Luxusunternehmungen für Kinder

Hallo,

angeregt durch die Geburtstagsdiskussion weiter unten, die ich mit Interesse und einem gewissen Grummeln in Bauch verfolgt habe, nun mal eine Frage an Euch:

Wie viel „Luxus“ müssen wir Eltern denn den Kindern bieten ???

Vorbemerkung: Meine Kinder sind jetzt 8 J., 6 J. und 3 Jahre alt. Besonders die „großen“ Kinder haben noch nicht so viele Unternehmungen erlebt wie viele Gleichaltrige, weil ja doch immer ein Baby dabei war (ja, ich weiß, man kann auch mit Baby in den Freizeitpark und auf der Parkbank stillen, aber ich habe mich in den Babyzeiten eben mehr auf kleinere Ausflüge beschränkt). So als Orientierung: Wir gehen jedes Jahr mindestens einmal in einen großen Zoo, oft zwischendurch in einen Minitierpark (Seen, viel freilebendes, einheimisches Getier), natürlich ab und zu in diverse Kindervorstellungen hier am Ort (Marionettentheater, Kinderkino usw.), in Kinderführungen im Museum usw., aber nichts spektakuläres. Wir leben auf dem Land, also sind die Kinder einfach auch viel „draußen“.

Wenn ich aber höre, was Klassenkameraden meiner Töchter scheinbar schon vor Jaaaaaahren so erlebt haben, frage ich mich, was kommt eigentlich danach:

  • Musicals haben sehr viele schon besucht
  • die großen Freizeitparks sind kalter Kaffee
  • als Legoland Deutschland, bzw. das Ravensburger Spieleland hier eröffnet haben, fuhren sehr viele Familien gleich mal hin (wir waren letztes Jahr auch im Legoland, weil wir in DK im Urlaub waren)
  • kleinere Zirkusse (korrekter Plural ?) locken keinen mehr von der Couch, es muss mindestens der Chinesische Staatszirkus sein
  • das wirklich nett renovierte Hallenbad in der Kreisstadt interessiert keinen, man muss mindestens ins 40 km entfernte Spaßbad fahren
  • Kindergeburtstage sind natürlich auch toll, toller, am tollsten… und die Geschenke erst *Augenreibt* !

Bitte versteht mich nicht falsch, wir könnten finanziell zwar „mithalten“, aber ich sehe es einfach nicht ein. Die Ansprüche der Kinder steigen doch kontinuierlich, und sie freuen sich an nichts mehr so wirklich. NOCH freuen meine Kinder sich über JEDEN Schwimmbadbesuch, NOCH gehen sie auch gerne in den „kleineren“ Freizeitpark mit nur 'ner kleinen Achterbahn, aber wie lange noch ? Es ist jetzt schon so, dass unsere älteste Tochter nach jedem Geburtstag und jedem Weihnachtsfest beim Geschenke auspacken sagt „Nadine hat das auch !“ (genau, Nadine bekommt ALLES, was käuflich ist, bevor sie überhaupt den Wunsch äußert *nerv* - ich kann es nicht mehr hören)!

Andererseits möchte ich ja nicht, dass meine Kinder zu denen zählen, die bedauert werden, weil sie nicht mitreden können (oder, was mir mal passiert ist, dass eine „mitleidende“ Mutter meiner Tochter irgend einen Schrott kaufen wollte, weil ich es ablehnte und sie dachte, wir könnten uns das nicht leisten, da drei Kinder…). Immer nur zurückstecken sollen sie nicht, aber doch bitte im Rahmen bleiben, oder ?

Und wo ist der Rahmen ?

Fragt etwas konfus

Sylvia *gespannt*

Hallo Sylvia,

wenn du deinen Kindern vermittelst was wirklich wichtig im Leben ist und sie genug Wärme, Liebe und Geborgenheit bekommen und auch ansonsten nicht *arm dran* sind, dann reicht das an Luxus.

Ich habe bei meinem Sohn, der mittlerweile schon 18 ist, nie mithalten wollen, es gab das was ich konnte oder für angemessen gehalten habe und nicht das was die *anderen* bekommen haben. Er hat trotzdem nie darunter gelitten, ganz im Gegenteil.

Wir vermitteln den Kindern bestimmte Werte im Leben. Wenn dir wichtig ist dass du genau so dickes Auto hast wie deine Nachbarn, dann muss es auch genau so großes Geschenk sein für die Tochter, wie das des Nachbarstochter.

Also, du machst das schon richtig, und wenn deine Kindern das jetzt nicht verstehen (->Nadine), würden sie es später, schließlich leiden sie kein Mangel.

Gruß,
Maja

der Luxus für Kinder ist unsere Zeit
Hallo Sylvia,

das Problem unserer Kinder heute ist, dass sie mit weitaus mehr Materiellem konfrontiert werden, als sie in Wirklichkeit brauchen. Mir fällt das besonders dann auf, wenn ich mich mit Leuten in meinem Umfeld über Urlaub unterhalte: da fliegen manche sehr weit weg, im Gegensatz zu anderen, die ihre Zeit Daheim verbringen. Und letztlich haben die jeweiligen Kinder das Gleiche gemacht: sie waren baden, und haben im Sand eine Burg gebaut - nur die Orte unterscheiden sich und die Urlaubsreise ist oft zu lang und zu anstrengend.
Auf der anderen Seite möchte ich zu bedenken geben, dass Kinder im Ausland wertvolle Erfahrungen außer mit Wasser und Sand machen.

