Hi,
Hallo,
danke schon mal für die ausführliche Antwort.
mir scheint es eher so, dass Du Pornos sehen willst und nun
das anhand von Gewaltfilmen gerade begründen magst. Oder was
wäre Dir eingefallen, gäbe es keine Gewaltfilme?
Ich persönlich würde gern gute Pornofilme im Nachtprogram
sehen.
Weshalb, zu welchem Zweck? Bildung? Oder als Wichshilfe?
Welches Argument spricht dagegen?
Das versuchte ich zu erklären: Abstumpfung.
Das Argument, dass
Kinder, die zuschauen abgestumpft werden und es nachmachen.
Kinder und Pornos? Vielleicht bin ich ja zu konservativ, doch das finde ich „krank“. Nichts dagegen, wenn Kinder mitbekommmen, dass Eltern sich lieben und Sex haben. Das ist sicherlich auch gut für die eigene Entwicklung. Doch ich kenne keinen Pornofilm, derer ich eh kaum kenne, die sowas auf eine gute Weise zeigen würden. Außerdem was weißt Du davon, wie sich ein Porno auf ein Kind auswirkt? Manche Kinder wurden traumatisiert nachdem sie ihre Eltern beim Sex mal erlebt hatten. Mir sagte ein Mann Mitte 20 mal, er sei als Kind aufgewacht und zum elterlichen Schlafzimmer gelaufen, habe durch das Schlüsselloch geguckt und gesehen wie der Vater auf der Mutter lag. Sie schrie und er dachte, der Vater täte der Mutter weh. Daraufhin hatte er wohl in seiner kindlichen Weise beschlossen einer Frau nie weh zu tun. Als dann die Pubertät kam und andere mit den ersten Erfahrungen begannen, konnte er nicht, weil das Bild in seinem Kopf war, dass Mann Frau Schmerzen zufügen müsse beim Sex. Als er dann Mitte 20 war, dachte er dann wohl langsam, dass es schon zu spät sei als „Einsteiger“. Und das alles wegen so einer Bagatelle. Mag sein, dass da mehr noch abgelaufen war, doch so für Erwachsene scheinbare Nichtigkeiten können auf Kinder ganz andere und dazu fatale Auswirkungen haben. Also, Kinder sollten garantiert keine Horror- oder Pornofilme sehen.
Ich persönlich sehe auch gerne gute Horrorfilme. Genau
dasselbe Argument spricht jedoch dagegen.
Und was gibt Dir das?
Was gibt Dir denn sonst noch was im Leben?
Deswegen unterscheide ich zwischen meinem Wunsch (aus der
Sicht eines abgestumpften Erwachsenens) und dem meines Kindes.
Nunja, nur wie soll das gefiltert werden. Jedes Kind kann einen Fernseher einschalten, sobald es an den Knopf reicht. Es gibt kaum „Kindersicherungen“ für Pornos oder Gewaltfilme.
Gleichwohl Du einerseits behauptest gegen Pornos der Kinder
willen zu sein, so forderst Du dennoch die Freigabe von
Pornos. Wie geht das denn zusammen?
Ich bin ein Amateur auf dem Gebiet der Tiefenpsychologie etc.
Mein Verständnis ist jedoch derzeit so, dass wenn Gewaltfilme
erlaubt sind, sprechen die Argumente die für die Freigabe
dieser Filme sind wohl auch gleichzeitig für die Freigabe von
Pornofilmen.
Dh. weil Bier legal ist und in Bayern ein Grundnahrungsmittel, muss auch Haschisch und Heroin legalisiert werden? Nix gegen Drogen jeglicher Art, solange sie als Genußmittel genutzt werden und nicht zum Suchtmittel werden. Doch genau damit können nur wenige Menschen wirklich gut umgehen. Eine Scheiße wird nicht besser in dem man auch eine andere erlaubt.
Mag ja sein, dass der Mensch Anregungen braucht. Nicht umsonst
gibt es seit Jahren so erfolgreich Zeitschriften wie den
Playboy, dank Hugh Hefner. Und heute reicht halt eben das
reine Bild nicht mehr, es ist Action angesagt.
Eigentlich reicht bei mir immer noch das Bild bzw. die
Vorstellung. Pornos sind nur gut, wenn ich mal dafür zu müde
bin und meine Energie nur auf eine Sache konzentrieren kann.
Naja, wie oft bist Du denn zu müde? Und was spricht dann dagegen einfach schlafen zu gehen? Oder soll das heißen, Du bist zwar zu müde sexuelle Phantasien ablaufen zu lassen, aber einen Orgasmus willst Du dennoch noch haben? Finde ich eigenartig.
