Lohnerhöhung

Hallo Leute,

ich habe drei Fragen:

  1. Wenn man eine Lohnerhöhung möchte, die mit der Begründung der „allgemeinen wirtschaftlichen Lage“ abgelehnt wird, wie sinnvoll findet ihr es, ein weiteres mal das Gespräch zu suchen und Forderungen zu stellen? Vor allem auch, wenn andere Mitarbeiter, die die gleiche Arbeit verrichten und noch nicht so lange dort beschäftigt sind, mehr verdienen?

  2. Wenn die Löhne in einem Betrieb nicht tariflich gebunden sind, dürfen die Mitarbeiter mit jedem nur erdenklichen „Hungerlohn“ abgespeist werden oder hat man ein Recht darauf, in Anlehnung an Tarif bezahlt zu werden und kann man dies notfalls einklagen?

  3. Wenn eine Person (es handelt sich nicht um die gleiche Person wie oben) im Rahmen eines 1,-€-Jobs sehr motiviert und gut arbeitet und die mündliche Zusage bekommt, im nächsten Jahr eine Festanstellung zu erhalten, in der sie soviel verdiene, dass sie sich von der Arbeitsagentur abmelden könne, wenn diese Person dann jedoch nur 900,-€ brutto für 30 Std. bekommt, mit der Begründung, sie habe ja keine Ausbildung in dem Bereich, dann ist das eine absolute Schw*nerei.
    Abgesehen davon interessiert es mich, ob es irgendwelche Möglichkeiten gibt, etwas dagegen zu unternehmen.

Seitens der Arb-agentur findet keinerlei Unterstützung statt. Von dort bekam sie nur zu hören, dass sie kein Geld mehr bekäme, wenn sie den Job nicht annehme…

Viele Grüße,
jeanne

Hallo Leute,

ich habe drei Fragen:

  1. Wenn man eine Lohnerhöhung möchte, die mit der Begründung
    der „allgemeinen wirtschaftlichen Lage“ abgelehnt wird, wie
    sinnvoll findet ihr es, ein weiteres mal das Gespräch zu
    suchen und Forderungen zu stellen? Vor allem auch, wenn andere
    Mitarbeiter, die die gleiche Arbeit verrichten und noch nicht
    so lange dort beschäftigt sind, mehr verdienen?

Überlege Dir vorher genau, wo Deine Stärken sind.
Warum sollte der AG Dir mehr zahlen?
Nur auf die Löhne anderer zu verweisen, geht meist nach hinten los.
Die schlechte wirtschaftliche Lage hat zwei Auswirkungen:

  1. evtl. kann sich der AG wirklich nicht leisten, mehr zu bezahlen
  2. der AG braucht nicht so große Angst zu haben, dass Du einen besseren Job findest
  1. Wenn die Löhne in einem Betrieb nicht tariflich gebunden
    sind, dürfen die Mitarbeiter mit jedem nur erdenklichen
    „Hungerlohn“ abgespeist werden oder hat man ein Recht darauf,
    in Anlehnung an Tarif bezahlt zu werden und kann man dies
    notfalls einklagen?

Erst mal herrscht Vertragsfreiheit.

Je nach Unternehmen könnten Tarifverträge greifen, an die sich der AG halten muss.

Auch ohne Tarifvertrag herrscht nicht Wildwest.

Der AG muss einen Lohn zahlen, der nicht sittenwidrig ist.

Sittenwidrig ist ein Lohn, der mehr als 30% unter dem liegt, was in der Region für den entspr. Beruf gezahlt wird.

Unterschreitet der AG diese Grenze, kann man gleich klagen, was aber im Allgemeinen zum Jobverlust führen wird oder man kann später, wenn man einen besseren Job gefunden hat, rückwirkend nachfordern.

  1. Wenn eine Person (es handelt sich nicht um die gleiche
    Person wie oben) im Rahmen eines 1,-€-Jobs sehr motiviert und
    gut arbeitet und die mündliche Zusage bekommt, im nächsten
    Jahr eine Festanstellung zu erhalten, in der sie soviel
    verdiene, dass sie sich von der Arbeitsagentur abmelden könne,
    wenn diese Person dann jedoch nur 900,-€ brutto für 30 Std.
    bekommt, mit der Begründung, sie habe ja keine Ausbildung in
    dem Bereich, dann ist das eine absolute Schw*nerei.

Na ja, bei 900 Euro Brutto und 30 Std. Job kann sich die Person wohl bei der AA abmelden. Evtl. kann sie noch Zuschüsse beantragen, Wohngeld, Aufstockung bis zum Existenzminimum usw.

Lohn kommt auf Ausbildung an, auch auf die Branche.

Abgesehen davon interessiert es mich, ob es irgendwelche
Möglichkeiten gibt, etwas dagegen zu unternehmen.

Wie oben, gibt es einen Tarifvertrag? Wäre der Lohn sittenwidrig?

Seitens der Arb-agentur findet keinerlei Unterstützung statt.
Von dort bekam sie nur zu hören, dass sie kein Geld mehr
bekäme, wenn sie den Job nicht annehme…

Keine Unterstützung ist wohl übertrieben, aber dass die Druck machen, wenn jemand einen möglichen Job hat und sie ihn von der Liste bekommen, kann ich nachvolziehen.

M.E. erst mal den Job annehmen, evtl. wird nachher ja auch etwas mehr gezahlt. Vielleicht verbessert sich die Lage ja auch.

Ich denke, die Person steht mit dem Job nicht schlechter da als ohne, oder?

Ich würde auch daran denken: wenn man keinen Job hat und sich aus der Arbeitslosigkeit heraus irgendwo bewirbt, hat man kaum eine Chance.

Wenn man aber einen Job hat und dann etwas sucht, sieht das ganz anders aus.

Grüße

Holygrail