Lohnt sich eine Begräbniskostenvorsorge – Empfehlungen und Meinungen

Hallöchen zusammen,
kritische Frage zu einem etwas speziellen Thema:

ich habe mich kürzlich kürzlich mit dem Thema Begräbniskostenvorsorge beschäftigt, weil ich ehrlich gesagt nicht so recht einschätzen kann, ob sich das überhaupt auszahlt. Ich bekomme in meiner Umgebung (hier in Wien) mit, dass sich einige schon ab 29/30 mit dem Thema auseinandersetzen und hab mir gedacht, vllt wird’s auch mal Zeit. Man hört ja immer wieder, dass ein Begräbnis schnell teuer werden kann, aber ob dafür wirklich eine eigene Versicherung nötig ist oder ob man besser selbst etwas zur Seite legt, ist mir schleierhaft.

Hat jemand von euch Erfahrungen damit, positiv oder negativ? Ich würde gern eure Meinungen hören, ob so eine Vorsorge tatsächlich sinnvoll ist oder es eher Luxus. :wink:

Hallo,

das kommt auf die Perspektive an.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine solche Versicherung den Vorteil gegenüber anderen Versicherungsarten hat, dass die Leistung in jedem Fall irgendwann in Anspruch genommen wird, d.h. es wird in jedem Fall zu einer Auszahlung kommen und man kann sich sicher sein, dass das jahrelange Einzahlen am Ende nicht für die Katz gewesen ist, weil der Schadensfall nie eingetreten ist.

Grundsätzlich lässt sich aber ebenfalls sagen, dass es eigentlich der Sinn einer Versicherung ist, Schäden abzudecken, die ihrer Höhe nach das Potential haben, einen dauerhaft finanziell zu ruinieren. Daher ist bspw. eine private Haftpflichtversicherung deutlich sinnvoller als bspw. eine Haushaltsglasversicherung.

Bei der Begräbniskostenvorsorge bzw. Sterbegeldversicherung ist das aus zwei Gründen nicht gegeben: erstens wird im Normalfall (d.h. wenn man bspw. nicht eine Grabstätte im Format einer ägyptischen Pyramide anstrebt) der Betrag überschaubar bleiben und zweitens wird man selber durch die Begräbniskosten ganz sicher nicht ruiniert und wenn die Nachkommen nicht genug Geld haben, stellt sich die Frage, ob es einen selbst noch stört, wenn die Beerdigung etwas weniger luxuriös ausfällt.

Wenn man aber sicherstellen will, dass der eigene Tod die Nachkommen nicht in ein moralisch-finanzielles Dilemma stürzt oder man doch auf ein gewisses Niveau Wert legt und zusätzlich nicht sicher ist, ob das eigene Vermögen am Ende des Lebens für eine angemessene Beerdigung ausreicht, dann kann man so eine Versicherung natürlich abschließen. Dass die Erben davon letztlich nix haben, weil ja das zu erbende Vermögen ohne die Versicherung größer ausgefallen wäre, muss man denen ja nicht verraten.

Gruß
C.

Wenn man alleine auf der Welt ist, und ein anständiges Begräbnis haben will, oder die Nachkommen mit den Kosten nicht belästige will (und kein anständiges Erbe zurückbleibt, von dem diese “so nebenbei” auch noch zahlen kann), dann ist es sicherlich sinnvoller beizeiten eine Anlage spezifisch zu diesem Zweck mit einem entsprechenden Betrag anzusparen und festzulegen, als den Wasserkopf einer Versicherung damit zu bezahlen.

Natürlich hat die Versicherung den Vorteil auch bei frühem Tod bereits voll einzuspringen, aber da die Kosten einer Beerdigung recht überschaubar sind, halte ich das Risiko, nicht selbst rechtzeitig genug dafür angelegt zu haben, überschaubar, wenn man früh genug damit anfängt.

