Lose AG, rechtl. Fragen?

Hallo,
wir sind ein Projektteam, welches sich in ein paar Monaten selbstständig
machen möchte (wenn die ganze Planungsphase halbwegs abgeschlossen ist :wink: ).
Wir streben als Gesellschaftsform eine sog. ‚lose Arbeitsgemeinschaft‘ oder auch, anders genannt, ‚offene Bürogemeinschaft‘ an, wir werden also jeder für sich selbstständig tätig sein und uns für unsere Aufträge/Projekte in dieser Form zusammenfinden und präsentieren.
Uns stellen sich derzeit ein paar Fragen bezüglich der rechtlichen Absicherung oder Regelung innerhalb einer solchen Gesellschafts-oder Rechtsform:

  1. Wie regelt man Schadensfälle oder etwaige Zahlungen z.B. bei Konventionalstrafen?
  2. Wie regelt man die generellen geschäftlichen Beziehungen zwischen den Teammitgliedern, z.b. Gehälter und anderes?
  3. Gibt es Standardverträge, die man sich mal anschauen kann?
  4. Wie steht es bei dieser Rechtsform mit dem Namensrecht, wir überlegen, einen Namen für die Teamarbeit zu gestalten? Muß, z.B. wie im Handel oder Gastronomiebereich, ein Kürzel enthalten sein, der die Rechtsform wiederspiegelt(AG)? Wo kann man sich bei dieser spezifischen Situation noch informieren?

Da unsere finanziellen Mittel derzeit arg beschränkt sind, ist die Konsultation eines Rechtbeistandes für uns zu teuer und wir suchen nun auf diesem Wege Rat.
Jegliche Tipps, Links, Fachauskünfte oder Erfahrungsberichte wären
super.
Herzlichen Dank im Voraus

Andreas

Hallo Andreas,

habt Ihr schon mal an eine Kooperation/Genossenschaft gedacht? Schau mal unter
http://www.neuegenossenschaften.de/kooperation/index… - da gibt’s auch eine kostenlose CD + Infobroschüre zu bestellen.

Gruß
Katharina

wir sind ein Projektteam, welches sich in ein paar Monaten
selbstständig
machen möchte (wenn die ganze Planungsphase halbwegs
abgeschlossen ist :wink: ).
Wir streben als Gesellschaftsform eine sog. ‚lose
Arbeitsgemeinschaft‘ oder auch, anders genannt, ‚offene
Bürogemeinschaft‘ an, wir werden also jeder für sich
selbstständig tätig sein und uns für unsere Aufträge/Projekte
in dieser Form zusammenfinden und präsentieren.

Jegliche Tipps, Links, Fachauskünfte oder Erfahrungsberichte
wären
super.

Hallo,

Uns stellen sich derzeit ein paar Fragen bezüglich der
rechtlichen Absicherung oder Regelung innerhalb einer solchen
Gesellschafts-oder Rechtsform:

Was ihr plant ist weder eine Gesellschaftsform, noch eine Rechtsform. Es ist lediglich die räumliche Nähe von firmen, die (manchmal) an ein und demselben Projekt arbeiten.

  1. Wie regelt man Schadensfälle oder etwaige Zahlungen z.B.
    bei Konventionalstrafen?

es zahlt der, der sie veursacht! Bzw. Wenn diese Gemeinschaft als Generalunternehmer auftritt, sollten die versch. Mitglieder für jedes einzelne Projekt eine GBR gründen.

  1. Wie regelt man die generellen geschäftlichen Beziehungen
    zwischen den Teammitgliedern, z.b. Gehälter und anderes?

die GBR kann dann eine Gewinnverteilung beschließen!

  1. Gibt es Standardverträge, die man sich mal anschauen kann?

BGB?

  1. Wie steht es bei dieser Rechtsform mit dem Namensrecht, wir
    überlegen, einen Namen für die Teamarbeit zu gestalten? Muß,
    z.B. wie im Handel oder Gastronomiebereich, ein Kürzel
    enthalten sein, der die Rechtsform wiederspiegelt(AG)?

Also „AG“ ist für eine Aktiengesellschaft reserviert. Für eure Vorhaben würde sich ArGe (Arbeitsgemeinschaft) empfehlen.

Da unsere finanziellen Mittel derzeit arg beschränkt sind, ist
die Konsultation eines Rechtbeistandes für uns zu teuer und
wir suchen nun auf diesem Wege Rat.
Jegliche Tipps, Links, Fachauskünfte oder Erfahrungsberichte
wären
super.

da leuten bei mir schon wieder alle Glocken! Wenn ihr mehrere seid, könnte doch jeder 50 euronen auf die Tischplatte knallen und einen schon vorhandenen oder befreundeten RA zum Bier einladen, der dann zufällig eine richtige Hinweise fallen läßt.