Wie viel „Luxus“ müssen wir Eltern denn den Kindern bieten???

Es kommt immer auf das Maß an, das man herausfinden muss, wenn man seine Kinder auf das Erwachsensein vorbereitet.
Es fängt Bauchweh an, wenn kind zuviel leckere Schokolade ißt, und hört mit der Phantasielosigkeit und Langweile auf, weil zuviel Besitz den Kindern das Wünschen nimmt.

Andererseits möchte ich ja nicht, dass meine Kinder zu denen
zählen, die bedauert werden, weil sie nicht mitreden können
(oder, was mir mal passiert ist, dass eine „mitleidende“
Mutter meiner Tochter irgend einen Schrott kaufen wollte, weil
ich es ablehnte und sie dachte, wir könnten uns das nicht
leisten, da drei Kinder…). Immer nur zurückstecken sollen
sie nicht, aber doch bitte im Rahmen bleiben, oder ?

Mit einem „wieso hast du das nicht“ wird, so glaube ich, fast jedes Kind konfrontiert. Es ist nur eigenartig wie wenig gelassen wir Eltern darauf reagieren. Ist es die Angst, dass wir eines unserer Statussymbole, nämlich Nachkomme, offensichtlich vernachlässigen? Bitte nicht mißverstehen, das frage ich jetzt eher mich selbst und allgemein, weil auch ich immer wieder verunsichert bin, wenn meine Mädels von dem einem oder anderen „in“-Objekt erzählen.
Kinder kämen untereinander mit ungleichen Wohlstand ohne uns Eltern besser zurecht - das befürchte ich. Besitzstand ist ein sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, wovon Kinder ebenfalls berührt werden.

Und wo ist der Rahmen ?

Der Rahmen umfaßt die Ideale der jeweiligen Familie. Luxus kann auch ein Ausdruck von Lebenslust sein, und zuviel Sparsamkeit kann ein Ausdruck von Macht und Unterdrückung sein, was Eltern manchmal gerne anwenden.
Damit will ich sagen, dass Kinder ein ausgeprägteren Realitätssinn haben, als wir Eltern wahr haben wollen. Sie hassen es, wenn sie eine teure Rennbahn geschenkt bekommen, nur damit sie schön lange alleine spielen. Und sie akzeptieren es, wenn es nach einem ausgaben-intensiven Tag nur noch ein kleines Eis gibt, und nicht auch den Bienemajabecher, der eh keinen Platz mehr in dem vollen Bauch hat.
Egal wie wenig oder wie viel wir unseren Kinder kaufen, Familienzugehörigkeit wie auch immer gestaltet ist unersetzlich und nicht delegierbar. Da ist es vollkommen egal, wie sehr das Bankkonto dafür bemüht wird.

viele Grüße
grilla

Hallo Sylvia!

Als ich ein Kind war, haben meine Eltern noch nicht so viel verdient. Trotzdem konnten sie mir Sachen bieten, die andere Kinder einfach nicht hatten. Nie werde ich unsere Urlaube auf einer Almhütte vergessen (um ein paar Hundert Schilling die Nacht für uns 5), wo wir jeden Tag im Wildbach baden, von Felsen in tiefe Tümpel springen, Berge erklimmen, Kühe streicheln, am kleinen Bach Frösche fangen und „Froschhäuser“ bauen konnten. Oder die unzähligen Bergtouren, Gipfelklettereien, Ruinenbesichtigungen,…
Meine Eltern waren immer gut darin, um wenig Geld Dinge zu bieten, von denen all die anderen Kids nur träumen konnten.
So bin ich beneidet worden, auch wenn ich noch auf der mechanischen Schreibmaschine geschrieben hab, während alle anderen schon einen Computer hatten, und von Markenklamotten oft nur träumen konnte.

LiGrü
Igel

Hallo Silvia,

das alles hätte auch ich vor ein paar Jahren schreiben können (und bin auch jetzt noch nicht viel weiter). ging schon ins Kino mit einer Meute 6jähriger, da gabs bei uns zuhause noch selbstgemachtes Kasperletheater. Ein paar Jahre später gingen alle ins Spaßbad, wir ins Freibad um die Ecke. Als wir so weit waren mit dem Spaßbad, reichte den anderen das nicht mehr, und man fuhr bzw. fährt erst mal eine Autostunde, um ein Spaßbad zu erreichen. Meine Kinder wurden schon ins Variete und ins Musical eingeladen. Da hörts bei mir auf. Bekannte haben sich für den Nachmittag ein Pony geliehen und im Garten damit Reitrunden veranstaltet. Woanders kam ein Zauberkünstler. Meine Schwester geht mit ihrer Tochter (8) und deren Freundinnen in so ein Indoor-Spaß-Dingsbums mit lauter bunten Kugeln und Kletter- und Rutschgeräten und danach zu McD. Dann muß sie danach zuhause nix aufräumen.

