Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage für ein Mehrfamilienhaus?

Hallo Leute!

Ich bin Besitzer einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Es haben sich inzwischen einige Euros an Rücklagen angespart und es stehen gerade keine größeren Reparaturen an.
Da kam ich auf die Idee das Geld eventuell in eine Photovoltaikanlage zu investieren und das erwirtschaftete Geld (Einspeisung des Stroms) dann wieder in die Rücklagen laufen zu lassen.

Bevor ich den Vorschlag mache, wollte ich mich etwas darüber informieren… Aber irgendwie komm ich da nicht weiter.
Ich hab mal nachgeschaut, was eine 10qm große Solaranlage inkl. Montage und allem drum und dran kostet: etwa 7500 Euro (errechnet aus lauter ca.-Angaben).
Die jährlichen Einnahmen einer solchen Anlage werden mit ca. 300 Euro angegeben!

Das würde ja heißen, daß sich die Anlage erst nach 25 Jahren rentieren würde!
Und selbst wenn man die Anlage billiger bekommen würde und jährlich etwas mehr erwirtschaften würde… In weniger als 15 Jahren tut sich da nichts… Vorausgesetzt in diesen 15 Jahren geht nichts kaputt an der Anlage!

Habe ich mich da irgendwo verrechnet, vertan, Denkfehler, oder lohnt sich so ein Ding echt nicht?

LG
Birger

Hallo BirgerS,

das erscheint mir auch wenig.
Die Stiftung Warentest spricht derzeit (3. Quartal 2010) von einer Rendite von 5-9%, das Handelsblatt sogar von einer Rendite von bis zu 17,5%.
Bei fremdfinanzierten Photovoltaikanlagen spricht man derzeit von einer Amortisationszeit von ca. 11-14 Jahren, bei selbstfinanzierten Photovoltaikanlagen von ca. 6 - 9 Jahren.

Hast du alles mit eingerechnet?

Wichtig: Was für Module hast du ausgewählt? Dünnschichtmodule sind günstiger, haben aber einen geringeren Ertrag. Vorteile haben sie bei einer ungünstigen Ausrichtung des Daches oder bei Teilbeschattungen. Dafür brauchen sie in der Regel die doppelte Fläche! Kristalline Module sind teurer, aber der Ertrag ist deutlich höher.

Was du auch nicht vergessen solltest: Als Betreiber einer Photovoltaikanlage bist du Kleinunternehmer. Das heißt, die Anlage, die Wartung, die Versicherung, die Montage sind steuerlich absetzbar.

Viele schwören wegen der Absetzbarkeit sogar auf eine fremdfinanzierte oder zumindest teilfinanzierte Photovoltaikanlage - zusammen mit KfW-Krediten (unschlagbar günstig) und evtl. Umweltbank (je nach Attraktivität des Angebots deiner Hausbank) und eben der Absetzbarkeit der Zinsen etc. hast du so gut wie keine Mehrkosten - die Anlage zahlt sich in der Regel selbst, es bleibt etwas für die Rücklage übrig, und nach den angesprochenen rund 11 bis 14 Jahren hat die Anlage sich insgesamt selbst bezahlt. Du aber bekommst noch weitere 6 bis 9 Jahre lang die garantierte Einspeisevergütung. Das rentiert sich durchaus.
Vor allem aber: In dieser Fremdfinanzierungsvariante steht dein eigenes Kapital noch (ganz oder teilweise) frei.

Was die Größe angeht: Ich würde bei deinem Eigenkapitalstock sogar eine größere Photovoltaikanlage planen, die den gesamten Eigenbedarf abdeckt - das heißt, dass du in der Stromversorgung unabhängig bist von den in den nächsten Jahren voraussichtlich steigenden Preisen.