BTW: Wir haben keine solche Versicherung, weil hier aller Voraussicht nach genug für den Nachwuchs über bleiben wird, und der aller Voraussicht nach dann auch selbst finanziell so gestellt sein wird, dass es ihn nicht umbringen wird.

Metapher - Kontext :thinking:

Inhaltlich schließe ich mich an.

Versicherungsverträge sind angewandte Mathematik aus dem Bereich der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Der Mittelwert aller Versicherungen schlägt stets zugunsten des Versicherungsgebers aus.

Ein Versicherungsvertrag lohnt sich daher wahrscheinlich nie für dich.

Lebst du lange, dann zahlst du drauf.
Lebst du kurz, dann verliert die Versicherung.

C_Punkts Grundsatz, man solle sich ausschließlich gegen solche Risiken versichern, die ein ernstes finanzielles Problem darstellen, schließe ich mich an.

Sehe zu, dass du Haus und Habe versicherst.
Versichere dich dringend mit einer Privathaftpflicht.
Kümmere dich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Strebe dann einen nachhaltigen Kapitalaufbau an.

Mit etwas Glück stirbst du mit 102 im Familienkreis, deine Urenkel neben dir, ein gut gefülltes Sparbuch unterm Kopfkissen.
(Das „Sparbuch“ ist nicht wörtlich gemeint)

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In Kombination mit der Wahrscheinlichkeit, dass der Fall eintritt. Das ist ganz wichtig, das zu berücksichtigen.

Nichts ist so sicher, wie der Tod. Und wenn man nicht auf dem Ozean ins Meer fällt, im Bedarfsfall in die Etna hüpft und verglüht oder noch ein paar andere exotische Varianten, dann gibt es nichts, was so sicher ist, wie der Tod, und wenig, was so sicher ist, wie die Wahrscheinlichkeit, dass es so etwa wie ein Begräbnis gibt.

Warum macht man den Quatsch? Wenn es nur darum geht, die Erben zu entlasten, bringt das ausschließlich dann etwas, wenn man früh den Löffel abgibt. Sonst gewinnt die Versicherung. Wenn es darum geht, dass man Wert darauf legt, wie die eigene Beerdigung abzulaufen hat und wo die eigenen Reste bestattet werden, dann kann man das alles vorher regeln, ohne Versicherung. Auch das kann man vorher regeln. Ich hab das gemacht auf einem Friedhof, der mir gefällt, und wo ich grundsätzlich meine, dass man aktuellem Stand auch die nächsten Angehörigen gut damit klarkommen. Alles ist bezahlt und gut ist. Niemand hat Ärger.

Danke für die ausführliche Erklärung, das hilft mir sehr, die Hintergründe besser zu verstehen. Ich sehe, dass bei Versicherungen grundsätzlich die Frage wichtig ist, wann sich eine Absicherung wirklich lohnt und wann eher nicht. Mich würde nun speziell interessieren, wie das auf die Begräbniskostenvorsorge übertragen wird: Worauf sollte man achten, damit sie tatsächlich die gewünschte Sicherheit für die Angehörigen bietet?

In dem Fall würde ich sagen: Deine Punkte sind absolut nachvollziehbar. Für viele Menschen ist eine einfache, klar definierte Rücklage tatsächlich die sinnvollere Lösung als eine Sterbegeldversicherung. Die Kosten einer Beerdigung sind überschaubar, und wenn man früh genug anfängt und das Geld wirklich zweckgebunden liegen lässt, ist man auf der sicheren Seite.

Gleichzeitig stimmt es natürlich auch, dass eine Versicherung, für sehr spezielle Situationen, wirklich Vorteile bringt, zum Beispiel wenn jemand keine Rücklagen bilden kann oder das Risiko eines frühen Todes finanziell wirklich relevant wäre.

In eurem Fall klingt es so, als wäre alles gut geregelt und eine zusätzliche Versicherung nicht nötig. Und ja, wenn klar ist, dass genug übrig bleibt und die Kinder finanziell stabil sind, muss man sich wirklich keinen Kopf über diesen Punkt machen.

