Lohnt sich eine Begräbniskostenvorsorge – Empfehlungen und Meinungen

Das war wirklich keine Absicht, irgendwas künstlich „hochzukramen“. Ich bin einfach beim Stöbern über ein paar ältere Threads gestolpert, die thematisch genau das getroffen haben, was mich interessiert. Und da es dazu aktuell kaum Diskussionen gibt, dachte ich, ich bringe mich dort ein, statt einen neuen Thread aufzumachen, der am Ende dasselbe Thema nochmal aufwärmt.

Mir geht’s dabei nicht ums Wiederbeleben uralter Beiträge, sondern eher darum, dass ich die Fragen und Gedanken spannend fand und gerne meinen Input dazu geben wollte. Mehr steckt da wirklich nicht dahinter.

Krass, das ist echt eine Menge Geld. Wenn ich mir vorstelle, dass bei euch für zwei Beerdigungen schon über 15.000 € zusammengekommen sind, und das noch ohne besondere Extras, merkt man erst, wie teuer das alles werden kann. Gerade in Wien kommt ja noch dazu, dass man alles über Bestattung Wien laufen lassen muss und Grabgebühren, Totengräber extra dazukommen.

Ich finde es echt schlau, dass ihr eine Begräbniskostenversicherung habt. 10–20 € im Monat merkt man kaum, aber wenn es dann wirklich soweit ist, ist das eine riesige Erleichterung.

Wie handhabt ihr das eigentlich mit den Grabstellen? Muss man da regelmäßig extra zahlen, oder ist das in der Versicherung irgendwie mit abgedeckt?

Wer mit 18 die Versicherung startet, zahlt bei der Gothaer 15,40€ im Monat für 8000 € Versicherungssumme.
Nach etwas über 43 Jahren hat er mehr als 8000€ eingezahlt.
Es ist eine Wette: Stirbt man in diesem Beispiel mit 50, so hat man gewonnen. Stirbt man mit 88, so hat man massiv drauf gezahlt.
Vielleicht sollte man eher einen Sparplan abschließen. Der beinhaltet keine Versicherung, aber bringt recht sicher eine bessere Rendite.

Einfach monatlich Geld zur Seite legen kommt nicht infrage, weil?

1 „Gefällt mir“

Eigentlich finde ich, dass man eine Begräbniskostenversicherung eher als klassische Versicherung gegen ein konkretes Risiko sehen sollte, nicht als „Anlage“. Gerade wenn man bedenkt, dass Bestattungen schnell mehrere tausend Euro kosten können, finde ich den psychologischen Vorteil für die Familie gar nicht zu unterschätzen.

Wolltest du mich veralbern?

zu

Eine Versicherung, die ein 99,9%ig eintretendes Risiko versichert (ausgenommen die Fälle, wo es nichts mehr zu beerdigen gibt) mit einer Schadenshöhe, die man weitgehend selbst in der Hand hat, ist das näher an der Anlage als an einer klassischen Versicherung.

Es bleibt dir aber unbenommen, eine solche Versicherung abzuschließen, wenn du dich dabei besser fühlst. Insofern ist es doch völlig egal, wie wir darüber denken.

Die dann in heutigem Geldwert und einer angenommenen Inflation von 2%/Jahr noch ungefähr 3400 Euro wert sind.

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Mischung aus Geldanlage und Versicherung - zumindest aus Sicht des Kunden. Versicherungen dürften es eher als Anlageprodukt betrachten, denn der Sterbegeldversicherung fehlen zwei wichtige Elemente, um eine echte Versicherung zu sein. Bei Versicherungen kalkuliert man mit Erwartungswerten und Abzinsung, d.h. wie hoch ist der Schaden, wie hoch ist die Eintrittswahrscheinlich ein (ergibt multipliziert den Erwartungswert) und wann tritt er ein.

