Lohn wird nicht gezahlt

Hi,

kurze Vorgeschichte: ich vertreibe derzeit Ware für einen Hersteller, der seinerseits aber eine Promotionagentur beauftragt hat, die mir meinen Lohn zahlt (bzw. zahlen sollte).

Problem: besagte Promotionagentur hat in den letzten Monaten NIE pünktlich gezahlt, ich kam immer schon in Erklärungsnot wg. Miete, Krankenkasse etc., aber wenigstens wurden die Verzugszinsen im Endeffekt übernommen.

Letzten Dienstag musste die Agentur jedoch Insolvenz anmelden (oder verkünden oder wie man da sagt), sprich, meine letzte Rechnung ist zwar geschrieben, aber von der Seite bekomme ich kein Geld mehr.

Der Hersteller hat allen ein Fax zugesendet, in dem wörtlich steht:

„(…) fangen wir die Gehaltszahlungen auf, so dass Ihnen hieraus kein finanzieller Schaden erwächst(…)“

Das hieße allerdings, dass ich morgen (bzw. Montag) mein Geld auf dem Konto haben müsste, 15. ist Stichtag (ich arbeite freiberuflich), und dann muss ich auch meine Rechnungen zahlen. Als ich allerdings diesbezüglich heute beim Hersteller anrief, wurde mir nur gesagt, sie könnten nur einen Schritt nach dem anderen machen, in den nächsten Tagen ginge ein Schreiben raus, das ich dann der Bank zeigen kann, mit dem Inhalt, dass irgendwann (!) Geld kommt - das beeindruckt aber meine Bank nicht, Überweisungen kann ich trotzdem nicht machen…

Mal davon abgesehen, dass man ja auch mal essen muss, werde ich höllische Probleme mit Vermieter, Krankenkasse und diversen anderen bekommen - um Fragen vorzubeugen: nein, ich habe keinerlei Rücklagen, nein, weiterer Dispo ist auch nicht drin!

Endlich zur Frage: was kann ich denn tun, um an mein Geld zu kommen, und zwar so schnell wie möglich??? Ich komme mir ja schon dämlich vor, jeden Tag weiter zu arbeiten ohne Aussicht auf (baldige) Bezahlung, aber im Endeffekt ist jeder Tag, den ich nicht arbeite, definitiv ein Tag ohne Geld…

Bitte bitte schnelle Hilfe!!!

Cess

Lohn?! Forderung…
Hi Cess,

tut mir leid für Dich…:frowning:

kurze Vorgeschichte: ich vertreibe derzeit Ware für einen
Hersteller, der seinerseits aber eine Promotionagentur
beauftragt hat, die mir meinen Lohn zahlt (bzw. zahlen
sollte).

Letzten Dienstag musste die Agentur jedoch Insolvenz anmelden
(oder verkünden oder wie man da sagt),

anmelden

sprich, meine letzte
Rechnung ist zwar geschrieben, aber von der Seite bekomme ich
kein Geld mehr.

Der Hersteller hat allen ein Fax zugesendet, in dem wörtlich
steht:

„(…) fangen wir die Gehaltszahlungen auf, so dass Ihnen
hieraus kein finanzieller Schaden erwächst(…)“

Das hieße allerdings, dass ich morgen (bzw. Montag) mein Geld
auf dem Konto haben müsste, 15. ist Stichtag (ich arbeite
freiberuflich), und dann muss ich auch meine Rechnungen
zahlen. Als ich allerdings diesbezüglich heute beim Hersteller
anrief, wurde mir nur gesagt, sie könnten nur einen Schritt
nach dem anderen machen, in den nächsten Tagen ginge ein
Schreiben raus, das ich dann der Bank zeigen kann, mit dem
Inhalt, dass irgendwann (!) Geld kommt - das beeindruckt aber
meine Bank nicht, Überweisungen kann ich trotzdem nicht
machen…

Mal davon abgesehen, dass man ja auch mal essen muss, werde
ich höllische Probleme mit Vermieter, Krankenkasse und
diversen anderen bekommen - um Fragen vorzubeugen: nein, ich
habe keinerlei Rücklagen, nein, weiterer Dispo ist auch nicht
drin!

Endlich zur Frage: was kann ich denn tun, um an mein Geld zu
kommen, und zwar so schnell wie möglich??? Ich komme mir ja
schon dämlich vor, jeden Tag weiter zu arbeiten ohne Aussicht
auf (baldige) Bezahlung, aber im Endeffekt ist jeder Tag, den
ich nicht arbeite, definitiv ein Tag ohne Geld…

Die Konstellation mit der Promotionagentur und dem Hersteller selber habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden, das solltest Du bitte nochmals erläutern, denn ich denke, dass dies wichtig ist. Kaufst Du Ware beim Hersteller, aber eine Agentur zahlt Dir ein Gehalt?!? Nicht wirklich, oder?

Folgendes: Insolvenzanmelden bedeutet, dass erst einmal alle Forderungen gegen die Gesellschaft nicht im Einzelverfahren durchsetzbar sind.
Bei Angestellten wäre jetzt im Zweifelsfalle möglich, über das Arbeitsamt Insolvenzausfallgeld zu beantragen (bzw. einen Vorschuss darauf, da die Entscheidung hierüber erst nach Eröffnung des Inso-Verfahrens gefällt wird)

Bist Du freiberuflich, dann fehlt diese Möglichkeit, dann werden Deine Forderungen mit allen anderen Forderungen gegen die (im Zweifel nicht vorhandene!) Masse aufgerechnet und Du erhälst nur eine Quote, die häufig gegen null tendiert.

Nun denn:

  1. Warst Du wirklich freiberuflich oder nicht eher scheinselbständig?!? Dies wäre wichtig, da im zweiten Falle Inso-Ausfallgeld für Dich ggf. in Frage käme. Dies könntest Du mit dem AA klären. Hätte allerdings die Konsequenz, dass der Hersteller wohl nicht mehr an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert wäre…
  2. Da ich davon ausgehe, dass der Hersteller an einem weiteren Vertrieb seiner Waren auch ohne Agentur interessiert ist (was Du ja andeutest), löchere ihn, ob er nicht für eine Übergangszeit in Deine Forderungen einsteigt. Tränendrüsen drücken wirkt manchmal Wunder. Vor allem, wenn im gegenteiligen Fall sein Vertrieb zusammenbricht…
  3. Für die Übergangszeit bliebe meines Erachtens neben Familie und Freunde nur das Arbeitamt (falls vorhandener Anspruch) oder das Sozialamt übrig. Dieses kann vermutllich ein Überbrückungsdarlehen o.ä. lockermachen.
  4. Bzgl. Insolvenz: Kümmere Dich um das Verfahren. Sollte es tatsächlich eröffnet werden, musst Du aktiv Deine Forderungen anmelden, da hilft Dir niemand… Sprich Dich dann mit dem Insolvenzverwalter ab, ob der Geschäftsbetrieb weitergeführt wird (ggf. gegen Vorkasse(!) mit Dir) oder eingestellt wird.
  5. Wenn tatsächlich der Hersteller für Deine Forderungen offiziell bürgt(!), dann könnte ggf. auch Deine Hausbank eine Zwischenfinanzierung akzeptieren, da sie dann eine Sicherheit hätte. Sprich die Bank nach zu stellenden Sicherheiten an, damit Du dem Hersteller sagen kannst, was Du ggf. bräuchtest von ihm.

Grüße
Jürgen