Hallo Eckard,
mit Verlaub antworte ich Dir bloß stichwortartig. Über die partnerschaftliche Erziehung habe ich hier schon viel geschrieben.
Mit „Wegschließen“ (=mangelndes Vertrauen) wird man Vertrauen
nicht erreichen können.
Das Vertrauen des Kindes bekommt man bei dessen Geburt geschenkt. Ist es später verlorengegangen, so kostet es Kraft, dieses Vertrauen zurückzuerlangen. Das von den Eltern in das Kind gesetzte Vertrauen ist auf das Wissen um seine Unzulänglichkeiten angewiesen.
Eine Familie ist eine Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft ist,
wenn man einander vertraut.
Eben! Aber Vertrauen schafft man nicht mit Repressalien.
Diese gehören in der Kindererziehung dazu. Und sie bilden, wenn richtig gewählt, Vertrauen.
sei es aus Schwäche oder
sogar böswillig, etwa um jemanden zu ärgern oder grundlos,
Kinder tun nichts „grundlos“. Jedes Verhalten hat seine
Ursachen und Wurzeln, die es zu erkennen gilt. Nur wenn daran
gearbeitet wird, wird sich unerwEschtes Verhalten ändern.
Nein! Kinder sind keine rationalen Wesen, nicht einmal Erwachsene sind das. Kinder tun vieles grundlos und manche manches auch böswillig. Und die Ursachen und Wurzeln sind zumeist uninteressant. Kinder sind Kinder und keine Psychiatriepatienten.
denn die Kinder sind das, wofE die Familie Eerhaupt da ist.
Da bin ich wieder bei Dir. Familie ist ohne Kinder keine.
Die Kinder sind nicht nur konstitutiv für die Familie sondern überhaupt ihr Wesenszweck.
Die LEe zur Vertuschung von Snden ist jedoch als
Vertrauensbruch gegen die Existenz der Gemeinschaft gerichtet
soweit nicht abzustreiten, aber s.o: grundlos ist kein
Verhalten, und meist liegen die GrEde bei denen, die es
eigentlich besser wissen mEten, den Eltern
Solange ein Kind nicht manifest geisteskrank ist, kann es als seelisch gesund gelten. Und wenn es mal was böses macht, dann hat es überhaupt keinen Sinn, die Schuld dafür bei den Eltern zu verorten. Ein Kind verliert das Vertrauen in seine Eltern, wenn es bös ist, und sich die Eltern daran selbst die Schuld geben, weil sie meinen, diese Idiotie sei politisches Ideal.
Hier ist es Auslegungssache, was „volle Härte“ bedeutet. FE
„Volle Härte“ bedeutet die in der Familie gültige Höchststrafe für Kinder.
mich wäre die äußerste Härte, im (sachlichen, ruhigen und
liebevollen) Gespräch mit dem Kind die Ursache des
Fehlverhaltens zu ermitteln und diese Ursache - bei wem auch
immer sie liegt - abzustellen.
Nein, ein sachliches Verhör, um den Sachverhalt festzustellen. Lügen, um eine Straftat zu vertuschen oder um einem anderen Kind zu schaden … wenn das nicht, was würdest Du denn dann bestrafen?
Und das kann auch durchaus darin bestehen, dass der Erwachsene
sich bei dem Kind entschuldigt und sein eigenes
Verhalten ändert.
Natürlich kann ein Erwachsener ein Kind um Verzeihung für eigenes Tun bitten, wenn das Kind reif genug dafür, also fast schon erwachsen ist. Bei der Entschuldigungerei bin ich allgemein sehr skeptisch, denn sie läuft darauf hinaus, daß eine Emotion befohlen oder eingefordert wird. Solche Spielchen sollte man aus der Kindererziehung besser heraushalten.
Wie schon in anderen Postings zum Thma gesagt wurde, ist
Beispiel, nicht Zwang, Ermunterung nicht Druck der richtige
Weg. Erziehung bedeutet fE Eltern zunächst einmal Erziehung
an sich selbst. Wasser predigen und Wein trinken ist ganz
sicher der falsche Weg.
Nein, Eltern sind auch nur Menschen. Wein zu trinken und dem Kind nur Milch zu gönnen ist völlig OK. Die Eltern sind natürlicherweise Vorbild der Kinder, aber hierfür brauchen sie nicht irgendeinem irrealen Idealbild nachzurennen.
Überhaupt ist die Vorstellung unsinnig, die Erziehung geistesgesunder Kinder in einer intakten Familie sei eine furchtbar schwierige und problematische Angelegenheit.
Gruß,
Wolfgang Berger