Hallo,
Hallo,
erst mal vorweg: es ist richtig, dass man unbedingt die
Inflation beachten sollte, wenn man seine Altersversorgung
plant - und dazu sind 1% wohl sogar zu wenig.
Eher 2,5% würde ich sagen. Wenn dann nachher mehr Kaufkraft
über bleibt, schlägt mich keiner.
Nun aber zur Direktversicherung an sich. Ich mag jetzt nicht
diskutieren, ob sich das Produkt mit einer möglichen
Krankenversicherungsverbeitragung im Rentenalter überhaupt
unter Renditegesichtspunkten lohnt.
Ich sage: Ja!
Nur kurz zum Vergleich mit der Anlage zu 2 %:
Zum einen ist in der garantierten Auszahlungssumme schon ein
wenig Zinsen dabei (der sogenannte Rechnungszins spielt da
eine Rolle).
Darüberhinaus gibt es bei einer Direktversicherung noch eine
Überschussbeteiligung, die die Auszahlung über die Garantie
hinaus erhöht, die allerdings nicht garantiert ist.
Abgesehen davon: die meisten Kosten einer Versicherung fallen
in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit an, wenn der Vertrag
schon ein Weilchen läuft, ergibt sich für die Zukunft eine
gute Rendite vom jetzigen Standpunkt aus gesehen.
Dies sind eher die Argumente für eine Kapitalbildende
Versicherung, nicht für eine Direktversicherung.
Selbst Direktversicherungen haben Kosten, sind fast immer gezillmert, haben eine Garantieverzinsung und Überschussbeteiligungen… und sind abgesehen von der anderen Steuer- und Sozialbeitragsbehandlung letztendlich auch nur Kapitalbildende (nur bei Altverträgen) oder aber Rentenversicherungen…
Für die Direktversicherung spricht doch vor allem die Steuer-
und Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge!
Ich denke wir sind uns einig, dass ich eine Versicherung
sowohl aus dem Netto als auch als Direktversicherung besparen
kann. Um mit der Netto-Variante die gleich Ablaufleistung zu
erzielen, muss ich 70-100% MEHR aufwenden, als wenn ich das
ganze als Direktversicherung laufen lasse (grobe Schätzung).
zu Bedenken ist hier, dass es sich um Gehaltsumwandlung handelt, somit nach heutigem Stand die Sozialversicherungsfreiheit nach 2008 endet.
Es handelt sich um eine bestehende Direktversicherung, die somit möglicherweise pauschalbesteuert ist, sodass man nicht unbedingt von einer Steuerfreiheit der Beiträge hier ausgehen kann…
Anders gerechnet: Bei gleichem Netto spare ich ca. das
Doppelte in der Direktversicherung an. Die Auszahlung ist voll
steuerpflichtig, also sagen als Rentern ca. 25% Steuerlast.
Obendrauf noch 14% KV-Beiträge , macht 39% Belastung. Bleiben
61% übrig… während bei der Netto-Variante nur 50% da sind
(ich krieg ja bei gleichem nettoaufwand nur die Hälfte raus).
Gut, rechnen wir mal anders: gehen wir davon aus - Beiträge tatsächlich steuerfrei (also Rentendirektversicherung). Die Rechnung sieht dann möglicherweise trotzdem anders aus: Beiträge nach 2008 sozialversicherungspflichtig, im Ablauf nochmals - ergo Doppelverbeitragung (kommt natürlich immer auf den einzelnen an, ob überhaupt gesetzlich KV-versichert). Jetzt spart man - naja Grenzsteuersatz vielleicht 40% (kommt ja drauf an) - dafür muss Rente später voll besteuern statt mit einem geringen Ertragsanteil (wenn es eine private Rentenversicherung und keine Direktversicherung wäre).
Also selbst Milchmädchen käme auf: jetzt 40% Steuer sparen, dafür später 25% Steuer zahlen + Krankenversicherung und Pflege, ergibt schonmal kein so tolles Bild mehr. Ob später, wenn u.a. die Rente voll besteuert wird und der Staat von Jahr zu Jahr sich neue Geldquellen erschließt, man wirklich einen erheblich geringeren Steuersatz als heute hat oder aber die genau wie die gesetzliche Rentenversicherung demographieproblembeladene Kranken- und Pflegeversicherung immer noch Beiträge auf heutigem Niveau, sei mal dahingestellt.
ERgo: Lohnt sich auf jeden Fall - wer eine bAV angeboten
bekommt und NICHT macht, hat’s meiner Meinung nach nicht
verstanden.
Oder er hat es verstanden / oder er hat andere Prioritäten / oder die Voraussetzungen sind einfach ganz andere / oder die vom Arbeitgeber vorgeschriebene Versicherungsgesellschaft passt nicht/ oder die subjektive Erwartung der späteren Besteuerungs- und Sozialversicherungslage nebst Steuer-und KV- Beitragssätzen sieht nicht gut aus / oder oder oder
Sorry, die Materie ist dann doch ziemlich kompliziert und eben nicht einfach und pauschal gültig für jedermann zu beantworten. Dazu sollte es dann doch gute Berater geben. Jeder hat andere Voraussetzungen und Vorstellungen (z.B. könnte allein das eingeschränkte Bezugsrecht für einige ein Ausschlusskriterium sein) - um zu sehen, was sich lohnt muss man sich das alles anschauen und dann noch zusätzlich für sich Annahmen treffen - erst dann kann man für sich entscheiden, ob das denn nun ein gutes Produkt ist.
FRank
Viele Grüße
Thoas K.