Und das sehe ich auch mit kritischem Auge. Als ich Kind war,
kamen Filme spät abends, die heute tels schon im
Nachmittagsprogramm ausgestrahlt werden bzw. spätestens ab
20:15 Uhr laufen.
Indes in den alten Filmen (und so lange gibt es nun auch
wieder nicht Fernsehen)teils Küsse nur angedeutet werden,
werden jetzt teils Frauen im Nachtprogramm gezeigt die sich
selbst befriedigen. Das mag zwar mit einer gewissen Offenheit,
Freiheit nebst Geldgeilheit einhergehen, doch ich denke auch,
dass der Mensch ansich immer mehr „Thrill“ braucht, weil er
selbst leider immer mehr abstumpft.
Die Autoren, die auf visuelle Effekte setzen, sind billiger,
weil einfaltsloser.
Was hat das damit zu tun was ich geschrieben habe? Nichts. Außerdem muss es ja niemand anschauen? Doch gerade die Effekthascherei ist doch das was die Leute anzieht. Leider. Mit Minimalismus könnte ich auch nicht gerade leben, doch die Dinge des Lebens so künstlich zu übersteigern, weil man sich und sein Leben gar nicht mehr richtig spüren kann, finde ich den falschen Weg.
Wie wäre es mal back to the roots zu gehen, und Dich und Deine
Sexualität wieder mehr spüren zu lernen?
Ohhhh jaaaa, aber gehört das noch zum Thema? 
Doch, genau darum geht es. Ich denke, würden Menschen sich mehr spüren, dann wäre das am Anfang gar nicht erfreulich bei vielen Leuten, da einiges an Streß und Frust ihnen bewußt werden würde. Doch wenn dieser mal begonnen werden würde vermehrt abzubauen, und auch darunter wieder echte Lebendigkeit zum Vorschein kommt und man das Leben und sich wieder besser genießen kann, dann wäre man wohl vielleicht gar nicht mehr so geil auf Pornos, weil man selbst sein bester Regisseur ist. Das soll nicht heißen, dass ich generell gegen Pornos bin. Jeder wie er lustig ist. Doch ich sehe halt die Gefahr, dass wenn Pornos ausgestrahlt werden und das würde dann ja wohl auch regelmäßiger sein und nicht nur zu bestimmten Events, dass dann eben die abgestumpfte Autoerotik Einzug hält. Der Mensch zunehmend mit sich allein.
Zumindest mutmaße ich mal, dass wer Pornos fordert bzw.
„braucht“ selbst zu wenig Phantasie hat, sein eigenes Kopfkino
nicht mehr ankurbeln kann. Als Ein- bzw. Umstieg wäre doch mal
statt Film ein Buch ganz gut, oder?
Nein, es geht nicht um zuwenig Phantasie, sondern „Energie“.
Gähn…
Wie gesagt, dann geh schlafen und erfreue Dich einer Morgenlatte. Oder arbeite dran, dass Du abends noch genug Energie hast, Dir ohne Hilfsmittel onanieren zu können. Ist das nicht alles sehr bequem, reduziert auf’s Nötigste? Man holt sich von außen die Reize, weil man selbst scheinbar nicht mehr viel Eigenes einbringen kann?
Desweiteren mutmaße ich, dass sich das Empfinden, die
Intensität beim Spüren reduziert hat. Pornos sind wohl zur
reinen Triebbefriedigung angedacht, wogegen ja nichts
einzuwenden wäre, doch bleiben andere Gefühle wie die der
Zuneigung außen vor, dann glaube ich, dass das Spektrum an
Gefühlsmöglichkeiten doch nur sehr eingeschränkt erlebt wird.
Das mag dann vielleicht auch unbefriedigend sein und man
gelüstet immer nach neuen Kicks, die einen hochbringen sollen.
Vielleicht mag das bei Männern im Allgemeinen noch ein Stück
anders sein, doch wieviele Männer erleben Onanie intensiver
und befriedigender als den Sex mit einem Partner oder einer
Partnerin?
Gefühle der Zuneigung und gar Liebe zu erleben mag ohne
Partner/-in nicht möglich sein oder wenigstens nicht möglich
scheinen, doch wie sehr ist man(n) geneigt Autoerotik zu
praktizieren als denn sich aufzumachen um ein Du zu finden,
dass einen nicht nur körperlich ergänzt?
