Luftheizung

Hallo zusammen,

auf der Suche nach einem kleinen Häuschen für meine kleine Familie bin ich auf ein Objekt gestoßen, das mein Interesse geweckt hat. Das (Reihenmittel-) Haus wurde 1956 erbaut, aber scheint ganz gut in Schuss zu sein und wurde auch regelmäßig instand gehalten.
Was mich irritiert: das Haus verfügt über eine „Luftheizung“, das heißt, dass der (letztes Jahr erneuerte) Heizungsbrenner kein Wasser, sondern Luft erhitzt, die über Ventilatoren in die verschiedenen Räume geblasen wird. Angeblich soll sich die Temperatur für jeden Raum separat regeln lassen. Als Vorteil wird mir dargelegt, dass sich in den Räumen keine störenden Heizkörper befinden…

Hat jemand im Forum mit so etwas Erfahrung? Taugt das was- oder soll ich lieber die Finger von dem Objekt lassen?

Danke im Voraus
Robert

Moien

(Nimm einen Sachverständigen mit. 1956 ist eine Weile her und man muss auf ungewöhnliches achten)

Was mich irritiert: das Haus verfügt über eine „Luftheizung“,
das heißt, dass der (letztes Jahr erneuerte) Heizungsbrenner
kein Wasser, sondern Luft erhitzt, die über Ventilatoren in
die verschiedenen Räume geblasen wird. Angeblich soll sich die
Temperatur für jeden Raum separat regeln lassen. Als Vorteil
wird mir dargelegt, dass sich in den Räumen keine störenden
Heizkörper befinden…

Es hat Vor und Nachteile: Geräusche (und je nach Bauart Gerüche) verteilen sich im ganzen Haus. Die Rohre sind nicht schalldicht. Wenn es schlecht gemacht wurde ist der Energieverbrauch leicht höher. Ordentlich dämmen holt das aber locker rein.

cu

Hallo Robert,

zu technischen Aspekten kann ich dir nicht viel sagen, nur meine persönliche Meinung. Diese Luftheizungen sind in Nordamerika sehr üblich (habe ein Jahr in Kanada mit so einer Heizung gelebt) und auch hier in Hotels.

Vorteil:

  • lässt sich wirklich gut pro Raum regeln und heizt auch schnell auf
  • ist deutlich platzsparender als ein Standardheizkörper

Nachteil:

  • diese Heizungen machen Geräusche, ich persönlich finde das manchmal extrem nervig
  • beim Aufheizen kannst du den Luftzug spüren
  • meiner persönlichen Meinung nach machen sie die trockene Winterluft noch trockener

Viele Grüße

Andrea

Hi,

schau doch auch mal bei Passivhäusern vorbei. Technisch bedingt haben diese eine Ab- und Zu und Umluftanlage. Vielleicht läßt sich diese nachträglich mit einbau. Vorteil wäre meines erachtens, daß wie bei dir auch immer viel Stau aufgewirbelt wird. Siehe auf die Möbel. Über einen Filter (regelmäßig reinigen) müßte man den Staub in den Griff bekommen.

Praktische Erfahrungen habe ich nicht und aus Passivhäusern sind wahrscheinlich auch nur bedingt vergleichbar.

Grüße
Thomas

Wirklich automatisch geregelt?
Hi,

trockener Luft (sollte das wirklich so sein) kann man vorbeugen, indem man einen grossen Topf Wasser über dem Brenner plaziert.
Luftheizungen haben folgende Vorteile:

  • Man kann die gesamte Heizleistung bei Bedarf in ein einziges Zimmer lenken.
  • Es ist eine sehr angenehme Wärme. Man kann damit sehr gut z.B. Wäsche trocknen.
  • Der Raum um den Brenner stellt quasi einen Kachelofen dar.

Nachteilig sind die Schall- und Geruchsübertragung durch die Luftkanäle.

Ich würde mir die Regelung genau ansehen.
Ist es wirklich so, dass mehrere Zimmer getrennt automatisch regelbar sind? Ich bezweifle das.

Gruss,

Erfahrung aus zweiter Hand
Hallo Robert,

habe zwar keine, aber bei Bekannten erlebt.
Meine eindrücke: Die Heizungswrikung ist „schnell“, Zimmer lassen sich schnell aufheizen. Die Luft könnte trocken sein, meine Bekannten hatten einen Luftwäscher im Wohnzimmer. Gerüche habe ich keine festgestellt, die Übertragung erfolgt ja auch nicht von Zimmer zu Zimmer, sondern vom Keller in das jeweilige Zimmer. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe holte sich die Heizung Zuluft über einen Schacht, der durch die Speisekammer führte, die wurde dadurch leicht gekühlt was dort von Vorteil ist.
Beim Austausch ist das System teurer, da es nur wenige Anbieter gibt.
Die Heizung hatte keine Warmwassererzeugung, das musste elektrisch über Durchlauferhitzer erzeugt werden, keine billige Variante.
Insgesamt kann man mit so einer Heizung schon leben, wenn alles andere an dem Haus stimmt.
Ansonsten gilt das gleiche wie für alle anderen Ölheizungen, die Abgaswerte/Wärmeverlust muss den aktuellen Bestimmungen entsprechen, ansonsten ist ein Austausch erforderlich: Die letzten Messprotokolle des Schornsteinfegers zeigen lassen.
Gruß elmore

Hallo Robert,

im Prinzip sind Luftheizungen (auch RLT-Anlagen genannt (raumlufttechnische Anlagen)) eine super Sache.
Es gibt sicher viele Dinge die dabei beachtet werden sollten. Hier nur eine kleine Auswahl:

  1. der aktuelle (hygienische) Zustand aller Anlagenkomponenten (Außenluftansaugung, Filter, Heizung, Ventilator und besonders der Luftleitungen) sollte keine Mängel aufweisen wie z.B. Roststellen oder Verschmutzungen.