Wenn du alles noch einmal etwas genauer durchrechnen möchtest, empfehle ich dir die Website http://www.rechner-photovoltaik.de:
Zunächst die Einspeisevergütung - die genauen Sätze findest du auf der Seite unter /einspeiseverguetung. Wird der Strom eingespeist, bekommst du rund 32c/kWh; wird der Strom selbst verbraucht, kommst du mit eingesparten Stromkosten PLUS Vergütung zu den aktuellen Sätzen sogar über 40c / kWh.
Dann solltest du die Ausrichtung des Daches und die Dachneigung wissen (kannst du im Zweifelsfall unter /rechner/dachneigung und /rechner/solardachausrichtung abschätzen). Unter /photovoltaikrechner kannst du deinen Ertrag doch schon etwas genauer berechnen.
Schließlich kannst du dir dort auch unverbindliche Angebote zum Vergleich einholen, die individuell auf dein Dach zugeschnitten sind (ab 30m² Größe). Im Normalfall bekommst du dabei auch noch einmal eine genauere Berechnung der Vergütung bzw. des Ertrags: Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal nachzufragen - kostet ja nichts. Ich empfehle auch noch den Artikel „Eigenverbrauch“ dort im Lexikon.

Zum Schluss noch, da du schreibst, „vorausgesetzt, in diesen 15 Jahren geht nichts kaputt an der Anlage“ - du solltest sie natürlich von vornherein versichern: Gegen Schäden (kannst du normalerweise in deine Gebäudeversicherung aufnehmen lassen), zusätzlich in der Betreiberhaftpflicht (ist nicht in der privaten Haftpflicht) und dann noch eine Ertragsversicherung - die finde ich persönlich besonders hübsch: Wenn dein Ertrag wegen besonders harten Winters, eine Schadens o.ä. geringer ausfällt, springt die Ertragsausfallversicherung ein. Sollte man haben. :smile:

Ich drücke dir die Daumen, dass du am Ende feststellen wirst, dass die Photovoltaik sich etwas mehr lohnt, als es zunächst schien.

Viel Erfolg!

Danke für die ausführliche Antwort! Das hilft mir erstmal ein Stückchen weiter.

  1. Das Kapital ist komplett vorhanden (rund 12.000 Euro), es muß nichts finanziert werden.
  2. Eigennutzung ist eher schlecht, da es sich um ein Mehrfamilienhaus mit 7 Parteien handelt. Es wäre geplant den Erlös wieder in die Gemeinschaftskasse einfließen zu lassen.
  3. Größe, Neigung und Ausrichtung des Daches ist mir momentan nicht bekannt.
  4. Auch 15 Jahre, bis sich die Anlage bezahlt hat, erscheint mir etwas lang.

Unterm Strich glaube ich daß sich das nicht unbedingt lohnt… Der Gewinn ist zu gering, es braucht zu lange bis es sich lohnt. Und ich muß die Miteigentümer auch davon überzeugen und das dürfte dann wohl doch eher schwer zu machen sein.

Hallo Birger,

ich glaube, du hast dich nicht verrechnet. Man rechnet so mit 20 -25 Jahre. Aber bis dann hast du ja keine Kosten, wenn du sie billig finanzierst und danach eine Photovoltaikanlage for free. Aber richtig Geld verdienen tust du nicht mehr, da die Förderung ja heruntergefahren wurde.

Gruß Jürgen

Ich bin Besitzer einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Es
haben sich inzwischen einige Euros an Rücklagen angespart und
es stehen gerade keine größeren Reparaturen an.
Da kam ich auf die Idee das Geld eventuell in eine
Photovoltaikanlage zu investieren und das erwirtschaftete Geld
(Einspeisung des Stroms) dann wieder in die Rücklagen laufen
zu lassen.

Bevor ich den Vorschlag mache, wollte ich mich etwas darüber
informieren… Aber irgendwie komm ich da nicht weiter.
Ich hab mal nachgeschaut, was eine 10qm große Solaranlage
inkl. Montage und allem drum und dran kostet: etwa 7500 Euro
(errechnet aus lauter ca.-Angaben).
Die jährlichen Einnahmen einer solchen Anlage werden mit ca.
300 Euro angegeben!