Und die Geschenke-Frage kenne ich auch. Bei uns hatte immer Florian schon alles. Bekam mein Sohn, damals Playmobil- und Lego-Fan, EIN schönes Teil, bekam Florian den Zirkus UND die Ritterburg. Für jeden tapfer überstandenen Zahnarztbesuch gab es bei Dominik ein Legoteil, für das sich bei uns zu Weihnachten Opa, Oma und Tante zusammentaten. Als die Computer angeschafft wurden, wurde es noch schlimmer. Unserer bekam mit seiner SChwester zusammen den alten vom Papa. Da war er 10 und sie 8, und ich fand das viel zu früh, habe aber nachgegeben. Florian, damals 9, bekam prompt zwei Monate später einen ganz neuen, der natürlich sehr viel mehr konnte. Und nicht ein Spiel dazu wie unsere armen Kinder, sondern gleich ein halbes Dutzend. Und einen Farbdrucker. Und teilen mußte er ihn mit seinem Bruder auch nicht, der hatte schon mit fünf Jahren einen eigenen. Das muntere Wettrüsten ging dann über Jahre. Bekam mein Sohn irgendein Bastelteil, mit dem er an seinem Rechner irgendwas erweitern konnte, hat Florian inzwischen den dritten Rechner und drei laufende Meter Spiele. Mein Sohn hat sich da jetzt ausgeklinkt, er spielt kaum noch, sondern programmiert und verbessert seine Homepage. Das ist jetzt nicht so Florians Ding. Zum letzten Geburtstag bekam Florian übrigens eine Digitalkamera.
Die meisten Freundinnen meiner Tochter haben eigenes Fernsehen und Händi. Beim Händi habe ich jetzt aufgegeben, und sie bekommt es zum Geburtstag. Aber die lfd. Kosten muß sie selbst finanzieren (das machen bei ihrer besten Freundin die Eltern).

Ich fürchte, ich kann Dir nicht helfen, ich kriege den gleichen Hals wie Du…

Aia

Hallo Sylvia,

ich erlebe das „kindliche Luxusdenken“ tagtäglich, vor allem bei meiner Grossen, die nun 14 Jahre alt ist.
Gerade in diesem Alter solls ja, wenns nach den Kindern ginge, nur der Pulli von soundso sein und selbst die Unterwäsche nicht „namenlos“.
Ich versuche da einen Mittelweg zu finden. Also ab und an gibt es eins von den „guten“ Stücken, aber der Rest ist zwar modisch, aber keine teure Marke.
Wenn´s ihr nicht reicht, dann muss sie sich die Sachen selbst kaufen, da allerdings rede ich ihr auch nicht rein. Sie geht dafür z.B. bei ihrem Vater in den Ferien arbeiten. Das ist imho eine gute Lösung, da schomal vorbereitend auf das „richtige Leben“.
Ich kenne natürlich auch die Sprüche über die Klassenkameradinnen: " Die S. fährt jede Woche einmal mit ihrer Mutter shoppen. Die M. fliegt im Urlaub in die Karibik…"
Letztendlich ist es meist nicht wirklich so luxuriös, wie es klingt. Die S. fährt nicht wirklich einmal in der Woche shoppen und wenn, dann kriegt sie vielleicht ein 5,-€ T-Shirt. Warum wohl würde sie sich sonst ständig Klamotten von meiner Tochter leihen? :smile:
Na und die M. fliegt in die Dom.Rep. Billighotel.
In den Augen meiner Tochter ist das allerdings viiieeel toller, als das, was sie zu Hause bekommt. Ab und an biete ich ihr an, das selbe haben zu können, also jede Woche ein solches T-shirt und einen all-inclusive Urlaub an der Costa del assozial. Was sie dann immer dankend ablehnt:smile:
Mit Unternehmungen bin ich auch eher sparsam. Baden gehen, klar. Manchmal darfs aber auch das Planschbecken im Garten sein. Ab und an sitzen sie da zu viert drin und haben einen Riesen Spass. Es muss nicht Riesenspassbad oder Luxus Freizeitpark sein, ab und an kann es das, ok. Ich hab nur festgestellt, dass ein Spieleabend z.B. den Kindern mindestens genauso viel Freude macht.
Ansonsten müssen sie sich zwischendurch auch mal mit sich alleine beschäftigen. Also malen, spielen, lesen ( ich spreche nicht von TV und Compi, was zwischendrin auch mal erlaubt ist ).
Ich glaube, Luxus wohl dosiert schadet nicht. Wir gönnen uns auch ab und an. Dauerhaft macht er aber die Kinder zu künftigen unzufriedenen und verschuldeten Menschen.

Liebe Grüsse
Tanja

Hi,

ich erlebe das „kindliche Luxusdenken“ tagtäglich, vor allem
bei meiner Grossen, die nun 14 Jahre alt ist.
Gerade in diesem Alter solls ja, wenns nach den Kindern ginge,
nur der Pulli von soundso sein und selbst die Unterwäsche
nicht „namenlos“.

das habe ich erst letztlich bei meiner kleinen Schwester erlebt, und die ist erst 10! Im Schwimmbad: „Guck mal Papa, das Mädchen dahinten hat auch ein T-Shirt von Tommy Hilfiger, siehst Du, aber meines ist viel schöner“ - ätzend!
Naja, sie bekommt so was eher von ihrer Mutter gekauft, aber ich bin auch der Meinung, dass man es mit den Markenklamotten nicht übertreiben sollte (aus eigener Erfahrung sind die auch nicht unbedingt qualitativ besser als No-Name-Sachen…).

