Ich habe alte Monk Staffeln hervorgeholt und da begab sich folgende Szene:
Monk tritt in einem Warenlager auf Luftpolsterfolie, die hat insgesamt sicher 10 Meter Länge. Und da ja nun welche geplatzt sind, muss er die anderen auch zu platzen bringen, muss ja alles gleich sein.
Stottlemeyer kommt dazu und fragt: „Having fun?“ worauf Monk (natürlich) mit „No.“ antwortet.
Da kam mir die Frage: Scheinbar scheint es auf der ganzen Welt so zu sein, dass die Menschen mit Freude Luftpolsterfolie zum platzen bringen. Natürlich nicht alle Menschen, aber scheinbar ist das zumindest Common Sense.
Warum ist das so? Warum hat man so viel Freude daran, aus dem Druck einen „Undruck“ zu machen? Welche Bedürfnis-/Triebbefriedigung steckt dahinter bzw welches Bedürfnis/Trieb?
Ich höre teilweise nicht mal auf, wenn mir die Fingerkuppen schon weh tun, das ist schlimmer als Popcorn essen. Und ich erwägte schon mehr als einmal den Kauf von dem hier: http://www.getdigital.de/products/Fake_Luftpolsterfolie
Das ist ausnahmsweise mal nicht so ein ernstes psychologisches Thema, ich hoffe, dass es trotzdem in diesem Brett richtig ist.
Damit ist aber doch mehr Antwort drin, als du denkst. Denn das macht nicht annähernd so viel Spaß wie das richtige. Also ist es nicht das Zerstören an sich
Das ist ausnahmsweise mal nicht so ein ernstes psychologisches
Thema, ich hoffe, dass es trotzdem in diesem Brett richtig
ist.
Och, in der Sparte „Hobby“ fragt gerade jemand nach dem Spaß am Brötchentütenknallen. Scheint aktuell ein ganz wichtiges Thema zu sein, die Alltagsknallerei.
Wirklich interessante Frage.
Irgendwas platzen zu lassen, scheint irgendwie was Animalisches zu sein.
Wobei der „Trieb“ wohl nicht bei allen Leuten gleich groß ist.
Kennst du das Gefühl, wenn du auf eine knackige Wein- oder Stachelbeere beißt und sich der süße Inhalt in den Mund ergießt?
Ist der Grund, warum ich keine kernlosen Trauben mag.
Als Kinder haben wir gerne Schneebeeren auf den harten Boden geschmissen, damit sie platzten. Meine Mutter machte das als Kind auch schon.
Kaugummiblasen gehören wohl auch in diese Kategorie. Oder, was auch fast alle Kinder üben, aus einem kaputten Luftballon Blasen drehen und platzen lassen.
Stimmt, Kaugummiblasen gehören auch dazu, aber ich lies die immer lieber im Mundraum platzen anstatt außen. Ich habe immernoch das Gefühl, dass das direkt was mit dem Druck(-verlust) zu tun hat.
Da müsste man mal recherchieren, wie die Verkaufszahlen von diesen neuen Nimm 2 sind - moment, eben den Namen googlen - Nimm 2 Soft. Die müssten ja irre Verkaufszahlen haben im Vergleich dazu, dass es die noch nicht so lange gibt.
Scheint also nicht nur ne Fingertechnische Sache zu sein, sondern auch eine orale.
Warum ist das so? Warum hat man so viel Freude daran, aus dem Druck einen „Undruck“ zu machen? Welche Bedürfnis-/Triebbefriedigung steckt dahinter bzw welches Bedürfnis/Trieb?
Ich würde keinen Trieb dahinter vermuten wollen, auch keine Lust am Zerstören, wohl aber ein sinnliches Erlebnis. Es fühlt sich einfach angenehm an
Das wiederum würde ja eher für die Geräuschkulisse und die Zerstörung sprechen:smile: Aber ich persönlich kann weder Böllern was abgewinnen noch platzenden Papiertüten.
Wobei, egal obs mit dem Druck zu tun hat oder mit dem Kaputtmachen - das wäre dann immernoch nur der Grund und noch nicht die Ursache. Das macht mich Darwinist ganz kirre, dass ich da auf nix komme.
Ach, meine erste Studentenbude hatte so um die 9 qm Zimmer-Wohnfläche, da hatte ich den Boden komplett mit Luftpolsterfolie ausgelegt. Aber nicht zum Knacken sondern zum Auf-Wolken-Gehen. Aber an stressigen Studientagen hatte ich dann auch immer nen Ausgleich zur Hand:smile:
Aber ein Lustgewinn hat doch immer ein Bedürfnis im Ursprung, sonst wäre es ja ein neutrales Erlebnis. Vielleicht habe ich mich mit Triebbefriedigung falsch ausgedrückt.
Ich denke, biologisch gesprochen, über die ultimaten Beweggründe nach, weniger die proximaten. Wobei ich nun nicht weiß, ob man ultimat und proxiat auch auf Psychologie anwenden kann. Vielleicht wäre die Frage auch im Biobrett besser aufgehoben gewesen. Nun habe ich mich selber verwirrt.
Ich vermute, hier kommt einfach vieles zusammen: die angenehme Lautstärke des Platzens, der gerade richtige nötige körperliche Aufwand (ginge es leichter oder schwerer, wäre es bestimmt viel weniger spaßig), die Zerstörungslust, die hier keine schlimmen Konsequenzen hat, die Größe der Bläschen, die genau zwischen die Finger passen. Ich merke auch, dass ich enorm Freude dran habe, sozusagen etwas „geschafft“ zu haben, also ich sehe, was ich schon zerknipst, ergo „abgearbeitet“ habe. Ich habe z.b. wenig Spaß daran, mit dem Zerknipsen von sehr großen Flächen Folie erst zu beginnen. Aber meistens sind die ja überschaubar groß, so dass man auch fertig werden kann.
Diese Folien mit den größeren Polstern haben so gar keinen sinnlichen Reiz für mich. Und auch rumhopsen auf den kleinen Bläschen finde ich nicht halb so schön wie die Herren hier:
Läuse muss man knacken, sonst sind sie nicht tot.
Aus dem Krieg kenne ich noch solche Erzählungen, wo die ganze Kompanie, durchaus mit Lust, Läuse geknackt hat.
Die Hübsche knackt Zecken, wenn sie eine erwischt.
Damit wäre es ein Überreiz (wie heißt das noch biologisch).
Wahrscheinlich aus verschiedenen Reizen zusammen gesetzt. Beeren knacken, Läuse knacken, Mistkäfer knacken…(keine Ahnung, ob die überhaupt knacken…)
vielleicht liegt es auch einfach an dem tief im Menschen verwurzelten Umweltschutzbewusstsein. Bevor wir die Folie dem Recycling zuführen, ist es schließlich nur vorteilhaft, ihr Volumen soweit wie möglich zu verkleinern.