Das würde ja heißen, daß sich die Anlage erst nach 25 Jahren
rentieren würde!
Und selbst wenn man die Anlage billiger bekommen würde und
jährlich etwas mehr erwirtschaften würde… In weniger als 15
Jahren tut sich da nichts… Vorausgesetzt in diesen 15 Jahren
geht nichts kaputt an der Anlage!

Habe ich mich da irgendwo verrechnet, vertan, Denkfehler, oder
lohnt sich so ein Ding echt nicht?

LG
Birger

Hallo Herr Birger,

die Fläche, 10 Quadratmeter, entspräche bei einer Effizient von 10 Prozent einem Kilowatt_peak (kwp) Nennleistung. Bei hocheffizienten Modulen sind es vielleicht 1,5 kwp. Damit kommt man im Jahr auf um die tausend Kilowattstunden kwh (je nach Dachneigung, Bewölkung, …). Theoretisch könnte sich die Anlage nach 20 Jahren auszahlen, wenn Sie etwa 35 Cent/kwh bekommen. Für das Stromerzeugungsunternehmen sind diese 7500 EUR dann praktisch nur Verlust, da es die Stromerzeugung aus konventionellen Quellen nur etwa ein Zehntel kostet. Die CO2-Einsparung können Sie vergessen, dass geht im Rauschen unter. Am Ende trägt der Stromkunde die Kosten. Im Interesse der Stromkunden rate ich Ihnen daher vom Kauf der Anlage ab. Vielleicht denken Sie mal darüber nach eine Solaranlage fürs Warmwasser auf dem Dach zu montieren. Damit tuen Sie jedenfalls mehr für die Umwelt und schonen die Stromkunden.

Hallo Briger,

ja mit der Photovoltaikanlage Geld zu verdienen ist ein hartes Brot! nochmals danke an Schwarz/Gelb.

Ja 10 qm ist eine kleine Fläche mehr als 2 kWp passen da nicht drauf das macht dann
2 x (1000 Sonnenstunden in Baden und Bayern) = 2000 kWh x 0,3405 Euro im Jahr 681 Euro
oder 2x (850 Sonnenstunde in Hamburg ) = 1700 kWh x 0,3405 Euro macht im Jahr 578,85 Euro + die Mehrwertsteuer bei so einer kleinen Anlage geht das Finanzamt nicht von einem Gewerbe aus.
Mir kommt das ganze bei Ihnen etwas teuer vor !!!
1 kWp sollten so um die 3100 € + MwSt. Schlüsselfertig kosten (Eigenleistung möglich ? dann noch günstiger)
ich denke nicht dass es ein Denkfehler war, ist halt so. Ich betreibe eine 26 kWp und 29 kWp Anlage da muß mach schon genau rechnen dann kann schon mal 5 % Rendite bekommen! Aber aus einem Sachwert !!! also wenn etwas Geld übrig ist rein in Sachwert bzw. kann sogar ein Vermögenswert sein ,

Ja ich weiß das hilft jetzt noch nicht bei der Entscheidung

Ich würde es so machen,

Da ich ein Naturfreund bin, Strom von der EWS Schönau beziehen und die Förderung beantragen siehe http://www.ews-schoenau.de/mitmachen/stromerzeuger-w…
0,05 € pro kWh bei 2 kWp Du mußt noch einen Kunden werben dann bekommst du 100 € im Jahr dazu

Anlage günstig kaufen mit Eigenleistung aber auf Qualität achten !!!

Den Strom selber verbrauchen dann bekommt man noch etwas mehr und die Stromerhöhungen jucken dich nicht mehr, ab einem Nettostrompreis von 16,38 Ct/kWh

ich hoffe ich konnte etwas weiter helfen

Nebenkosten sind
Versicherung und Zähler

  • Rückstellung für einen Wechselrichter nach ca. 10 Jahren

LG Gerhard Luz

Hallo,

kleine Anlagen sind grundsätzlich unrentabler. Allerdings finde ich selbst deinen Preis etwas hoch angesetzt.
Aber wie du selbst schon bemerkt hast, wirds selbst bei günstigeren Preisen nicht besser. Hinzu kommt, dass dir anscheinend das Dach nicht gehört, du also für das Dach zusätzlich Pacht abdrücken musst. Entweder du schließt dich mit anderen Wohnungsbesitzern zusammen, oder du beteiligst dich an Bürgersolaranlagen.
Hier ist z.B. eine aus deiner Nähe: http://www.thies-solar-power.de/leistungen/buerger-s…

Kannst dich aber auch an anderen beteiligen. Is dabei recht egal, wo die Anlage steht.