Bei einer Versicherung ist der entscheidende Faktor für die Kalkulation der Erwartungswert. Bei einem Anlageprodukt ist hingegen die Verzinsung der entscheidende Faktor, d.h. wie erziele ich als Versicherung die Rendite, um jederzeit die versprochene Verzinsung für das verkaufte Produkt abliefern zu können.

Bei einer Sterbegeldversicherung liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit bei 100% und der Höhe des Schadens ist bei Abschluss auch bekannt. Die einzige Variable ist der Zeitpunkt des Eintritts und dafür gibt es Sterbetafeln. Der entscheidende Faktor ist also die Zeit und nicht die Höhe oder gar Wahrscheinlichkeit des Schadens.

Und genau das ist der Unterschied bspw. zur Haftpflichtversicherung. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist unbekannt und die Höhe des Schadens auch. Der Schaden kann, wenn er denn Eintritt, enorm sein und zwar so enorm, dass ich dagegen auch nicht ansparen kann. Hinzu kommt, dass der Schaden nicht nur schon morgen eintreten kann, sondern dann wieder in drei Wochen und in drei Monaten. Gegen so ein Szenario kann sich praktisch niemand durch das Ansparen aus dem eigenen Einkommen absichern. Daher ist diese Versicherung so wichtig.

Das gleiche gilt für eine Krankenversicherung und auch für Wohngebäude- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherungen.

Bei der Sterbegeldversicherung handelt es sich aber um ein Produkt, das allenfalls psychologisch von Bedeutung ist. Man schützt seine Nachkommen davor, Entscheidungen über die Kostspieligkeit der Bestattung nachzudenken und vor dem gefühlt doofen Gedanken, dass nun ein Teil des Erbes für die Bestattung draufgeht. Sich selber schützt man davor, ein „Armenbegräbnis“ vom Sozialhilfeträger bezahlt zu bekommen. Ob das in der Situation dann noch relevant ist, sei dahingestellt. Tatsächlich weiß man ja auch nicht, ob die Erben mit dem Bestatter irgendeinen krummen Deal aushandeln, man im Billigsarg in einer schäbigen Ecke eines Friedhofs verscharrt wird und die Nachkommen vom Rest des Geldes der Versicherung eine rauschende Ballnacht feiern.

So oder so, deckt diese Versicherung halt keinen existenzbedrohlichen Schadensfall ab und es ist auch für die allermeisten problemlos möglich, einen entsprechenden Betrag im Rahmen der üblichen Lebenserwartung anzusparen.

Zu alldem kann man stehen wie man möchte, aber ich weise noch einmal auf das hier hin:

Die dann in heutigem Geldwert und einer angenommenen Inflation von 2%/Jahr noch ungefähr 3400 Euro wert sind. Im Normalfall rechnet sich die Sache daher schlichtweg nicht.

Mir ging’s bei der Frage weniger um die Theorie dahinter, sondern eher darum, wie andere das für sich handhaben und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben.

Mir persönlich geht’s auch nicht darum, irgendwen zu überzeugen. Ich wollte einfach unterschiedliche Sichtweisen hören, weil ich neugierig war, wie das andere sehen. Und am Ende soll das eh jeder so machen, wie’s für ihn am meisten Sinn ergibt.

Rechnerisch betrachtet ist eine Sterbegeldversicherung tatsächlich eher eine Mischung aus Anlage und Versicherung, weil Eintritt und Höhe ja weitgehend feststehen, nur der Zeitpunkt nicht. Dabei sollte man aber auch, wie du schreibst, die Inflation im Blick haben, weil der heutige Betrag in 20 oder 30 Jahren deutlich weniger wert sein kann, wenn man das Geld einfach nur so liegen lässt. Für mich persönlich geht es bei so einer Versicherung nicht so sehr um die genaue finanzielle Logik, sondern eher darum, das Thema Bestattung für sich geregelt zu wissen und der Familie einiges an Kummer zu ersparen.

