie tief Du sie schraubst - in den Steuerkanzleien, in denen Du Dir das Rüstzeug erwerben kannst, wird viel weniger bezahlt als Du je zu träumen wagtest. Und vergess das mit den 40 Stunden lieber früher als später.

Und insbesondere in Lohnbuchhaltung kannst Du Dich drauf gefasst machen, daß die Wahrscheinlichkeit, daß morgen noch stimmt, was Du heute zu wissen glaubtest, nicht besonders groß ist. Und die, daß das, was Du zu wissen glaubst, im Detail wirklich richtig ist, nicht viel größer. Also langweilig wirds da jedenfalls nicht.

Zum Quereinstieg kannst Du einiges mitbringen: Einmal bist Du fünf Tage die Woche verfügbar wegen ohne Berufsschule. Und dann kannst Du aus Deiner jetzigen Berufspraxis vielleicht einiges mitbringen, was für einen StB mit kleinen und mittelgroßen Unternehmen in der Mandantschaft ganz interessant sein kann: Bonitätsprüfung, Liquiditätsprognosen, Unternehmensbewertung, Analyse von Businessplänen etc. - bloß, wenn ich Dein Lebensalter anschaue, wird das vielleicht noch ein paar Jahre Berufspraxis brauchen, daß Du einem StB etwas mitbringen kannst, was für den nützlich ist.

Falls Du mehr in der Versicherungskante daheim sein solltest: Wenn Du § 10 EStG wirklich drauf hast, wirst Du in den meisten Steuerkanzleien mit Kußhand und einem artigen Diener empfangen.

Aber wunder Dich nicht, wenn Dir die FiBu, die Dir da begegnen wird, im Vergleich zu dem Rechnungswesen, was Du von der Bank kennst, wie ein gänzlich fremdes, anarchisch dschungelartiges Universum vorkommt. In Anlehnung an den Phantasie-Firmennamen eines Kfz-Mechanikers aus der Mandantschaft haben wir unter Kollegen die dritte Steuerkanzlei, in der ich gearbeitet habe, „Bilanz-Styling-Center“ genannt…

Schöne Grüße

MM

Hallo, also vielen Dank erstmal für eure Artikel.
@ MM: Es ist schon interessant wie du diese ganze Steuerwelt umschreibst.
Aber ich bin erst einmal erfreut zu hören, dass es nicht unmöglich ist als Quereinsteigerin in die FiBu zu kommen.
Aktuell, wo ich in der Versicherungsbranche arbeite, habe ich mich schon von 40 Stunden-Wochen verabschiedet, Lohn- und Gehaltsvorstellung…tja…natürlich sollte da schon was bei rumspringen. Was heißt denn „niedrig“ bei dir? Ich habe noch so keinerlei rechte Vorstellung, was ich da verdienen könnte, klar wird es zu Beginn weniger sein, aber darauf würde ich mich einstellen.

Ich weiß, dass ich aus einer fremden Sparte komme, dass das Bankwesen nichts mit steuerrechtlichen Themen zu tun hat. Ich habe auch keine Grundkenntnisse in der Steuerberatung. Aber ich bin bereit einiges dafür zu tun. Selbstverständlich kenne ich auch mein Alter und den Status meiner Berufserfahrung. Und da denke ich liegt der Haken, jedoch wenn ich nicht jetzt anfange und immer weiter von meinem Traum „Finanzbuchhaltung“ wegrutsche, des du unmöglicher wird es mir wahrscheinlich irgendwann sein.

Danke nochmal für deine Rückmeldung.
Wünsche frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Viele Grüße,

Bridget