grade in der FAZ gesehen: …ein konkurrenzfähiges Angebot entgegen zu setzen. „Sonst wären wir in den Städten geluncht worden“, heißt es bei 1&1. …
Bin mir nicht ganz sicher: sollte das nicht eher lynchen heißen? Oder nach neuer Rechtschreibung lünchen oder so? Wird lunchen nicht als denglisch eingesetzt für „Mittag essen“? Wobei das ja auch irgendwie passt.
Hallo Uli,
da wird es sich sicherlich um einen Rechtschreibfehler handeln, es sei denn 1&1 hat Angst zum Lunch verspeist zu werden.
Lynchen wird meines Wissens auch nach der Rechtschreibreform noch mit „y“ geschrieben. (Wahrscheinlich haben sie das Wort übersehen, wäre sicher das Größte für die, ein solches „y“ zu lünchen.)
Etwas zur Lynchjustiz.
Da es sich um einen Eigennamen handelt, wird es wohl bei „y“ bleiben.
Lynchjustiz (engl. lynching, spr. lintsching), die unmittelbar an die Tat sich anschließende, außergesetzliche Bestrafung des Verbrechers durch das Volk (Aufknüpfen an dem nächsten Baum, Hineinwerfen in das angelegte Feuer etc.), findet sich dort, wo die Staatsgewalt noch nicht genügend erstarkt ist, und insbes., wo verschiedene Volksrassen noch unvermischt nebeneinander leben; daher gegenwärtig vor allem in den amerikanischen Südstaaten noch gebräuchlich. Die Art und Weise, wie dort heute die L. geübt wird, fordert die energische Verurteilung aller Gebildeten heraus. Man kann sich unmöglich des Eindrucks entwehren, daß bei den entsetzlichen Scheußlichkeiten und greulichen Martern, die sogar durch weibliche Zuschauer des Lynchings an den unglücklichen Opfern begangen wurden, es sich meist nur um Äußerungen eines elementaren Rassenhasses handelt. Vielleicht gelingt es dem freidenkenden u. unerschrockenen Präsidenten Roosevelt, auch auf diesem Gebiete Wandel zu schaffen, und zwar dadurch, daß er eine Aufhebung der Kuklux-Clan (s. d.), einer bald nach der Freilassung der Neger gegründeten politischen Geheimverbindung der Weißen zur Niederdrückung der Schwarzen, durchführt, und ebenso alle Ausnahmegesetze gegen die Schwarzen, wie das Convict Lease-System, die Jinilrow Car-Gesetze, die Ausnahmebestimmungen im Wahlrecht etc., soweit seine Macht reicht, verschwinden läßt. Das Lynchen soll nach Hardimans »Geschichte von Galway« (1820) seinen Namen einem Bürgermeister von Galway in Irland verdanken, der 1495 seinen Sohn, der einen Mord begangen hatte, mit eigner Hand henkte, da das Volk für den Verurteilten war und der Henker sich weigerte, seines Amtes zu walten. Nach andern soll der Name L. 1792 in Lynchburg (s. d.) entstanden sein, nach dritten aber von einem gewissen John Lynch herstammen, der gegen das Ende des 16. Jahrh., als die regelmäßige Anwendung der Gesetze keinen genügenden Schutz gegen die Verwüstungen gewährte, die flüchtige Sklaven und Verbrecher in Nordcarolina verübten, von den Bewohnern mit unumschränkter Macht als Gesetzgeber und Richter bekleidet wurde. In der Literatur taucht das Wort L. im J. 1818 auf. Vgl. Cutler, Lynch law. Investigations into history of lynching in United States (Lond. 1905).
[Lexikon: Lynchjustiz. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), S. 121384 (vgl. Meyer Bd. 12, S. 901 ff.)]