Wer aber dieses Geld schon nicht hat/aufbringen will, der sollte mindestens noch 2 Jahre über sein Vorhaben nachdenken und sich Startkapital ansparen!

gruss

@local: Herzlichen Dank für die vielen Hinweise, wird uns sehr helfen, zumindest bringt es einen Blick durch den Wust von Begriffen, Regelungen und Fragen. Dass ‚AG‘ bereits für die Aktiengesellschaft reserviert ist, ist mir nach Sendung des Beitrages auch aufgefallen, nun ja, jedenfalls danke nochmal für dieses Kürzel :wink:.
Zu letztem Kommentar: Auch netter Tipp, die Geschichte mit dem biertrinkenden Rechtsanwalt :wink:, aber harsch formuliert. Gehe ich recht in der Annahme, dass bei Ihnen derzeit reichlich Geld vorhanden ist? :wink:
Ich denke, es sollte auch mit wenig Geld möglich sein, Dinge in Erfahrung zu bringen, die selbst Rechtanwälte auch irgendwo gelernt haben irgendwann. Aber wenn sonst nichts helfen sollte, werden wir selbstverständlich (zähneknirschend) diesen Weg gehen. Jedenfalls gibt es ja zu diesem Zweck solche hübschen Foren und schließlich das www, welches eine uneingeschränklte Informationsquelle darstellt.

@Katharina: Jo, danke für den Link, werd ich sogleich studieren, klingt interessant. Hatte schon von einer sog. ‚Kooperative‘ gehört, deckt sich vielleicht mit diesen Formen, mal schauen…nochmal schönen Dank!

Andreas

Hi Spitzer,

Zu letztem Kommentar: Auch netter Tipp, die Geschichte mit dem
biertrinkenden Rechtsanwalt :wink:, aber harsch formuliert.

Ja mei, wie soll ich sonst formulieren, daß auch ein RA mal für Bargeld was erzählt und nicht gleich die BRAGO zückt?

Gehe

ich recht in der Annahme, dass bei Ihnen derzeit reichlich
Geld vorhanden ist? :wink:

darum geht es mir nicht. Es sit aber so, daß viele Existenzgründer bei dem Wort „Ich mach mich selbstädnig“ dollarzeichen in allen Köpreröffnungen blinken haben. Aber die Bereitschaft oder gar die Notwendigkeit in „Investition“ ist nicht vorhanden!

Euer Plan ist ein gutes Beispiel: Ihr dreht da an einem großen Rad. Viele einzelne Gewerbler wollen zusammen Aufträge erledigen! Fragen kostet nix und jede Antwort hilft. Aber eine genaue Aufdröselung eurer Beziehungen und Verquickungen kann doch hier nicht geleistet werden!

Da geht man als gute zukünftige Partner hin und sagt: Damit wir uns nicht alle zusammen in die Pfanne hauen legen wir mal nen paar Euro zusammen und lassen uns mal richtig aufklären!

Und wenn jeder wirklich 50 Euro nimmt, da redet ein RA wirklich schon lange dafür!

Und wenn jeder von euch sich 50 Euro nicht leisten kann. Mein Gott, was soll ich euch sagen? Das beste ihr schaut euch mal in foren um, wo Leute sich mit ihren Sorgen nach einer Insolvenz rumquälen! Vielleicht wäre das ja heilsam.

Also Geld auf den Tisch und nicht am falschen Ende gespart, wie eure Kollegen hier: Kein Geld für nen Steuerbearter aber nen neues Auto kaufen und nicht wissen, wie man die Kosten bucht!

gruss

@local:
schönen Dank für den Hinweis, der sehr richtig ist und hilfreich
war, so ist dieser richtige Schritt, einen Rechtsbeistand in jedem
Falle zu konsultieren, in den Mittelpunkt unserer zukünftigen
Aktivitäten gerückt.
Auch in einem anderen Forum, in dem wir gepostet hatten, wurde uns dieses angeraten.
So ist unsere Recherche diesbezüglich erfolgreich gelaufen, zumindest
dies kann das Internet leisten, was ja gewissermaßen geplant war.
Wir hatten nicht vor, unser Vorhaben zu überstürzen und lassen uns
mit der Realisierung reichlich Zeit, so dass diese Punkte vollständig
abgehandelt werden können.
Wie unser Beitrag im Nachhinein aufzeigt, ist noch reichlich Aufklärungsbedarf diesbezüglich und wir freuen uns, diese Punkte
in diesem Sinne demnächst klären zu können.
Informationen im Internet zu sammeln, stellte erst einen ersten Schritt dar, den wir gehen, und so sind wir guter Hoffnung, wenn wir weiter so bedacht und vorsichtig vorgehen, letztlich ein gutes Resultat und einen erfolgreichen Einstieg in das Geschäftsleben
zu schaffen.
Planung ist halt das halbe Leben.

schönen Dank nochmal und freundliche Grüße

Andreas