Ich für meinen Teil erlebe halt die Welt so, als würden
einerseits Menschen zunehmend Sex von sonstigen Gefühlen
etwaiger Zuneigung abspalten bzw. als würden sich Gefühle mehr
und mehr reduzieren. Da ist teils die Rede vom Streß, dass man
nicht den richtigen Partner hat, dass man die Schnauze voll
von Männern oder Frauen hat… ich erlebe vermehrt innere
Rückzüge, doch nur wenige Menschen die sich bemühen, aktiv an
dieser ihrer Situation etwas zu verändern. Scheinbar wächst
die Zahl der Kopfficker in jeder Hinsicht an.
Die normale Arbeit und er folgende Belohnungskonsum macht uns
sooo müde. Da bleibt keine Muse für die Suse.
Klingt das nicht gar etwas auch müde vom Leben? Sich nur noch berieseln zu lassen, damit man z.B. etwas Druck, sexuellen Druck, abbauen kann? Was kommt denn noch aktiv von solchen Menschen selbst? Was ist bitte Belohnungskonsum? Und wie wäre es, statt sich mit z.B. materiellen Dingen zu belohnen, sich mal wieder körperlich zu verwöhnen oder verwöhnen zu lassen. Ups, dazu bedarf es ja Phantasie und dazu ist man dann zu müde. Und am Ende wäre es mit Partner/-in vielleicht noch besser, aber dazu müsste man sich ja aufraffen und vielleicht jemanden suchen / finden. Mag ja sein, dass es nicht immer die Zeit für Partnerschaft ist. Doch Sex mit Wichsvorlage finde ich hochgradig frustrierden. Aber ich bin ja auch kein Mann nicht.
Wer zwingt Dich beispielsweise einen Gewaltfilm anzusehen?
Angebot und Nachfrage stehen in Abhängigkeit. Du hast doch
wohl am Fernseher einen Um- bzw. gar Ausschaltknopf?
Wie oben geschrieben. Ich mag Horror- und Gewaltfilme. Je
schrecklicher umso besser. Buh!
Und was gibt Dir so ein Film? Ist Dein Leben noch nicht gruselig genug? Wenn Du z.B. ohne Pornos es schlecht schaffst oder vielleicht gar nicht mehr schaffst Dich sexuell zu befriedigen? DAS fände ich Grusel genug.
Was
spricht dagegen mit einer etwaigen Partnerin mal wieder Sex zu
haben oder sich auf die Pirsch zu begeben und ein Du für sein
Leben zu finden, und selbst wenn es „nur“ eine
Lebensabschnittspartnerin ist?
Ich probiere sogar beides ab und zu gleichzeitig. (Derzeit
mache ich aber etwas Pause).
Da wird scheinbar versucht es sich möglichst einfach zu machen
und den Konflikten aus dem Weg zu gehen, doch ob das
letztendlich die gewünschte Befriedigung bringt, da habe ich
meine großen Zweifel.
Primär geht es mir wirklich darum zu erfahren, ob es fundierte
„neue“ gute Gründe gibt, die gegen eine Gleichbehandlung von
Lustfilmen und Gewaltfilmen sprechen.
Wie gesagt, eine Scheiße wird nicht besser dadurch dass man eine andere erlaubt. Und es gibt genug Scheiße im Fernsehen und ich kann mich leider nicht ausnehmen mir auch schon zuviel angesehen zu haben, wodurch ich mich von mir und meinem Leben nur abgelenkt habe, was mir jedoch nicht wirklich was gegeben hat. Doch ich gucke zunehmend weniger fern und bleibe mehr bei mir in der Realität.
Persönlich gehe ich derzeit davon aus, dass beide Formate
schädlich sind für Kinder und Jugendliche und würde ein Verbot
im Fernsehen begrüssen.
Und wie passt das dann zusammen mit Deinem Wunsch selbst Gruselfilme gerne zu sehen oder dass Du Pornos begrüßen würdest? Wenn derartige Filme im Fernsehen verboten werden würden, dann ja nicht nur für Kinder, sondern auch Erwachsene oder Menschen die sich dafür halten, würden derartige Filme auch nicht mehr sehen. Klar, es werden solche Filme angeboten sich anzusehen. Doch Menschen die sich reintun, was ihnen vorgesetzt wird, gleich ob es ihnen guttut oder nicht, was soll man da schon groß sagen. Es ist an jedem selbst die Verantwortung für sein Leben zu tragen.
Wenn mir persönlich solche Filme auch sogut wie nichts geben, kenne auch kaum welche, in beide Richtungen, so bin ich nicht für ein generelles Verbot. Es ist halt wie mit allem im Leben: die richtige Dosis macht es aus. Und ich denke genau, dass eben die meisten Menschen nicht richtig dosieren können.
Also, doch back to the roots und sich selbst wieder mehr wahrnehmen und spüren zu lernen. 
Ciao,
Romana
Eencockniedo