Mahlzeit!!
also, erst mal hatte ich immerhin eine Zahl richtig *snüff*.
Besser als gar keine. Und: Pech im Spiel, Glück in der Liebe…
…vielleicht läuft Dir ja morgen eine attraktive Millionärin über den Weg, wer weiß?
Nun zum Fall. Es wird, wenn ich es richtig verstanden habe,
nur der Ertrag aus dem gewonnenen Geld steuerpflichtig. Also
ab mit dem Geld ins Ausland und arbeiten lassen. Oder selber
auswandern.
Verstanden hast Du’s. Aber: Geld ins Ausland schaffen und dort arbeiten lassen bringt eher wenig.
Leider sprechen die folgenden Gründe dagegen:
- Was fällt überhaupt unter die Einkommensteuer?
Grundsätzlich ist Dein Welteinkommen steuerpflichtig, also auch Kapital- oder sonstige Erträge, die eben nicht in D erwirtschaftet werden (deswegen auch Doppelbesteuerungsabkommen, die -stark vereinfacht gesagt- dafür sorgen, dass nicht die Ansprüche vom Quellenland der Einkünfte (wo in der Regel ein Modell „beschränkte Steuerpflicht“, also Steuerpflicht nur mit den dortigen Inlandseinkünften, gefahren wird) und dem des Wohnsitzlandes (Welteinkommen) kollidieren.
- Was passiert dann mit dem Geld, wenn es gearbeitet hat?
Man will es vielleicht ausgeben,
Problem ist nur: Wie schafft man’s zurück ins Inland?
Der Zoll ist da in letzter Zeit auch recht aktiv geworden (siehe regelmäßige TV-Dokus), insbesondere, was unangenehme Fragen angeht, wo das Geld herkommt.
Lässt sich aber grds. ja umschiffen, wenn man mehrere Grenzübergänge zu seiner „neuen Hausbank“ kennt und außerdem so fährt, dass man nicht fünfzehnmal in einem Jahr ins selbe Netz gerät (ohne auf die (Il-)Legalität einzugehen: dafür braucht es viel Sprit, Geduld, Zeit und noch mehr Glück - und Du kennst hoffentlich den Spruch über „Once in a lifetime…“).
Oder hier eine kleine oder größere Existenz aufbauen… nätürlich nur aus den Zinsen…
…doch wo kommt das ganze Geld her, will das FA wissen.
Aber den fünfzehnten Spielbankgewinn innerhalb von drei Wochen oder ein sechsstelliges, natürlich unverzinsliches Darlehen mit einer Laufzeit von 300 Jahren von Verwandten 35. Grades aus den Cayman Islands, die Dir diese Summe übrigens auch bar und in Euro ausgezahlt haben, glaubt das noch nicht mal das FA.
- Klopf, klopf…
Natürlich würde jeder nach so einem Gewinn erstmal Urlaub machen wollen, gerne auch länger. Oder man rätselt lange hin und her, wie man das Geld genauer anlegen soll, noch fristet es ein tristes Dasein auf dem Sparkonto, dass zumindest die Inflation ausgeglichen wird.
Und spätestens weiß das FA, dass da Erträge fließen - und das aus nicht wenig Kapital. Auch wenn Du keinen Betrieb hast, nicht selbständig bist oder ähnliches, also nur wegen der Höhe der Einkünfte, darf das FA dann Betriebsprüfer rausschicken, um mal die Sachen ein wenig zu durchleuchten und Dich zum Aufräumen Deiner Wohnung zu zwingen (Belege und so…).
Und dann wäre es schon seltsam, wenn vom einen Jahr auf das andere alles Geld „futsch“ wäre.
- Geschäft aufräumen nach Art der Steuerfahndung:
Oft genug gab es in der jüngeren Vergangenheit Durchsuchungen bei Banken, die das Bankgeheimnis (das übrigens entgegen dem Glauben der meisten Leute nicht schwerer wiegt als die steuerliche Mitwirkungspflicht!!!) „zu sehr ausgereizt“ haben. Und das wird Rückfragen ergeben. Bisher haben viele Finanzämter „gnädigerweise“ Selbstanzeigen angeregt (also vor offizieller Einleitung von Strafverfahren mal freundlich angeschrieben), aber wie lange das so gehen wird, bleibt fraglich.
Zum Auswandern: Genauso erfolglos, denn:
Wenn es um höhere Einkünfte geht und das „Zielland“ ein Niedrigsteuerland ist, kann das Außensteuergesetz einen Strich durch die Rechnung machen. Man bleibt - ungeachtet der Wohnsitzverlegung und der genauen Einkunftsquelle - weiterhin für 10 Jahre in D steuerpflichtig, auch wenn die Einkünfte nach Wohnsitzverlegung eigentlich keine inländischen mehr sind.
Wie sollte das gehen, wirst Du fragen? Antwort aus der allgemeinen Staatslehre: Personalhoheit. Die Staatsgewalt wirkt gegnüber allen Staatsangehörigen, egal ob diese im In- oder Ausland herumgeistern.
Und - als kleinen Rausschmeißer:
Habe mir letztes Jahr mal ausrechnen lassen, was ich mit „Lottogeld“ anderweitig „herausbekäme“:
Wenn man etwa 35 Jahre kein Lotto spielt (Basis: 1 Tippreihe plus Spiel77 und Super6) und das Geld stattdessen in eine Lebensversicherung pumpt, hätte man nach dieser Laufzeit eine Sofortrente von 500€ - jeden Monat. Oder könnte von der angelegten Summe ein kleines Einfamilienhaus bar bezahlen… und das in jedem Fall.
Naja… aber ich will keine Debatte in Richtung „wie uncool“ anfachen…
Gruß
GM