  2. hat die RLT-Anlage einen Luftbefeuchter? Ist kein Luftbefeuchter vorhanden, dann wird die Luft im Winter extrem trocken. Ist ein Luftbefeuchter vorhanden gibt es fast sicher Probleme mit Bakterienwachstum in den feuchten Bereichen (gerade bei alten Anlagen).

  3. ist ein Schalldämpfer hinter dem Ventilator installiert? Schalldämpfer sind durch die offenporige Oberfläche meist verschmutzt und dazu meist schlecht einsehbar und schlecht zu reinigen.

  4. ist die Anlage mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet? Wenn nicht dann wird im Winter ständig kalte Luft angesaugt welche erst auf Raumtemperatur erhitzt werden muss und gleichzeitig wird die warme Abluft nach Außen abgeführt. Manche Anlagen werden mit Umluft betrieben, d.h. die alte Luft wird zum Teil im Kreis geführt, dann könnte Küchenluft im Schlafzimmer landen usw. Ideal wäre eine Wärmerückgewinnung über einen Wärmetauscher, wobei die verbrauchte Luft ihre Wärme an die kalte Außenluft abgibt ohne dass diese einen direkten Kontakt haben (z.B. Kreuzplattenwärmetauscher).

  5. um alle Räume unterschiedlich Warm zu bekommen sollten an den Luftauslässen in den Räumen elektr. Nacherhitzer installiert sein, welche einzeln geregelt sind.

  6. besonders ist auf die Luftfilterung zu achten. Der Filter sollte nicht gereinigt sonder regelmäßig erneuert werden. Auch die eingesetzte Filterklasse ist entscheidend, d.h. welche Partikelgrößen können vom Filter abgeschieden werden. Sind alle Anlagenkomponenten einmal sauber bleiben sie es auch durch einen guten Filter (z.B. Filterklasse F7).

Fazit: mit einer gut konstruierten und regelmäßig gewarteten RLT-Anlage hat man keine Probleme (wie z.B. mir der Hygiene oder mit Energieverschwendung), jedoch kommt so etwas leider selten vor.

Ich würde mir das gut überlegen ob ich eine solche Luftheizung haben wollte.

Gruß
Roland

Hallo,

meine Großeltern hatten das und ich fand die Wärme sehr angenehm.

Die Räume lassen sich separat ansteuern, meist geht ein Hauptschacht in das jew. Stockwerk wo dann die Öffnungen in einzelne Zimmer geöffnet oder geschlossen werden.

Die Heizung erwärmt die Räume sehr schnell und das Geräusch fand ich immer ganz angenehm - ist aber Geschmackssache.

Zu den technischen Deteils kann ich Dir nichts sagen, da wurde ja schon etwas dazu geschrieben.

Trockene Luft oder Gestank sind mir nie aufgefallen. Die Schächte sind allerdings so etwas wie ein „Haustelefon“. dh. man hört Gespräche vom Nachbarzimmer schon mal.

mfg

Hallo,

bin neu bei wer-weiss-was, hoffe meine kleine Info kommt da an wo sie hin soll.

Bin zwar kein Bau-Ing. oder Architekt, aber diese Art der Heizung nennt man schlicht Warmluftheizung. Wenn Du ein wenig drauflegen willst kannst Du auch „Hypokaustum-Heizung“ sagen. Hört sich zumindest sachverständig an, oder.

Das Hypokaustum (griech. hypokauston = „von unten heizen“) bezeichnet eine Form der Heißluftheizung in der römischen Antike, welche zuerst nur in Thermen, später dann generell in römischen Häusern eingesetzt wurde.

Die Konstruktion besteht aus einer Feuerkammer, einem Heizraum und Abzügen für die heiße Luft und die Abgase.

Bei Warmluftheizungen wird die Luft direkt als Wärmeträger benutzt. Es wird kein Zwischenmedium benötigt, welches die Wärme vom Wärmeerzeuger bis in die einzelnen Räume überträgt und dort die Raumluft erwärmt. Die Luft wird an einer zentralen Wärmequelle erwärmt. Dazu dient in der Regel ein Warmluftautomat, beheizt mit Kohle, Gas, Heizöl, Strom, der im Keller, in der Etage oder auf dem Dach aufgestellt wird. Über ein Kanalnetz, meist aus Stahlblechrohren oder flexiblen Spiralblechrohren, wird die warme Luft in die zu beheizenden Räume geleitet.

Kleinere Anlagen für Einfamilienhäuser werden für den Schwerkraftbetrieb ausgelegt. Größere Anlagen benötigen spezielle Warmluft-Heizgeräte und Ventilatoren.

Warmluftheizungen zeichnen sich durch schnelle Aufheizung aus.

Heizkörper sind nicht erforderlich. Durch die Umwälzung der Raumluft dient die Heizung gleichzeitig der Be- und Entlüftung. Die Übertragung von Staub, Gerüchen und Geräuschen wird bei getrennten Kanälen für die einzelnen Räume vermieden.

Evtl. solltest Du vor einem Kauf einen Energieberater oder Sachverständigen hinzuziehen.

MfG
Bernd