an der Sache vorbeigedacht
Hallo,
Gerade entdeckt: „Bankensturm am Horizont“.
http://www.godmode-trader.de/nachricht/Bankensturm-a…
mal sehen: der Autor meint, Bargeld sei sicherer als Guthaben bei Kreditinstituten (die ja nur Zahlungsversprechen einer Bank seien) und empfiehlt seinen Kunden, umfangreiche Bargeldbestände aufzubauen.
Anlaß der Bekräftigung dieser Empfehlung ist eine Klausel, die die Citibank Kunden zur Kenntnis gibt, die vom Regulierer ihm Zusammenhang mit Staatshilfen vorgegeben wurde und die der Autor nun als Hinweis darauf interpretiert, daß Kreditinstitute Guthaben tatsächlich verzögert auszahlen.
Nun könnte man natürlich auf den Gedanken kommen, der Autor sei durch den Umstand, daß er einen Börsenbrief vermarktet, möglicherweise ein wenig beeinflußt und dadurch nicht ganz neutral.
Ein paar eigene Gedanken können sowieso nie schaden, daher:
Wie wahrscheinlich ist es, daß Kunden, die an ihre Kohle wollen, geduldig sieben Tage warten, anstatt das Scheckbuch, die Kreditkarte oder ein Überweisungsformular zu zücken, und über den Umweg eines Händlers, Geldautomaten oder anderen Kreditinstitutes an ihr Geld zu kommen?
Wie wahrscheinlich ist es, daß die USA ihre Kreditinstitute mit Billionen an Dollar stützen, um dann eine Bankpanik zuzulassen, die dadurch entsteht, daß die Citibank das Geld ihrer Kunden nicht rausrückt?
Wie wahrscheinlich ist es, daß die Kunden, nach den ersten Vorfällen dieser Art, ihre Guthaben von der Citibank zu anderen Instituten transferieren, die Bank so liquiditätsmäßig austrocknet UND alle Beteiligten das zulassen?
Wieso sollte man sich Bargeld zuhause hinlegen, wenn die halbe Welt über die Werthaltigkeit des US-Dollars, des Euro und des Yen diskutiert?
Vor diesem Hintergrund könnte man sich außerdem fragen, wie die Empfehlung des Autors mit dem Thema des Artikelbaums in Übereinstimmung zu bringen ist, in dem es ja gerade darum geht, daß Geld vielleicht doch nicht das sicherste Geldaufbewahrungsmittel ist.
Gruß
Christian