Ich versuche da einen Mittelweg zu finden. Also ab und an gibt
es eins von den „guten“ Stücken, aber der Rest ist zwar
modisch, aber keine teure Marke.
Wenn´s ihr nicht reicht, dann muss sie sich die Sachen selbst
kaufen, da allerdings rede ich ihr auch nicht rein. Sie geht
dafür z.B. bei ihrem Vater in den Ferien arbeiten. Das ist
imho eine gute Lösung, da schomal vorbereitend auf das
„richtige Leben“.

Finde ich auch völlig in Ordnung - meine erste Levis 501 habe ich mir damals mit 16 gekauft, als ich meinen ersten Nebenjob hatte! Was war ich stolz - nur um mit der Zeit festzustellen, dass ich Jeans eigentlich ziemlich unbequem finde! :smile:

Letztendlich ist es meist nicht wirklich so luxuriös, wie es
klingt.

Richtig, bei uns hat es auch meistens der Camping-Strandurlaub in Holland oder Frankreich getan - gutes Wetter hatten wir da auch… Aber das hört sich natürlich nicht so toll an, wenn man in der Schule davon erzählen soll! :wink:

Mit Unternehmungen bin ich auch eher sparsam. Baden gehen,
klar. Manchmal darfs aber auch das Planschbecken im Garten
sein. Ab und an sitzen sie da zu viert drin und haben einen
Riesen Spass. Es muss nicht Riesenspassbad oder Luxus
Freizeitpark sein, ab und an kann es das, ok. Ich hab nur
festgestellt, dass ein Spieleabend z.B. den Kindern mindestens
genauso viel Freude macht.

Das hat bei uns zu Hause auch immer so funktioniert, zumindest bei Muttern. Mit meinem Vater habe ich mich ja mal in die Wolle bekommen, als er uns mal wieder ein Wochenende zu sich nahm (bin ein Trennungskind), zig Sachen mit uns unternahm (Phantasialand, Kino, Schwimmbad…) und am Ende zu uns sagte: „Mensch, habt ihr mich wieder viel Geld gekostet.“ - Dabei hatten wir gar nicht darum gebeten, im Gegenteil, wir waren eher ein bißchen überfordert!
Das hat sich dann aber auch gegeben, als er es sich einfach nicht mehr leisten konnte! *g*

Ich glaube, Luxus wohl dosiert schadet nicht. Wir gönnen uns
auch ab und an. Dauerhaft macht er aber die Kinder zu
künftigen unzufriedenen und verschuldeten Menschen.

Seh ich auch so, bei meiner Schwester und mir hat es auch funktioniert, bei der Kleinen muss man erstmal abwarten.

Ich kann mir aber auch nur am Rande vorstellen, wie anstrengend es sein muss, wenn man Kinder hat, die ständig mit dem Spruch nach Hause kommen: „Die xy hat aber schon wieder ein neues blabla“, „der soundso war mit seinen Eltern schon wieder in wasweißich.“

Das absolute Negativbeispiel für mich war mal eine Mutter, die zu mir sagte: „Wieso soll ich meinem Sohn nicht kaufen, was er haben will? Solange ich es mir leisten kann?!“ Erwähnter Sohn ist daran gewöhnt, Dinge zu bekommen, um ihn ruhig zu stellen (wenn er zu laut ist und leise sein soll, wird ihm als Belohnung irgendwas Neues versprochen etc.).
Und wenn er mal Abi hat, bekommt er den Führerschein und das Auto dazu…

Ja, hätte ich damals auch gerne geschenkt bekommen, aber im Rückblick bin ich froh, dass ich mir beides selbst verdient habe (vor allem heimlich - der Blick von meiner Mutter, als ich sie in ein geliehenes Auto setzte, durch die Gegend kutschierte und ihr den nagelneuen Lappen präsentierte machte alles Arbeiten wieder wett *g*)!

Cess

Hallo Aia,

mit anderen Worten: wir (du und ich und die anderen ‚Normalen‘) schaffen es nicht. Es gibt immer noch jemand, der besser, weiter, groesser, laenger…

Mein Mann hat gerade das ‚ultimative‘ in Arztbelohnung erlebt. Nur so als Scherz nebenher, damit du weisst, was noch auf dich zukommen kann. Er arbeitet in Krankenhaeusern mit MRIs und Catscanners usw. Manchmal ist er auch bei Untersuchungen dabei. Wichtig bei diesen Sachen, wie du sicher weisst, ist Ganz-ruhig-liegen-bleiben. Am letzten Samstag war er bei der Untersuchung eines 8-jaehrigen Jungen dabei. Der nicht ruhig liegen bleiben wollte. Mama redet (auf arabisch) ein. Und immer mehr. Kurze Rueckfrage. Mutter zoegert, dann nickt sie. Nickt betont nochmal. Dann grinste der Junge und legte sich fuer die naechsten 20 Minuten tatsaechlich stocksteif hin. Mein Mann kann nicht so gut arabisch, also fragte er den Assistenten, ob der verstanden haette. Er hatte: die Mama hatte dem Jungen Versprechungen gemacht. Als sie bei einem eigenen Porsche (das RICHTIGE AUTO *kreisch*) angekommen war, fragte der Spross nach eigenem Chauffeur (isja logisch, was soll er sonst mit dem Dings) und als der versprochen war, liess er sich untersuchen. So geht’s also bei Scheichens…