Ob man das Geld selbst zurücklegt oder über die Versicherung läuft, ist dabei zweitrangig. Mich interessiert vor allem, wie andere das handhaben und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Servus,

ist diese Versicherung nur für dich? Wenn ja, was hast Du davon? Nur damit Du dann die Mindestbestattung bekommst?

Es ist doch völlig egal ob 1,8 Meter eingebuddelt oder durch den Kamin gejagt. Du bekommst doch das Gedönse eh nicht mit.

Trianon

Jetzt sag doch schon endlich, welche Versicherung Du ganz, ganz toll findest, damit der ganze Zirkus hier mal zum Ende kommt.

5 „Gefällt mir“

Bei uns in Wien wird für eine Sozialbestattung/Armenbestattung mit rund 5000€ beziffert:)
Wüsste jetzt nicht wie man bei uns da noch mehr sparen könnte (sofern man das will).

Ja genau. Nur irgendwann kann man das auch ruhend stellen wenn man schon genug eingezahlt hat. Mein Vater hat das erst kürzlich gemacht weil er da schon viel zu viel eingezahlt hatte. Das reicht jetzt aus sofern er nicht 100 wird:)

Wäre eine Auszahlung an Verwandte bei den anderen Optionen auch so einfach möglich?
Vielleicht ist das ja ein Hauptgrund.

Das zahlst du extra. Ich weiß jetzt gar nicht wie oft wir das machen. Das haben alles noch meine Eltern übernommen bzw. bekommen dort immer die Post dazu. Weiß nicht wann ich da letztes Mal etwas gezahlt habe. Irgendwann werde ich das aber übernehmen müssen und mich darum kümmern müssen.

Wenns nach mir geht, würde ich aber das Grab auflassen. Sofern möglich würde ich für meine Eltern und Verwandten dann auch eine Waldbestattung machen lassen etc. Ich sehe da jetzt keinen Vorteil eines Grabes auf einem Friedhof für mich. Viel mehr Verwandte gibt es in Wien jetzt nicht, daher betrifft es im Grunde eh nur mich bzw. meine Nachkommen.
Gerade im letzten Jahr haben wir eh darüber diskutiert - da gehen die Ansichten etwas auseinander:)

Ja sicherlich eine Option. Nur wer macht es denn wirklich. Wer spart für seinen eigenen Tod:)
Hat sich bei uns einfach so durchgesetzt. Wir sind alle bei der Helvetia Versicherung und dort läuft das. Ging jetzt bei den zwei Begräbnissen einwandfrei und man bekommt schnell das Geld ausbezahlt.

Im Grund eist sie für die Hinterbliebenen. Die müssen dann nichts mehr aus eigener Tasche zahlen.

Ja, genau meine Einstellung. Mir ist das auch vollkommen egal. Meine Eltern machen da eher große Pläne, da habe ich schon gesagt, schön für sie aber eine Beerdigung ist nicht für die Toten da:)

Ja, klar, nur was ist „genug“ und wie stellt man sicher, dass die Angehörigen nicht doch die einfachste Variante wählen und den Rest selber einstreichen? Die Problematik mit dem festen Auszahlungsbetrag und der Inflation hatte ich bereits erwähnt.

Das ist halt eine reine Gefühlssache. Wenn man jahrzehntelang monatlich Beiträge bezahlt, dann mindert das natürlich auch das Erbe. Oder anders gesagt: ob da nun ein fester Betrag von der Versicherung auf den Tisch gelegt wird oder die Kosten aus dem Nachlass bezahlt werden, spielt finanziell betrachtet keine Rolle.

Das liest sich hier gnaz anders. Ehrlich gesagt klingst Du wie jemand, der mit Hilfe von KI Graswurzelmarketing für Sterbeversicherungen macht.

6 „Gefällt mir“

Doch. Wenn die Lebenden wollen, dass die Beerdigung und das Grab soundso aussehen und dafür finanziell vorsorgt, hat man das zu respektieren. Egal ob es ein Erbe mindert.