Hier z.B. kannst du dir einen Anteil reservieren und wirst benachrichtigt, sobald genug Geld verfügbar ist.

http://www.solarverein-berlin.de/anteilsschein.html

Liebe Grüße

Das würde ja heißen, daß sich die Anlage erst nach 25 Jahren
rentieren würde!
Und selbst wenn man die Anlage billiger bekommen würde und
jährlich etwas mehr erwirtschaften würde… In weniger als 15
Jahren tut sich da nichts… Vorausgesetzt in diesen 15 Jahren
geht nichts kaputt an der Anlage!

Habe ich mich da irgendwo verrechnet, vertan, Denkfehler, oder
lohnt sich so ein Ding echt nicht?

LG
Birger

Hallo Herr Birger,

ich glaube nicht, dass Sie was grundlegend falsch gerechnet haben. Ich komme schließlich mit meiner Schätzung in die gleiche Größenordnung. Es ist in der Tat erstaunlich, dass sich Photovoltaik für den Anlagenbetreiber trotz aberwitzig hoher Stromkosten, die letztlich auf die Stromkunden zukommen, meist nicht rechnet. Den Reibach machen offenbar vorwiegend die Solarfirmen.

Mit freundlichen Grüßen

Photo

Hi,

leider habe ich nur Ahnung von Solaranlagen (Wassererwärmung), sdo wie es auch in meinem Profil hier steht.
Somit kann ich dir bei einer Photovoltaik-Anlage (Stromerzeugung) nicht helfen.
Aber vom hören-sagen von einigen Bekannten habe ich immer erfahren das sich solche Anlage nach 10-12 Jahren armortiesieren sollen.

H.-W. Rick

Ich bin Besitzer einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Es
haben sich inzwischen einige Euros an Rücklagen angespart und
es stehen gerade keine größeren Reparaturen an.
Da kam ich auf die Idee das Geld eventuell in eine
Photovoltaikanlage zu investieren und das erwirtschaftete Geld
(Einspeisung des Stroms) dann wieder in die Rücklagen laufen
zu lassen.

Bevor ich den Vorschlag mache, wollte ich mich etwas darüber
informieren… Aber irgendwie komm ich da nicht weiter.
Ich hab mal nachgeschaut, was eine 10qm große Solaranlage
inkl. Montage und allem drum und dran kostet: etwa 7500 Euro
(errechnet aus lauter ca.-Angaben).
Die jährlichen Einnahmen einer solchen Anlage werden mit ca.
300 Euro angegeben!

Das würde ja heißen, daß sich die Anlage erst nach 25 Jahren
rentieren würde!
Und selbst wenn man die Anlage billiger bekommen würde und
jährlich etwas mehr erwirtschaften würde… In weniger als 15
Jahren tut sich da nichts… Vorausgesetzt in diesen 15 Jahren
geht nichts kaputt an der Anlage!

Habe ich mich da irgendwo verrechnet, vertan, Denkfehler, oder
lohnt sich so ein Ding echt nicht?

LG
Birger

Hallo,

zu dem Thema kann ich leider nichts beitragen.

mfg
Michael Seuling

Hallo!

Bei der Recherche nach den derzeitigen PV_Preisen haben Sie vielleicht einen Conrad-Katalog oder einen Baumarkt zur Hilfe genommen. Die derzeitigen kWp-Preise (1 kWp benötigt etwa 6-8 qm Dachfläche ± 40° Dachneigung) liegen bei etwa 3500,00 EUR, inklusive Montage, Wechselrichter, Stringleitungen, etc.

mit sonnigen Grüßen

Falk Eichhorn