Aber, um wieder ernst zu werden. Ich glaube, es ist wirklich ein Problem, das nicht wegzukriegen ist. Egal, wo man steht. Als wir in Zimbabwe lebten, zaehlten wir national gesehen, zu den Reichen. Wir hatten vieles, was sich normale Zimbabwer nie traeumen duerfen. Unsere Kinder waren insgesamt in ihrer Schule (eine Hinduschule nebenbei, also weniger Europaer, auch weniger SChwarzafrikaner) in der oberen Mittelklasse. Wir hatten vieles, was andere nicht hatten (dabei aber oft Sachen die von den Grosseltern aus Deutschland geschickt wurden - ein Bsp: Scout-Ranzen, die anderen hatten braune, langweilige Schultaschen). Waren wir aber mit anderen westlichen Auslaendern zusammen, waren wir am unteren Ende der Skala, weil wir in Zimbabwe angestellt waren und nicht von einem europaeischen Mutterhaus versendet waren (um ganz deutlich zu sein: wir bekamen ein gutes Gehalt in Zimbabwe Dollar, die anderen bekamen ein sehr gutes Gehalt in DM oder amer. Dollar und das war dann in Zimbabwe phantastisch). Meinst du, unsere Kinder haetten sich mit den weniger Begueterten verglichen? Natuerlich nicht. Da wurde auch nur gesagt: aber Jamie hat und Achim hat undsoweiter.

Aber da gilt wirklich bloss: seinen eigenen Weg finden - was man mit seinen eigenen Werten vereinbaren kann. Dabei immer auf die Kinder hoeren und mit ihnen im Dialog bleiben. Um auf die Schultaschen zurueckzukommen: ich fand die Scoutranzen toll. Aber gerade hier wollten meine Kinder gar nicht so herausstechen, sie wollten lieber die braunen, haesslichen ‚wie alle anderen‘. Es ging um das Gleichheitsgefuehlt. Da heisst es auspendeln, wo man auf den eigenen Werten beharrt oder wo man auch mal ab- und zugibt. Es bleibt eine Seiltaenzerei.

Tschuess+ Gruesse,

Elke

2 „Gefällt mir“

Hi,

Um auf
die Schultaschen zurueckzukommen: ich fand die Scoutranzen
toll. Aber gerade hier wollten meine Kinder gar nicht so
herausstechen, sie wollten lieber die braunen, haesslichen
‚wie alle anderen‘.

ich fand die braunen Ledertaschen immer toll!

:smile:
Cess

Hallo Elke,

weil du von „armen“ und „reichen“ Kindern erzählst…
Meine Tochter ist mit einem Mädchen befreundet, der es mit dem was sie besitzt oder machen darf, bei weitem besser geht als unserer Tochter. Schließlich ist der Vater ein angesehener Kinderpsychologe, die Stiefmutter ist eine viel beschäftigte Gymnasiallehrerin, die Mutter Übersetzerin und die Großeltern ebenfalls jeweils sehr wohlhabend. Viermal die Woche ist das Kinder auf einen Kurs (Klavier, Ballett, Handball und Kunst-Kurs), obwohl sie höchst ungern Klavier lernt, weil sie nicht besonders musikalisch ist (laut Stiefmutter), obwohl sie für Ballett zu schwer ist (stellte der Vater fest) und Handball ist sch… (sagt sie selbst). Naja, hauptsache das Kind ist nachmittags beschäftigt.
Haben wir das Mädel bei uns zu Besuch, dann bekommen wir sie nicht mehr so schnell los. Und ich habe den Verdacht, dass sie bei all den tollen Möglichkeiten, die ich mir für meine Töchter wünschen würde, wenn es uns finanziell möglich wäre, ein Daheim sein vermißt. Wir haben halt unsere Hobbys Zuhause, bei uns spielt sich überhaupt viel in der Familie ab - Reden, Essen, Spielen, Langeweile… Im Leben der Freundin ist jeder für sich mit relativ anspruchsvollen Aufgaben beschäftigt. Doch finde ich, dass Beschäftigungen für den Menschen da sein sollen, und nicht umgekehrt.
Und genauso sehe ich das mit Besitz. Eine schöne Schultasche freut jedes Kinder zweifellos. Aber es scheinen viele Kinder Gegenstände an und für sich nicht mehr wertzuschätzen, sondern diese haben nur noch die Aufgabe den eigenen Stellenwert zu bestätigen oder anzuheben. „ich mache was du willst, wenn ich dir einen Porsche wert bin“, das ist beliebig und austauschbar: Schloß, Grundstück, Edelsteine, Kiste Legosteine.
Und darum sollte man als Verantwortlicher schon ab und zu nachprüfen welches Bedürfnis da wirklich befriedigt werden muss, wenn es unbedingt dieses T-Shirt oder ausgerechnet jene CD sein soll.
Um bei der Freundin zu bleiben, sie wünscht und bekommt und wünscht wieder. Und dann sitzt sie mit einem nach Aufmerksamkeit ausgehungertem Gesicht bei uns in der Küche, schaut mir beim Waffel backen zu und quatscht über Gott und die Welt. Dieses Kind braucht keine chice Schultasche - wirklich nicht.

viele Grüße
grilla

haessliche Schultaschen :wink:
Hallo Cess,

ich fand die braunen Ledertaschen immer toll!

