Luis Armstrong

Wer kann mir eine Biographie von Luis Armstrong schicken oder hat sich mit dem Jazzmusiker beschäftigt?
THX

Wer kann mir eine Biographie von Luis Armstrong schicken oder
hat sich mit dem Jazzmusiker beschäftigt?
THX

Auf die Schnelle in Altavista gefunden:
http://www.oreos.de/armstrong_inhalt.htm
http://www.v-jk.de/Inhalt/Armstrong/body_armstrong.html

Mit den Stichworten „Louis Armstrong“ und „Biographie“ (oder auch „Biografie“) gibt es aber sicher noch viel mehr im Internet zu finden.

Viel Vergnügen
Roland

Hallo, Nameless!

Ich habe auch noch etwas für Dich:

Zur Person

Daniel Louis Armstrong (Satchmo) wurde am 4. Juli 1900 in New Orleans als Sohn einer armen, afroamerikanischen Familie geboren. Als Zwölfjähriger kam er, weil er an seinem Geburtstag eine Pistole abgefeuert hatte, in ein öffentliches Knaben-Erziehungsheim, wo er, jedoch ohne Anleitung, als erste Musikinstrumente Klarinette, Waldhorn und die Trompete blasen lernte. Seine berufliche Laufbahn begann er 1917 mit Kid Orys Band. King Oliver, der bekannte Jazztrompeter, holte ihn 1922 als Clarinettisten und Trompeter nach Chicago. Bald hatte A. seinen Meister überholt. New York, wohin er 1924 erstmals kam, konnte ihn nicht länger als ein Jahr festhalten. Er hatte inzwischen statt der Klarinette die Trompete zu seinem bevorzugten Instrument gemacht. Chicago, wo er nunmehr Leiter einer eigenen Band war, wurde die Wiege seines Ruhmes, den in steigendem Maße vor allem auch zahlreiche Armstrong-Platten über Amerika hinaus nach Europa und rund um die Welt trugen. Nach zahlreichen Gastspielreisen durch ganz Amerika unternahm A. im Sommer 1932 seine 1. Europa-Tournee, auf der er zunächst England und Schottland besuchte. Der zweite Europa-Trip erstreckte sich vom Sommer 1933 bis zum Jan. 1935. 1934 spielte er vor König Georg V. in London. Nach dem Kriege wurde A. das Ereignis der „Jazzwoche 1948“ in Nizza und vom französischen Präsidenten persönlich ausgezeichnet. A. galt als eines der stärksten Talente in der Entwicklung des Jazz, den er nicht nur als Trompeter und Sänger beeinflußte. Auch die anderen Instrumente. die Posaunisten und Saxophonisten und selbst die Pianisten, hat er angeregt, seinen Stil anzunehmen und weiterzubilden.
Weitere Europa- Tourneen führten den „Schwarzen König des Jazz“, der auch als Sänger mit seiner eigenartig heiseren, aber faszinierenden Stimme berühmt wurde, 1952 mit seinen „Hot Five“ und der dicken Sängerin Vilma Middeleton erstmals wieder nach Deutschland. „Seine Trompete ist wie ein Tauchsieder. Wenn er sie in die Menge hält fängt sie sofort zu kochen an“, wurde einmal von A. gesagt. Dies wurde wirklich wahr bei einer neuerlichen Europatournee (Okt. 1955) in Hamburg in der Ernst-Merck-Halle, wo die jugendlichen Zuhörer, aus Enttäuschung über das ihnen zu kurz erscheinende Programm, mit einem Hagel von Coca-Cola-Flaschen und Stuhlbeinen die Instrumente der weltberühmten Jazz-Band zertrümmerten, so daß die Polizei eingreifen mußte. Dieser Sturm der Entrüstung wich jedoch bei einem 2. Abend in Hamburg einem Sturm der Begeisterung. 1955 schloß sich noch eine Australientournee an. 1956 war er an der afrikanischen Goldküste. 1958, 1959, 1960, 1961 und 1962 besuchte er wieder Europa, jedesmal auch die Bundesrepublik. Sein „Blueberry Hill“ „When the saints go marchin’ in“ und „Macky Messer“ waren immer noch die alten Publikumsschlager. A. war übrigens im Nov. 1960 im Rahmen seiner großen Afrika-Tournee auch im Kongo, wo man ihm begeistert zujubelte. Im Libanon hatte man ihm 1959 anläßlich einer Nahost-Tournee die Einreise verweigert, weil er in Israel gesungen und seine Einkünfte teilweise israelischen Behörden hatte zukommen lassen. 1962 ging A. auch auf Tournee nach Südamerika. 1963 bereiste er Australien, Neuseeland, Tokio, die Philippinen und Korea. Im März 1965 begab sich im Ostberliner Friedrichstadt-Palast erhielt er z.B. begeisterte Ovationen.
In den letzten Jahren reiste „Satchmo“, der 1970 seinen 70. Geburtstag feierte und dabei als „Befreier des Jazz“ weltweit gewürdigt wurde nicht mehr viel. Nur noch gelegentlich gab er - mehrfach in den letzten Jahren ernstlich erkrankt - ein Gastspiel im Fernsehen. A., der zahlreiche Jazz-Kompositionen und Lieder schrieb, verfaßte im Frühjahr 1954 eine Selbstbiographie. Seine bekanntesten Lieder waren außer den bereits erwähnten: „Where did you stay last night?“, „Satchel Mouth Sing“, „Iv Got a Heart Full of Rhythm“, „Wild Man Blues“, „If We never meet again“, „Sugar Foot Stomp“, No Variety Blues", „Back O’Town Blues“.
Im Film sah man ihn in „Every Day’y a Holidy“, „Going Places“, „Cabin in the Sky“, „Jam Session“, Doctor Rhythm", „Glory Alley“, „Tne Strip“, „The Glen Miller Story“, „High Society“, „Jazz Festival in New Orleans“ und „The Five Pennies“. Auf seiner letzten Platte sang A., der auf seine Weise der Sache der Farbigen in USA große Dienste erwiesen hat, die Hymne der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung „we shall overcome“.
Er war seit 1938 in dritter Ehe mit Lucile, geb. Watson, einer Tänzerin, verheitatet. Das kinderlose Ehepaar hatte seinen Wohnsitz seit 28 Jahren in Corona im Bundesstaat New York.
Am 6. Juli 1971 zwei Tage nach seinem 71. Geburtstag ist A. der sich von einer längeren Krankheit gerade wieder ein wenig erholt hatte in New York gestorben.

