Hallo,
Es muß eine juristische Person sein, damit der Verkauf
einwandfrei klappt (man kann eine GbR oder
Personengesellschaft nicht verkaufen).
Also diese Aussage ist schlichtweg falsch. Personengesellschaften könenn sehrwohl verkauft werden. Bevor es vor einigen Jahren zu einer Änderung der Verlustverrechnung kam, war es sogar gerade „en vogue“, Verlustreiche Kommanditgesellschaften zu erwerben. Das lief damals unter dem Stichwort „Mantelkäufe“.
Was macht denn der Handwerksmeister, der einen Betrieb (durchaus größer, aber eben in Rechtsform einer Einzelunternehmung) aus Altersgründen abgeben möchte ? Kann der etwa nur verschenken ???
Nee, nee ! Hier lohnt sich ein Blick in die einschlägigen HGB Paragraphen.
Ich sehe das als ein „Quick-and-Dirty“-Geschäft. Minimaler
Aufwand, um 10 k€ zu verdienen. Bei solchen Beträgen braucht
man keine komplizierte Unternehmensbewertung, sondern es geht
nur darum, möglichst den Aufwand und die Kosten zu minimieren.
„Quick-and-dirty“. Interessant
Na ja, also man muss aber auch sehen, dass gerade dieses Image vielen LTD’s anhaftet. Diese Gesellschaften haben nicht gerade den besten Ruf und werden daher auch - zu Recht - etwa bei der Kreditvergabe in Deutschland (noch) sehr skeptisch betrachtet. Meines Wissens ist die Stadtsparkasse in Köln die einzige Bank in Deutschland, die sich mit einer eigenen Abteilung auf die Finanzierung von Gesellschaften nach ausländischem Recht spezialisiert hat. War so zumindest mal zu lesen.
Hinzu kommt, dass die Rechtsform der LTD aber auch bei Kunden und Lieferanten, vor allem Letzteren, ebenfalls sehr kritisch gesehen wird. Die Lieferanten bangen hier um ihre Forderungen, da sich mit so einer LTD nahezu „jeder“ selbstständig machen kann. Daher wurde mal in einer Untersuchung festgestellt, dass diejenigen Unternehmen die häufig mit z.B. LTD’s zutun haben, eine Reihe weiterer Maßnahmen treffen, um sich über die jeweilige LTD zu informieren. Dabei ist auffällig, dass sobald der Aufwand für diese Zusatzinformationen deren Nutzen übersteigt, viele die Geschäftsbeziehungen zu der LTD abbrechen.
Interessant finde ich ebenfalls, dass Du heute schon weisst, dass es „genau“ 10.000 Euro werden.
Willst Du damit denn eine völlig neuartige Geschäftsidee realisieren oder aber eine bereits existierende „kopieren“ ?
Letztlich muss man aber sehen, dass gerade durch diese „schnell-schnell“ Geschäfte die dann unter dem „Schutzmantel der billigen LTD“ betrieben werden, dass den LTD’s entgegen gebrachte Misstrauen oftmals (leider) begründet ist.
Und noch ein Satz zur Haftung: Du hattest ja geschrieben, dass diese nicht das Hauptkriterium für Dich sei. Dann kannst Du auch eine noch günstigere Personengesellschaft gründen. Dort haftest Du zwar voll, aber wenn Du es ernst meinst und auch vernünftig wirtschaftest und Dein Geschäftsmodell nicht super riskant ist, geht es damit auch.
Der „Nicht-Ausschluß“ der Haftung kann auch ein Zeichen von Qualität und Seriösität sein.
Ganz zu schweigen davon, dass Personengesellschaften steuerlich viel günstiger sind. Günstiger als eine GmbH und auch (!) günstiger als eine LTD. Das solltest Du auch bei Deinem anviserten Ziel von 10.000 Euro bedenken.
VG
TraderS