Ich auch! Aber die braunen, haesslichen Schultaschen in Zimbabwe sind aus verstaerktem Pappkarton, wirklich haesslich braun angemalt und auch gar nicht haltbar. Und noch ungeschickt zum Tragen!

Gruesse, Elke

Hi Silvia,

mein Chef hat 4 Kinder - die größte kommt nun zur Schule. Große Unternehmungen scheiterten schon einfach daran, daß in den BMW nur 5 Leute reingingen - also seit Baby Nr. 4 immer ein Auto ausgeliehen werdne mußte - das ist nun seit letzter Woche kein Thema mehr.

Aber die Kids waren immer hin und weg, wenn sie mal mit ins Büro dürfen (sie lieben es einfach, auf der SChreibmaschine zu schrieben udn alels ist anders als zu Hause) und sie lieben es, wenn Papa mit dem Fahrrad ins Abenteuerland fährt - d.h. am Fluß entlang, dann auf eine Kiesbank usw. OK, Rimini letztes Jahr hat auch Spaß gemacht. Aber eigentlich ist z.B. ganz wichtig: Geburtstagsparty mit Jagd durchs Haus - auch mit Abenteuer und im Keller…

Dagegen war Legoland gar nicht so der Renner… nett, aber Abenteuerland scheint besser zu sein.

Grüße

Wendy

Danke …
… für Eure Beiträge, sie waren alle sehr interessant !

Scheinbar bin ich doch nicht der allerletzte Dinosaurier *g*.

Grilla, ein von Dir angesprochener Aspekt kam mir dann auch hinterher: Die Frage an mich selbst, ob ich nicht doch ein klitzekleines Bißchen Angst davor habe, dass das, was ich für genug halte, bei anderen Eltern (Mitwettbewerbern ? *g*) so ankommt, als KÖNNTEN wir ja gar nicht anders, wir arme Großfamilie. Denn so ein bißchen sind unsere Kinder ja auch Statussymbole, um gaaaaanz ehrlich zu sein. Neinneinnein, das weise ich ganz weit von mir - aber irgendwo tief drin ist es auch mit dabei.

Und dann hinterfrage ich mich selbst auch manchmal, ob ich nicht zu sehr von mir selbst ausgehe: Ich brauche nicht viel, gib mir gutes Essen und was zu lesen, das ist Luxus - Klamotten oder ein tolles Auto lassen mich kalt, Freizeitparks locken mich weniger als kleine Veranstaltungen hier im Umkreis, usw. Nur - Menschen sind verschieden, meine Kinder sind vielleicht viel materieller (zumindest unsere älteste Tochter) ?

Tatsache ist aber, dass sich besagte Luxuskinder gerne bei uns aufhalten, obwohl ich nicht einmal viel Programm biete. Aber meine Töchter spielen sehr intensiv Rollenspiele und beziehen andere mit ein, wir haben viele Gesellschaftsspiele hier, wir essen zusammen, haben immer noch Plätze am Tisch frei, und das wird ganz gerne angenommen - soooo schlimm ist es dann wohl doch nicht bei uns :wink:

Nun, es scheint ein Thema zu sein, dass mich die nächsten Jahre immer wieder mal auf Palmen jagen wird, wenn ich da so Eure Berichte lese…

Viele Grüße (bescheiden, sittsam und rein *g*),

Sylvia

*zustimm*
Hallo Aia,

GENAU SO ISSES ! Absolut !

Wenigstens ist es ein bißchen tröstlich, dass nicht nur ich das als Wahn empfinde :smile:))

Viele Grüße,

Sylvia

Hi,

noch ein ganz kurzer Gedanke: Eine weitere Freundin hat definitiv wenig Geld - nur 1 Verdiener, der als Facharbeiter - also kein Vermögen :wink:)

Ein winziges Haus, die Eltern haben das Schlafzimmer im Keller (weil ja nur zum schlafen genutzt) damit die Kinder beide ein eigenes Zimmer im 1. OG haben können (das ist auch alles, was dort reinpaßt). Aber die beiden haben einen großen Garten und die Mutter hat unendlich Phantasie.

Und wie sieht es aus: Die Partys sind immer der Superrenner (Gruselnacht im Maisfeldlabyrinth mit Schatzsuche - verkleidete Mütter als Gespenster, die Aufgaben verteilen und und und.) Planschbecken im Garten, das den ganzen Sommer über steht. Und irgendwie finden sich immer Mengen von Kindern ein, die mitspielen wollen, wo niemand um den Golfrasen bangt, wo man auf den Kirschbaum kletter kann, wo jedes Kind ein eigenes Beet hat.

