Loveletter und Stages - oder: Win und Schreibrecht

In fast allen Medienberichten über die gefährlichen email-Viren (oder Würmer) der letzten Wochen vermisse ich brauchbare Hinweise, wie man sich davor schützen kann.

Meistens wurde nur davor gewarnt, die ILOVEYOU - mail zu öffnen. Dieser Tip nützt aber nichts, wenn das Virus die Titelzeile ändert - oder es sich um ein ganz anderes Virus handelt.

Warum werden so selten konkrete Tips genannt, die gegen alle Viren helfen?

Eigentlich hätte es halbstündige Sondersendungen geben müssen, in denen Experten schnell durchführbare Anweisungen an die Bevölkerung geben. Gab es aber nicht. Statt dessen wird auf kostenpflichtige Antivirenpakete verwiesen.

Journalisten, besonders im Fernsehen, sind zwangsläufig auf fast allen Gebieten Laien und können daher in den meisten Fällen nicht kompetent über ein Thema berichten.

Was meint Ihr: müßte die Bevölkerung nicht vor der Gefahr gewarnt werden?
Gibt es in Deutschland überhaupt ein umfassendes, ziviles Alarmsystem, mit dem der Regierungschef innerhalb von wenigen Minuten auf ALLEN Kanälen sein kann, um die Menschen zu warnen?
Die Ausbreitung von Viren zu stoppen, wäre nur einer der möglichen Nutzen davon.

Ich wär’ dafür, daß unser Herr Bundekanzler jeden Abend um 22:30 auf allen Fernsehkanälen erscheint und den Bürgern erklärt, daß es jetzt Zeit wäre in’s Bett zu gehen.

Sorry, das war jetzt nicht ganz fair und auch nicht unbedingt eine sachliche Anmerkung, aber ich konnte mir etwas Ironie an der Ecke nicht verkneifen. Computer-Viren sind wirklich kein Grund, gleich den Regierungschef auf die Mattscheibe bringen zu müssen, mal ganz davon abgesehen, ob Hr. Schröder hier unbedingt die Autorität auf dem Gebiet wäre.

Es ist auch nicht damit getan, in einer Sondersendung 'mal ein paar Tipps zu geben, was gen „I-LOVE-YOU“ und Konsorten zu unternehmen. Wer auf seinem System Daten von einigem Wert hat, muß sich um geeignete Sicherungsmaßnahmen kümmern.

Wie umfangreich diese Maßnahmen sind hängt natürlich von wirtschaftlichen Überlegungen ab. Wenn die Kosten dem Wert der Daten nahekommen, oder ih gar übersteigen, lohnt sich der Aufwand nicht mehr. So werden ich zum Schutz der Daten auf meinem Privat-PC keine Sicherheits-Analyse von einem IT-Security-Spezialisten leisten. Wenn es um wichtige Unternehmensdaten geht, die unter u.U. geschäftskritisch sind gehe ich selbstverständlich davon aus, daß dies geschieht. Größere Unternehmen und IT-Dienstleister beschäftigen ganze Abteilungen die nichts anderes tun.

Der Einsatz eine kostenpflichtigen Anti-Viren-Tools und dessen ständige Aktualisierung (in letzter zeit so 3x die Woche!) lohnt sich allerdings schon recht bald. Diesen Schutz sind mir auch meine privaten Daten allemal Wert.

Klar dürfte auch sein, daß Windows 9x schon von der Architektur her unsichere Systeme sind. Ein System daß keinerlei Zugriffsrechte-Mechanismen (File-System, Systemkonfiguration usw.) kennt, kann definitionsgemäß nicht wirklich sicher gemacht werden. Da hilft nur sich mir regelmäßigen Datensicherungen (die sollten sowieso selbstverständlich sein) und eine vernünftigen Anti-Viren-Tool zu behelfen. Selbstverständlich dürfen auf einem solchen System niemals wirklich kritische Daten (solche die wirklich unersetzbar sind) gespeichert werden.

Windows NT und Windows 2000 bieten deutlich bessere Voraussetzungen. Allerdings um ein akzeptables Sicherheits-Niveau zu erreichen, bedürfen Sie der Konfigurationen durch einen Spezialisten. Linux dürfte sich auf ähnlichem Niveau bewegen. Allerdings ist die Gemeinde der Microsoft-Gegner einfach mächtiger, so daß sich für Windows ein größeres Bedrohungspotential ergibt.

Vielleicht interessiert Dich jetzt wie ích’s persönliche halte:

Privat-PC (Materieller Wert der Daten ehrer gering, ideeller Wert deutlich höher):
Betriebssystem: Windows NT bzw. Windows 2000, Konfiguration einigermaßen sicher (die wichtigsten Tipps einiger mir bekannter Spezialisten sind berücksichtigt), Spiele hab’ ich nicht, brauch ich nicht.
Virenscanner: Ja, aber nicht immer auf dem aktuellsten Stand.
Datensichering: gelegentlich, eigentlich zu selten.

im Büro (Wert der Daten mittel bis hoch):
Betriebssystem: Windows 2000
Virenscanner: ja, wird täglich automatisiert auf Aktualität gecheckt und bei Bedarf upgedatet (wie gesagt, in letzter
Zeit bis zu 3x die Woche)
Datensicherung: Nutzdaten (nicht jederzeit neu installierbare Programme) werden nur auf Servern im Rechenzentrum gespeichert und vom dortigen Personal täglich gesichert. Keine Nutzdaten auf der lokalen Platte!
Die Konfiguration wird regelmäßig von Spezialisten auf die Einhaltung der Firemnenrichtlinien gescannt.

Gruß
Werner

Meistens wurde nur davor gewarnt, die ILOVEYOU - mail zu
öffnen. Dieser Tip nützt aber nichts, wenn das Virus die
Titelzeile ändert - oder es sich um ein ganz anderes Virus
handelt.

also die mail oeffnen stoert bei vernuenftigen mail-client einstellungen gar nicht. man sollte halt nicht jedes scheiss-attachment automatisch ausfuehren lassen, vielleicht fuer jpg, tif & gif, sonst nix. und ansonsten halt im zweifelsfalle erst mal informieren was .shs oder sonstwie bedeutet, bevor man es oeffnet…

joachim, der immer beim absender nachfragt, wenn er ohne absprache was ausfuehrbares kriegt…

Ich denke daß man da duch Schulen der Anwender einiges tun kann. Wenn man das Ding weglöscht und überhaupt Dateien unsicheren Inhalts nicht öffnet sollte eigentlich wenig passieren (nur das muß der Anwender wissen)

Was mich wundert ist das bei mir am Mittwoch eine Mail mit ILOVEYOU angekommen ist.

Gruß
Nils

Moin,

Warum werden so selten konkrete Tips genannt, die gegen alle
Viren helfen?

Der beste Tip hilft leider nicht bei Leuten, die Bundeskanzler brauchen, um mit Krisen zurechtzukommen:

Kümmere Dich selbst darum!

Das Problem bei Loveletter & Co. ist weder das mangelhafte Betriebssystem noch eine andere technische Einschränkung. Das Problem sind Benutzer, die nicht bereit sind, Bequemlichkeit gegen Sicherheit zu tauschen.
Mein Lieblingsmailer bietet keine Möglichkeit, ein Attachment auf Mausklick zu öffnen - man kann die Datei nur recht bequem irgendwohin kopieren und dann machen, was immer angebracht ist.

Eigentlich hätte es halbstündige Sondersendungen geben müssen,
in denen Experten schnell durchführbare Anweisungen an die
Bevölkerung geben.

Wir reden hier von einem Computervirus, nicht von Ebola.