Lokalisierung des Auslösungspunktes eines Reizes

Wenn an irgendeiner Stelle meines Körpers ein Reiz ausgelöst wird, dann wird der Impuls über eine Nervenbahn ins Gehirn geleitet. Woher weiss mein Gehirn aber, an welcher Stelle der Nervenbahn der Reiz ausgelöst wurde? Zum Beispiel: Wenn ich einen Reiz am großen Zeh empfange, woher weiss das Gehirn, dass der Reiz nicht von einer höher gelegenen Stelle der Nervenbahn z.B. am Bein stammt. Es gibt doch nicht für jeden kleinen Punkt am Körper eine eigene Nervenverbindung zum Gehirn, oder doch?

Hallo luta,

Ein Reiz, z. B. Kitzeln am Zeh, wird über das Rückenmark in spezifische Kerne des Zwischenhirns geleitet. Diese Kerne nennt man deshalb spezifisch, weil sie bestimmten Sinnesorganen, in diesem Fall der Körpersensibilität zugeordnet sind. Im Zwischenhirn werden die Reize dann umgeschaltet und auf spezifischen Bahnen auf das Rindengebiet des Gehirns geschickt. Das Rindengebiet ist grob gesagt in auf dem Kopf stehende Projektionsfelder eingeteilt. Die Größe der Projektionsfelder richter sich dabei nach der Feinheit des sensiblen Auflösungsvermögens in der Peripherie (also z. B. der Zeh). Zunge, Lippen, Finger und Zehen besitzen die größten Felder. Zur weiteren Information empfehle ich Dir mal bei Wikipedia den Begriff „Körperschema“ einzugeben und dort unter dem Untertitel Anatomie nachzulesen, da ich eine genaue Beschreibung nicht so stark verkürzen kann, dass sie in den Rahmen von wer-weiss-was passt. Ich hoffe aber, ich habe Dir wenigstens ein wenig weiterhelfen können.

Herzliche Grüße
Sylvia

Danke für Deine Antwort. Es bantwortet noch nicht ganz meine Frage; zumindest nicht so weit ich es verstehe :wink: . Danke auch für den Wiki-Tipp, ich werd da mal nachschauen

Es ist tatsächlich so, daß im Gehirn im Gyrus postcentralis (eine Hirnwindung hinterhalb der zentral verlaufenden Großfurche) der sensorische Kortex situiert ist. In diesem Hirnareal liegt hauptächlich die für die Wahrnehmung verantwortliche Hirnmasse. Auf diesem Rindenareal liegt der sensorische Humunkulus. Der Homunkulus ist ein Bild des Menschen das sich auf dem Gehirn gebettet befindet.
Guck hier: http://www.ergotherapie-zentrum.de/therapieinfo/koer…

Hier kannst Du erkennen je nach Ausprägung der jeweiligen Körperteile wie die Nervenzellen der Großhirnrinde je nach Versorgungsgebiet proportional zueinander stehen. So hast Du wie man erkennen kann z.B. in der Hand und auf den Lippen mehr Sensoren als auf dem Rücken der relativ unempfindlich ist. Es ist allerdings nicht so daß Du jede Berührung mit einem ganz bestimmten Rezeptor wahrnimmst. So bekommst Di selbst bei Reizauftreffen zwischen zwei Sensoren noch einen ausreichenden Reiz. Die Reizpunkte sind akllerdings so klein daß das nur theoretisch ist.
Hierbei wird allerdings nicht zwischen den versciedenen Sinneseigenschaften untersciedne.
Um den Homunkulus in vivo zu testen kannst Du mit jemandem deiner Wahl einen Test machen.
-Augen schließen lassen.
-mit zwei Nadeln gleichzeitig in etwa zehn zentimetern Abstand in die Handfläche pieksen
-VErringere den Abstand immer mehr bis dein Proband nur noch einen Pieks wahrnimmt.
-das ganze wiederholst Du dann am Rücken nochmal.

Witzigerweise kann man Deine Antwort auch sehr kurz beantworten indem man einfach den herkömmlichen Musikantenknochenvorfall betrachtet.
Du haust Dir Deinen Ellenbogen an und triffst hierbei den Nervus ulnaris der einen Reiz in richtung Gehrin sendet. Ergebnis es kribbelt am Ellenbogen dem Punkt des Auftreffens und zieht dann Hitzeartig in Richtung Handkante bis vor in den kleinen Finger und manchmal auch den Ringfinger. Es tut also auch dort weh wo man es eigentlich gar nicht vermuten würde. Man nennt dies den projizierten Schmerz. Also mechanische Reizung des NErven und wahrnehmug einer Symptomatik im Versorgungsgebiet des Nerven.
Das VErsorgungsgebiet eines Nerven ist nicht gleichzusetzen mit einer Nervenfaser. Ein Nerv des Armes zum Beispiel der erwähnte N.ulnaris entspringt dem sogenannten Plexus brachialis, (gibt noch mehr Plexus- übersteigt den Rahmen hier aber), Dieser ist ein Nervenfaserngefelcht das die Halswirbelsäule sehr zerfasert verlässt um sich darauhin zu den NErven zu formieren. Im Arm befinden sich drei große Hauptnerven (N. radialis, ulnaris, medialis und axilaris in der Achsel). Der Nerv selbst besteht aus unglaublich vielen Nervenfasern den Axonen die jeweils einer einzigen Zelle angehören. Diese sind motorisch, sensorisch und vegetativ (sekretion, Haareaufrihtungetc.) laufen also vom Hirn weg und zum Hirn zurück. Von diesem Riesennerv zweigen immer wieder kleinere Nerven ab die die Riesenfaserbündel immer weiterundweiter aufteilen bis am Ende ein winziger Punkt auf der Handfläche tatsächlich von einer Nervenzelle versorgt wird. Allerdinsg gibt es wiederum Nervenzellen mit mehreren Sinneszellen die diese innervieren. Aber…

Sodele wenn noch fragen aufkommen melden.

Achso: Der zuvor besprochene sensorische Homunkulus hat noch einen motorischen , also für die Bewegung zuständigen Partner. Dieser befindet sich auf de Gyrus praecentralis und ist ähnlich strukturiert.
Dieser Aufbau kann auch bei einem Schlaganfall betrachtet werden. Da beide Hirnareale von der Arteria cerebri mediaversorgt werden kommt es bei einem totalen VErschluss der Arterie zum Ausfall sowohl der Sensorik als auch der Motorik. Wenn allerdings der Embolus weiter wandert und hierdurch die die motorischen oder sensorischen Bereiche betritt, die Arterie verästelt sich, kann es zu einer anderen Symtomatik kommen als bei einem anderen Patienten. Der eine hat zum beispiel ausschließlich motorische Ausfälle der andere nur sensorische ein dritter evtl. noch Einschränkungen im Gesichtsfeld etc.

Gruß Simon