Also sooooo sehr geht es nicht nur um Labels auf den Jeans…

Grüße

Wendy

Hallo Sylvia,

Tatsache ist aber, dass sich besagte Luxuskinder gerne bei uns
aufhalten, obwohl ich nicht einmal viel Programm biete. Aber
meine Töchter spielen sehr intensiv Rollenspiele und beziehen
andere mit ein, wir haben viele Gesellschaftsspiele hier, wir
essen zusammen, haben immer noch Plätze am Tisch frei, und das
wird ganz gerne angenommen - soooo schlimm ist es dann wohl
doch nicht bei uns :wink:

Dazu eine kleine Story: Ich machte es mir während meines Studiums zur Gewohnheit, mit meiner Tochter abends nach dem Kindergarten noch ein wenig zu spielen. (Fernsehverhinderung)

Irgendwann meinte meine Tochter, dass mein Neffe aber immer Mainzelmännchen sehen dürfe. „Tja schon, aber dann haben wir keine Zeit mehr für Memory!“ Damit waren die Mainzelmännchen samt ihrer Werbung dazwischen noch ein weiteres halbes Jahr kein Thema mehr.

Nun, es scheint ein Thema zu sein, dass mich die nächsten
Jahre immer wieder mal auf Palmen jagen wird, wenn ich da so
Eure Berichte lese…

Fazit aus den Berichten und auch meiner Story: perönliche Zuwendung kommt immer noch im allgemeinen besser an als materielle.

Gruß, Karin

Hallo Sylvia,

ich habe da auch so meine Erfahrungen gemacht. Ich selbst hab´s nicht so mit Klamotten, meine Jeans müssen die „Kleinteile“ bedeckt und den Hintern warm halten - reicht :smile:)

Im weiteren Verwandtenkreis gibt´s da zwei Fälle: Ich habe vor 10 Jahren zum ersten Mal eine Vierjährige mit eigener Stereoanlage gesehen, bis sie zehn war hatte sie alles: DVD, Playstation, Gameboy, Farbfernseher, PC, Handy und ein Zimmer das das Warenangebot von Toys ´r´us ärmlich aussehen läßt. Zwei bis dreimal im Jahr geht die (kinderlose) Tante für satt 500 Teuros shoppen, nur Markenware, klar.
Auf gut deutsch: Sie bekam den Zucker hochkant in den Arsch geblasen.
Das Resultat ist eine quäkige, mäkelige und geltungssüchtige 14-jährige die glaubt der Nabel der Welt zu sein. „Die Welt ist nicht genug“ könnte auf ihrem Wunschzettel für Weihnachten stehen.
Auf der anderen Seite der Verwandtschaft ein ähnliches Bild, nur 10 Jahre zeitversetzt. Eine Sechsjährige und eine Dreijährige, die Eltern nehmen sich jede Zeit die sie haben für die Kinder, auch materiell geht´s sehr gut. Spielzeug satt und auch an Süßigkeiten gewiß kein Mangel, auch wenn letzteres schon ein bißchen gesteuert ist.
Ostern 2003: Alle waren sich einig, daß
a) die Kinder alles haben
b) Ostern nicht Weihnachten ist
c) die Verwandtschaft sich beim großen Osterfamilienfest trifft.
Und prompt kam sie wieder auf, die berüchtigte Geschenkerallye.
Meine Frau und ich haben uns auf ein kleines Nest für jedes Kind beschränkt, ein paar Eier und zwei drei kleine Süßigkeiten drin.
Tanten und Großeltern schleppten kubikmeterweise Plastik, Plüsch und Schokolade an, jeder besser, bunter, größer als der andere.
ZUM KOTZEN.

Im ersten Falle hat meine Frau gegengesteuert, als die Tante versucht hat auch ihre Kinder (NB: Aus erster Ehe, ich lernte die Kinder mit 4 und 6 Jahren kennen) auf den Trip zu bringen. Sie hat sich klar und deutlich verbeten, daß „eben Tante XXX Dir das kauft, wenn Du es von Mama nicht kriegst“. Und Ruhe ist.
Im zweiten Fall schauen wir uns das Spektakel an und gehen klar unseren Weg, übrigens mit Zustimmung der Eltern, die uns Recht geben.
Wir müssen uns da nicht profilieren, das Wohl der Kinder ist uns wichtiger.

