Lohnbuchhaltung Zeitaufwand

Hallo,
ich habe eine generelle Frage zur Lohnbuchhaltung. Wie hoch ist ca. der Zeitaufwand der Lohnbuchhaltung für ein Unternehmen mit Rund 100 Mitarbeitern. Die Gehälter varieren monatlich wegen Nacht-bzw. Feiertagszuschlägen usw. Der Zeitaufwand sollte inkl. der benötigten Ablage usw. erfolgen.
Die zweite Frage wäre, kann man jemandem der zwar Kenntnisse im Arbeits und Sozialversicherungsrecht hat, aber keine Erfahrung mit der praktischen Lohnbuchhaltung (Buchung, Fehlzeitendokumentation, usw.) das in überschaubarere Zeit beibringen? Wie lange würde ein solches Training ca. dauern?
Ich danke für eure Erfahrungswerte :smile:

Gruß
Markus

Moin,

also Lohnbuchhaltung ist ein sehr zeitaufwendiger und auch undankbarer Job. Und aus Sicht eines Steuerbüros ist die Lohnbuchhaltung auch nicht wirklich lukrativ.

Undankbar, weil die Empfänger der Lohnabrechnung immer was zum meckern finden.

Zeitaufwendig, weil es nicht nur mit der Lohnabrechnung getan ist, sondern viele kleine Haupt- und Nebensächlichkeiten anfallen.

  • Entgeltbescheinigungen für Arbeitsamt, Krankenkasse, Berufsgenossenschaften
  • Erstattungsanträge für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Anmeldung/ Abmeldung von Mitarbeitern
  • Anträge auf Kurzarbeitergeld/ Saison-KUG
  • Meldungen ggf. an Soka-Bau und ähnliche Institutionen
    etc. pp.

Dann schauen auch ab und zu mal die Betriebsprüfer vom Finanzamt, der Rentenversicherung und auch der Berufsgenossenschaft vorbei.
Dann auch der Kollege der Finanzbuchhaltung, um die Lohnkonten in der Fibu abzustimmen.

Die Lohnabrechnung ist recht aufwendig, wenn es sich um Stundenlohnabrechnungen handelt. Wenn dann noch Arbeitszeitkonten vorliegen erst recht.

  • liegen alle Stundenzettel vor?
  • passt es mit den Stunden?
    usw.

Hier nun für 100 Mitarbeiter eine Zeitangabe zu konstruieren ist eine recht vage Angelegenheit. Bei einem Betrieb im Baugewerbe kann die allein Lohnabrechnung schon mal 4 - 6 Stunden in Anspruch nehmen, je nachdem. Und dann der ganze Kleinkram auch nochmal 1 - 3 Stunden pro Monat.

Kenntnisse im Arbeits- und Sozialrecht sind schon gut. Aber dann gibt es noch das Steuerrecht. Und das ist nicht ohne. Es lohnt sich nicht nur ein Seminar zu besuchen, es ist m.E. absolut notwendig. So ein „Training“ ist nicht mit einem Wochenendseminar getan, sondern kann dauern. Und man sollte es nicht bei dem Erwerb der Grundkenntnisse belassen, regelmäßig weitere Seminare besuchen,um auf dem Laufenden zu bleiben.

Es gibt viele Anbieter, man sollte mal vor Ort schauen wer was anbietet und sich erkundigen, wer empfehlenswert ist.

Das ist nun die Sicht aus dem Steuerbüro. Vor Ort könnte es noch ein wenig anders aussehen, aber wahrscheinlich nicht großartig anders, eher noch stressiger, da man direkt vor Ort ist, wo Chef und Kollegen direkt an die Tür klopfen können.

Das klingt nun alles recht negativ, aber es gibt viele, die gerne Lohnbuchhalter sind. Es ist sehr umfangreich, aber auch sehr komplex. Es wird also nie langweilig. Und wer die Lohnbuchhaltung perfekt beherrscht, hat gute Jobchancen.

Sonnige Grüße
e