Versicherungen funktionieren so, dass sie im Durchschnitt rechnen müssen. Eine Absicherung kann sich jedoch für jeden lohnen.

Für viele ist eine Versicherung auch ein Stück Sicherheit, gerade wenn finanzielle Rücklagen fehlen oder man weiß, dass man im Ernstfall nicht abgesichert wäre.

Wenn man am Ende wirklich mit 102 friedlich einschläft und die Familie abgesichert ist, dann hat man ohnehin alles richtig gemacht, egal ob mit Versicherung oder „Sparbuch“.

Da stimme ich dir zu. Der Tod ist unvermeidlich, und eine Beerdigung wird stattfinden. Eine Begräbniskostenvorsorge kann sicherlich dabei helfen, die finanziellen Belastungen für die Angehörigen abzufedern und die Kosten für diese planbar zu machen.

Dein Beispiel zeigt, wie hilfreich es sein kann, bestimmte Dinge selbst zu regeln, um die Angehörigen zu entlasten. Gleichzeitig kann eine Begräbniskostenvorsorge die finanziellen Aspekte abdecken und, ich denke, auch zusätzlichen Stress verhindern.

Hallo Schlauerhase;

ich möchte mal eine ganz einfache Beerdigung unter einem Baum im Friedwald. Dafür habe ich 4.800 € gezahlt. Wenn ich sterbe, muss nur eine Nummer angerufen werden.

Das finde ich vertretbar

Wer das will; nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Zum Beispiel als Totenmesse ein Pontifikalamt im Kölner Dom unter Leitung von Furienkardinal Kabumm mit anschließendem 18-gängigen Totenmahl in der Aubergine in München. Am Grab singt Heino „Schwarzbraun ist die Haselnuß“

Das ist dann aber wesentlich teurer.

Gruß, Consilio

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Idiot. Jetzt habe ich Bilder in meinem Kopf! :scream: :joy:

welche ki flutet grad dieses forum?
erkläre mir die herkunft von @schlauerhase , damit ich die eventuellen hintergründe besser einordnen kann.

e_c

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Hallo lieber Consilio,

ich finde, du hast es genau richtig gemacht. Eine schlichte Bestattung im Friedwald, alles geregelt, klare Kosten und vor allem die Sicherheit, dass im Ernstfall niemand herumrennen oder schwere Entscheidungen treffen muss. Das ist eigentlich das Beste an so einer Begräbniskostenvorsorge, wenn man diese vornimmt: Man nimmt den Leuten, die zurückbleiben, einen großen Teil der Last ab. Und 4.800 € für einen schönen Platz unter einem Baum ist wirklich ein fairer Rahmen. Bodenständig, klar und mit einem guten Gefühl verbunden!

Hallo e_c,

ich bin eine echte Person. Dass ich hier etwas ausführlicher oder klarer schreibe, heißt nicht automatisch, dass ich eine KI bin. Der Username ist einfach ein ganz normaler Spitzname, den ich schon länger nutze, ich habe ihn von meinem Neffen geklaut, im Kindergarten werden sie alle die „Schlauen Füchse“ genannt, das fand ich lustig, nicht mehr und nicht weniger.

Ich finde es schade, gleich unter Verdacht zu geraten, nur weil man sich Mühe beim Schreiben gibt. Aber falls da ein Missverständnis entstanden ist: Ich bin wirklich real, und ich schreibe hier selbst. :wink:

Liebe Grüße

Dein schlauerhase

???

Das ist eine Selbstbewertung und keine Fremdbewertung. Darum geht es aber nicht.

Es geht eher darum, dass du hier seit Tagen ganz gezielt asbachuralte Threads hoch kramst und die mit “Antworten” beglückst zu Fragen, die im Zweifel längst beantwortet sind oder wo die Fragesteller aus Forenperspektive bereits vor Jahren das zeitliche gesegnet haben…

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Sorry - aber weiß hier eigentlich jemand wie viel so eine Beerdigung wirklich kostet?