Und da komme ich zu meinem persönlichen Rat : Vorleben ist wichtig.
Luxus als Würze des Lebens sehen, als etwas, daß man sich ab und zu gönnt, nicht als Lebensinhalt. Klarstellen, daß manche Dinge das Budget überstrapazieren, daß Luxus schlicht Geld kostet.
Beispiele ? Gern.
Ich trage Eterna Hemden, keine anderen. Die sind teurer, aber leichter zu bügeln und nach 18 Stunden Flug hängen sie sich wieder glatt. Also Zweckgründe, nicht Markenbewußtsein. Auf meiner Jeans steht kein Name, ich will mich ja auch nicht mit ihr unterhalten. Meine Brille ist von einer großen Optikerkette, ich habe 300 Euro in die Gläserqualität investiert, dafür steht auf dem Bügel eben nicht Porsche oder Ferrari.
Ich erinner mich noch, als eine Tochter mit etwa 14 partout Markenhosen haben wollte. Meine Frau gab ihr einen gut bemessenen Betrag und hat sie selbst einkaufen geschickt, ohne jede Anweisung. Zurück kam die Tochter mit zwei Hosen, zwei Pullis und ein paar Mark Restgeld…
Thema Handy: Ich selbst habe erst eins, seitdem die Tarife dem normalen Telefonkosten weitghehend angenähert sind. Und nicht dreimal im Jahr das neueste (= kleinste) Gerät um jeden Preis.
Die 17-jährige Tochter hat auch eins, wir bezahlen ihr einen Grundbeitrag zum Vetrag, wenn sie meint 50 Euro mit SMS verdaddeln zu müssen, zahlt sie das selbst.
Unsere Motorradkleidung ist nach Funktion und Sicherheit ausgewählt, da darf auch Polo draufstehen, muß nicht Dainese sein.
Usw…

Gruß
Bernd

Hallo!!

Fazit aus den Berichten und auch meiner Story: perönliche
Zuwendung kommt immer noch im allgemeinen besser an als
materielle.

Dem kann ich nur zustimmen.
Ich bin jetzt 17 und meine Eltern hätten mir all die teueren Sachen, wie irgendwelche Jeans, Pullis und „Spielzeuge“ kaufen können. Aber sie haben mir, meiner Meinung nach, nur echtes Spielzeug geschenkt. Das war z.B. ein Eisenbahn aus Holz oder Traktoren aus Metall, usw. Und die gibt es immer noch. Ich habe auch schon sehr früh Bücher bekommen und wurde dadurch vom Fernsehn abgehalten und lese immer noch gern. Und ich kann behaupten, was immer wieder bewundert wird, dass ich so ca. 3-4h/Monat fernschau.
Und ich kann nicht sagen, dass ich wegen meinen Eltern schlecht lebe. Es hat zwar immer wieder Zeiten gegeben, wo ich mir gedacht habe, alle haben DAS, jetzt möchte ich das auch. Aber nach einiger Zeit, ist das sowieso in Vergessenheit geraten.

Wenn ich mir aber jetzt meine Cousinen (4+6 Jahre) anschaue, geht das genau in die andere Richtung. Wenn sich die irgendetwas wünschen bekommen sie auch. Notfalls mit Hilfe der Grosseltern. Und meistens sind es irgendwelche Plastiksachen, die nach 10x Verwenden kaputt gehen. Die beiden haben auch überhaupt keine Konzentration für irgendwas. Das geht so in etwa: Spielzeug herräumen, 5min spielen, Nächstes holen… Gesellschaftsspiele kann man vergessen.

So jetzt hab ich wieder viel geschrieben
mfg
chris

1 „Gefällt mir“

Was ist wichtig für Kinder?

Hi Sylvia,

das ist mal 'ne wirklich gute Frage (die man auf Spielzeuge und Markenklamotten ausdehnen könnte, was ich aber der Einfachheit halber sein lasse *g*).

Wie wichtig sind Kindern diese „Luxusunternehmungen“? Eigentlich ist die Antwort gar nicht so schwer, wie sie Anfangs scheint. Ich bin drauf gekommen, als ich mich fragte, warum diese Unternehmungen überhaupt wichtig für Kinder sind.

Unternehmungen, Ausflüge, Spaßgeschichten dieser Art sind einfach ein Zeichen, daß wir uns einen Tag nur mit ihnen beschäftigen, daß wir Eltern einen Sams- oder Sonntag komplett dafür hergeben, für unsere Kinder da zu sein, mit ihnen zusammen zu sein. Es geht darum, Ihnen zu zeigen, daß wir sie lieb haben und ihnen eine Freude machen wollen - nicht darum, wie viel der Eintritt gekostet hat.

Das teuerste Musical, der unerschwingliche Aufenthalt in Euro-Disney kommen - und darauf wette ich! - bei einem Kind nicht besser an als ein Picknick im Grünen, das nur für das Kind geplant wurde, mit Spielen und Schnitzeljagd und viel Zeit, die die Eltern nur für das Kind aufbringen.

Das wirklich Tolle an solchen Ausflügen sind die Liebe und die Zeit, die die Eltern investieren. Ich habe an der TOchter meines Mannes (1o Jahre) schon oft erlebt, daß ein Besuch im Zirkus Roncalli ihr genau so gut gefiel wie im Zirkus Caroli auf dem Dorfplatz, und ein Tag in der Indoorspielhalle zwei Dörfer weiter sogar besser als einer im Phantasialand - sofern wir nur bei ihr waren und uns it ihr befaßten.

Nur darum geht’s. Und das kostet nicht viel.
Liebe Grüße, Nike

Das wertvollste Geschenk: Zeit!
Hallo Bernd,

Freunde von uns schenken Ihrem Patenkind einmal im Jahr zum Geburtstag
das Wertvollste was sie haben: Zeit.
Und das wird ihm auch so „verkauft“.

Der Junge wird eingeladen, (muß mit dem Zug anreisen) und dann wird was unternommen. Nur die drei.
Das kommt sehr gut an und vermittelt Werte

Gruß
Arndt