Hallo Kenner des Arbeitsmarktes,
wie sehen kurz- bzw. mittelfristig die Arbeitsplatzchancen für Triebfahrzeugführer (früher Lokführer genannt) aus? Lohnt sich eine Umschulung?
Finde im Netz zwar haufenweise Umschulungsangebote, aber keine objektiven Aussagen. Kann mir jemand weiterhelfen?
Viele Grüße
Schratlexander
Die Bahn kommt.
wie sehen kurz- bzw. mittelfristig die Arbeitsplatzchancen für
Triebfahrzeugführer (früher Lokführer genannt) aus?
Selbsthilfe: Einfach mal in Jobangeboten suchen nach „Triebfahrzeugführer“. Da kann man sehen, wie gegenwärtig, also auch kurzfristig, die Arbeitsplatzchancen bestellt sind.
Mittelfristig kommt es drauf, wie siech die Verlagerung von Straße auf Schiene im Bezug auf den Gütertransport entwickelt. D.h. welche politischen Bestrebungen gibt es. Oder einfach gefragt: Was wird schwarz/gelb diesbezüglich verwirklichen.
Auch eine Verteuerung der Straßentransporte (Steuer, Maut, Kraftstoffe, Unterhaltskosten) bringt die Schienentransporte in Wettbewerbsvorteil und damit brauchts nachher mehr Triebfahrzeugführer.
Dem entgegen wirkt der Abbau des Nahverkehrsschienennetzes der Bahn, da immer mehr kleinere Strecken geschlossen werden.
Langfristig braucht es der Umschüler nicht zu betrachten, da der Triebfahrzeugführerumschüler oftmals +/- 50 ist.
Lohnt sich eine Umschulung?
Wenn es in Abhängigkeit des Alters keine bessere Alternative gibt, lohnt es sich immer. Bezahlt das die Agentur und die Alternative wäre zuhause zu sitzen und auf einen positiven Rückläufer der mtl. 30 Bewerbungen zu warten, kann man sich auch in den Lehrgang setzen.
Finde im Netz zwar haufenweise Umschulungsangebote,
Also offensichtlich muss der Bedarf demnach da (gewesen) sein, sonst wären die nicht wie die Pilze aus dem Boden geschossen.
aber keine objektiven Aussagen.
Das werden die Bildungsträger auch tunlichst vermeiden. Die Durchfallquote soll extrem hoch sein.
Kann mir jemand weiterhelfen?
Hoffentlich.
Danke für Deine Ausführungen. Nach meinen Recherchen muß es wohl vor der Krise einen Personalmangel in diesem Bereich gegeben haben, somit kann man ja hoffen, daß das in Zukunft wieder so sein wird.
Grüße
Schratlexander
Hallo Schratlexander,
werde lieber kein Lokführer , ich war es 8 Jahre lang und habe mich dann umorientiert . Hier ein paar Nachteile des Berufes Lokführer : unregelmäßiger Wechseldienst , Arbeitsbeginn- und ende kann jede Uhrzeit sein . Zum Beispiel 3.12 Uhr . Wenn andere Feiern fährst Du Lokomotive (Heiligabend , Ostern , Silvester).Irgendwann wirst Du mit Selbstmördern konfrontiert Da brauchst du starke Nerven , wenn du einen Menschen zu Brei gefahren hast . Schlechte Bezahlung ,lange Dienstschichten bis zu 12 Stunden und länger ,kein geregeltes Familienleben . Dein Leben richtet sich nach dem Fahrplan der Deutschen Bahn. MfG Sirek
Hallo,
vielen Dank, dass Du Dir Sorgen um mich machst. Andererseits denke ich, dass die Dinge, die Du beschrieben hast, einfach nunmal zu dem Beruf dazugehören; ich habe lange genug im Büro gearbeitet (komme aus der Druckbranche) und finde es nicht schlimm, zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten unterwegs zu sein. Wie ich auf zu Brei gefahrene Menschen reagiere, kann ich natürlich nicht vorhersagen, aber ich denke, dass mir schon der Umstand bei der Bewältigung so einer Sache hilft, dass der Selbstmörder freiwillig und ohne mein Zutun diesen Weg gewählt hat.
Hattest Du mit Selbstmördern zu tun?
Viele Grüße
Schratlexander