Literatur

2000: Laurence Bergreen: „Louis Armstrong. Ein extravagantes Leben“. Aus dem Amerikanischen. 2000.

Vermerke

Eigentliches Geburtsdatum: 04.08.1901 (Quelle: dpa vom 03.07.2000)


Meldung der katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vom 13.6.2000

Es wird nicht mehr lange dauern, bis ich da oben mit Gabriel im Duett spiele.» Es war ein fast prophetisches Wort, das Louis Armstrong an dem Tag sprach, da er sein 71. Lebensjahr vollendete. Zwei Tage später, am 6. Juli 1971, war er tot. Von Millionen in aller Welt umjubelt, von den Jazz-Fans aller Länder verehrt, bekannter als Präsidenten und Staatsmänner, starb der «Trompeter von Amerika» still und allein inmitten der tosenden Weltstadt New York. Sein einsamer Tod stellte keinen Bruch mit dem Leben des Jazzkönigs dar. Das Pompöse war Louis Armstrongs Sache nie gewesen. Sein Ziel war, wie er immer betonte, «schlicht und einfach Freude zu bereiten».
«Seine Trompete ist wie ein Tauchsieder», schrieb ein Kritiker über ihn. «Wenn er sie in die Menge hält, fängt sie sofort an zu kochen.» Wer ihn gesehen hat, wer seine rauchige Stimme gehört hat, wer den faszinierenden Showman erlebt hat, wer erschüttert war von seinen Blues-Improvisationen, die «in die Seele gingen» - der wird diesen Vergleich verstehen. Louis Armstrong war ein Phänomen des 20. Jahrhundert.
An seiner Wiege hatten keine Musen gesungen. In New Orleans, wo der König des Jazz am amerikanischen Nationalfeiertag, dem 4. Juli 1900, das Licht der Welt erblickte, hatte er nur fünf Klassen der Grundschule besucht und war dann abwechselnd Zeitungsjunge, Straßensänger, Kohlenträger, Geschirrspüler, Hafenarbeiter und Lumpensammler. Am Silvesterabend des Jahres 1912 zog der kleine Louis als Straßensänger durch New Orleans. Als die Uhr zwölf schlug, holte er einen Revolver aus der Tasche, den er daheim bei den Sachen seines Vaters gefunden hatte, und feuerte ein paar Schüsse ab. Die Polizei steckte ihn darauf hin in eine Anstalt für verwahrloste Kinder. Dort entdeckte ein Erzieher die musikalischen Anlagen des neuen Zöglings und ließ ihn in den Freistunden auf einem verbeulten, alten Bügelhorn üben. Im Handumdrehen war Louis Leiter der Anstaltsband. Dort erhielt er auch wegen seiner großen Lippen seinen Spitznamen «Satchmo» - «Satchelmouth», was so viel wie «Schultaschenmund» bedeutet.
Nach seiner Entlassung spielte er in einer der unzähligen Bands von New Orleans, die sonntags in den öffentlichen Parks Musik machten oder ihre Blues-Rhythmen bei den farbenprächtigen Trauerzügen erklingen ließen. Aus dem kleinen Kornettisten von New Orleans, der in der Kapelle des legendären Kid Ory einen Platz erhielt unter der Bedingung, dass er sich ein Paar lange Hosen anschaffte, wurde 1922 der berühmteste Trompeter von Chicago. Zehn Jahre später ging «Satchmo» zum ersten Mal auf Europa-Tournee. 1934 spielte er vor König George V. «Das nächste Stück ist für Dich, King», erklärte er mit rauchiger Stimme dem Herrscher des britischen Empires. Wo «Satchmo» die Trompete ansetzte, feierte er Triumphe. Sogar Papst Pius XII. empfing ihn in Audienz und nannte ihn bewundernd einen «großen Künstler».
Der Jazz ist im Verleihen von Titeln nicht kleinlich. Es gibt einen «Duke» (Herzog) Ellington, einen «Count» (Grafen) Basie und einen «King» (König) Oliver. Louis Armstrong wurde nie in diesen «Adelsstand» erhoben. Und dennoch - er war d e r ungekrönte König des Jazz schlechthin. «When the saints go marchin’ in» - «Blueberry Hill» - «C’est ci bon» - die Titel sind längst Legende. Uncle Satchmo auch. Das Alphabet des Jazz wird für immer mit «A wie Armstrong» beginnen.


Gruß!
Chris

Hallo Nameless,

ziemlich viel zur Biographie von Satchmo findest Du hier:

http://www.cosmopolis.ch/cosmo19/armstrong.htm

Gruss
Eve*