Das Problem ist nur: Hat man nicht bereits zu Lebzeiten einen konkreten Auftrag für eine Bestattung gegeben und mit einer entsprechenden Versicherung/Zahlung abgesichert, können die Erben trotzdem machen was sie wollen. Denn wo kein Kläger, da kein Richter. Es sei denn, der Erblasser hat einen Testamentsvollstrecker beauftragt, der ebenfalls natürlich dann im Vorfeld einen Auftrag für eine Bestattung zumindest in einem gewissen Rahmen (ansonsten dem Erblasser und dem Nachlass angemessen, was ein weites Feld ist) bekommen haben muss.

Ich hatte meinen Beitrag nicht als Rechtsauskunft verstanden, schon weil die Aussage von @Zynotom ja nichts dergleichen war.

Ich sehe deinen Punkt schon, aber für mich geht’s dabei weniger darum, was ich davon habe, sondern einfach ums Organisieren. Ich will nicht zwingend die „Mindestbestattung“, aber ich will’s auch nicht komplizierter machen, als es sein muss.

Ob ich später was davon mitbekomme, ist natürlich egal, das Argument stimmt.

Mir geht’s eher darum, dass gewisse Dinge geregelt sind, weil’s sonst jemand anderer entscheiden oder bezahlen muss.

Na ja, „ganz, ganz toll“ klingt jetzt ein bisserl so, als wär ich hier auf Mission, bin ich nicht.
Wenn’s dich aber glücklich macht: Ich tendiere gerade dazu, mir eine Begräbniskostenvorsorge zu beschaffen.

Aber genau deshalb frag ich ja hier vorher nach Meinungen, bevor ich irgendwas blind unterschreib.

Spannend, wie unterschiedlich das im Familienkreis gesehen wird. Bei uns ist das ähnlich, die ältere Generation hängt sehr an den klassischen Gräbern, wahrscheinlich auch, weil sie das ihr Leben lang so gewohnt waren.

Dass deine Eltern das aktuell noch regeln, ist eh praktisch. Aber ja, irgendwann landet der Verwaltungskram dann bei einem selbst, da graust es mir ehrlich gesagt ein bisschen davor. Je nachdem, wie lange ihr das Grab noch habt, ist es vielleicht gar nicht schlecht, sich schon früh zu überlegen, was später wirklich sinnvoll ist und was nicht.

Hi!

Vorab: Das wichtigste ist, dass die Mittel absolut zweckgebunden sind. Häufig stehen vor dem Tod ein paar Jahre im Altenheim, jeder Monat verschlingt 3000€ oder mehr. Das Einkommen reicht selten, es geht dann erstmal ans Vermögen. Und dazu gehört auch das 08/15 Bankkonto, auf dem man eigentlich jahrelang für die eigene Beerdigung gespart hat. Nach 3 Monaten ist das weg.

Man kann einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter machen, in dem schon festgehalten ist, was man sich für die Beerdigung alles so wünscht. In dem Zusammenhang kann man Geld in ein Treuhandkonto einzahlen. Dieses Geld besitzt man sozusagen selbst nicht mehr, daher kann das nicht fürs Pflegeheim drauf gehen. Wichtig ist, dass das ein Treuhandkonto ist, denn Geld beim Bestatter ist auch weg, wenn der mal pleite geht.

Eine Versicherung hat eine gewisse Aufbauzeit von 1-2 Jahren. Stirbt man in der Zeit, gibt es alle Beiträge zurück, erst danach die volle Versicherungssumme.
Grade mal geschaut, eine Person Geburtsjahr 1970 würde bis 2060 monatlich 33,59€ einzahlen, danach nicht mehr. Die Person wäre dann allerdings 90, und hätte 13700€ eingezahlt Ausgezahlt wird garantiert 7000€, mit Glück / Überschuss bis zu 9600€.

1 „Gefällt mir“