Also vielleicht gibt es da auch Unterschiede zu Österreich bzw. vielleicht sogar bei uns in Wien am teuersten (weil da die Toten zur Bestattung Wien müssen etc.) - aber da muss man schon mit rund 7000€ rechnen. Und da reden wir jetzt noch bei Weitem von keinen Staatbegräbnis.

Im letzten Jahr sind zwei Verwandte gestorben, macht zusammen rund 15.000€ die man mal soeben für die Bestattung zahlen muss. Also das muss man dann schon einmal auf der Seite haben. Das hat ganz bestimmt nicht jeder. Und da reden wir jetzt noch nicht einmal von den Kosten wenn mit dem Grab etwas ist (Grab voll, Beschädigt,…)

Also da bin ich schon ziemlich dankbar, dass wir in der Familie fast alle eine Begräbniskostenversicherung haben. So wie andere zur Geburt ein Sparbuch bekommen, wurde bei uns gleich am Anfang so eine Versicherung abgeschlossen. Da zahlt man im Monat 10€ oder 20€ ein. Je später man da anfängt desto höher natürlich die Beiträge. Das war es dann und man hat keinerlei Probleme und ist im Fall der Fälle auch nicht gleich vor finanziellen Sorgen gestellt.

Kommt halt darauf an, was man bucht. Im Allgemeinen sagt man so, dass die Spannbreite zwischen 3000 und 10.000 Euro liegt.

Das wären dann so 8.400-16.800 Euro, wenn man mal von 70 Jahren Einzahlungsdauer ausgeht und dafür bekommt man ja auch kein goldenes Mausoleum, sondern in der Regel halt nur einen festen Betrag, den man anfänglich vereinbart und der sich eben nicht automatisch mit den Lebenshaltungskosten erhöht. In 70 Jahren ist der Betrag dann noch ungefähr ein Viertel wert.

Will man einen dynamischen Betrag (der also mit den Lebenshaltungskosten steigt), zahlt man auch einen dynamischen Beitrag.

Wenn du die Zahlen von @C_Punkt ganz nüchtern betrachtest: Vorausgesetzt, jemand stirbt nicht gerade in jungen Jahren, was wäre der Vorteil einer Versicherung im Vergleich zu irgendeinem anderen Sparplan? Du kannst auch jeden Monat 10-20 Euro in die Spardose stecken, auf ein klassisches Sparbuch oder auf ein Konto einzahlen, oder eine der anderen Anlagemöglichkeiten in Anspruch nehmen, bei denen du mehr von deinem Geld hast als bei einer solchen Versicherung?

Außer man stirbt ungewöhnlich früh, ist eine solche Versicherung nicht viel anderes als eine Kapitalanlage. Angenommen, ein 30-Jähriger würde anfangen, 10 € monatlich in einen ETF-Sparplan zu investieren, ist er konservativ mit 25.000€ dabei, wenn er 70 ist. Nur 10 Jahre weiter würde sich das sogar verdoppeln.

Der Hauptvorteil einer solchen Versicherung ist der psychologische Effekt. Eventuelle Erben haben ein positives Gefühl, wenn sie nicht zahlen müssen und / oder das nicht vom Erbe abgeht. Tatsächlich passiert aber genau das und u.U. noch schlimmer. Man könnte mit einer Anlage wesentlich mehr erwirtschaften.

Das ist auch kein Hexenwerk und zwingend logisch. Versicherungen sind keine altruistischen Wohltätigkeitswerke. Deren Bilanz muss am Ende so sein, dass sie nicht nur mit Beiträgen erreichen, dass sie so viel bekommen, wie sie auszahlen müssen. Es müssen sämtliche Kosten noch erwirtschaftet werden und eine angemessene Rendite.

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