Daß man für die Rentenberechnung Nachweise über zu berücksichtigende Zeiten vorlegen muß, ist klar.
Wenn aber jemand im damals SOZIALISTISCHEN Ausland aufgewachsen ist und seine Papiere im ehemaligen Heimatland auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind, was kann man tun, damit diese Arbeitsjahre doch noch berücksichtigt werden???
Ich bitte nur um Ratschläge von Leuten, die ebenfalls betroffen sind oder im Freundes-/Familienkreis dieses Problem hatten, da sich andere Leser in die aus den damaligen politischen Zuständen resultierende Problematik, z.B. Aktivitäten von Geheimdiensten, nicht hineindenken können und lästerliche Kommentare wenig hilfreich sind!
ich persönlich meine, dass Deine Frage nicht pauschal zu beantworten ist. Das kommt auf den Einzelfall an. Ich mache Dir hier einmal ein paar Vorschläge. Wichtiger und richtiger aber wäre wohl, wenn Du in Deinem speziellen Fall einmal das Gespräch mit einem Versicherungsätesten suchst Dir Dir her konkrete Infos besorgen könnte.
Ich vermute einmal Du meinst mit dem sozialistischen Ausland die DDR. Verstehe ich Dich weiterhin richtig, dass Du (aus welchen Gründen auch immer) auch keinerlei privaten Unterlagen mehr hast?
Hast Du nach dem 16. Lebensjahr Schul-, Fachschul- und Hochschulzeiten absolviert? Wenn ja was davon? Gibt es diese Institutionen noch? Wenn nein, wurden Sie evt. ausgelagert? Beispiel: Das Institut für Lehrerbildung in Meiningen wurde geschlossen und alle Unterlagen gingen an die Uni Erfurt. Dann wäre also die Uni Erfurt Dein Ansprechpartner.
Hast Du eine Berufsausbildung absolviert? Exestiert der Betrieb noch? Wenn nein, dann einmal an die Gemeinde wenden. Manche ostdeutsche Gemeinden haben die Betreibsarchive gesichert oder kennen Privatpersonen, die Unterlagen gesichert haben.
Bei eventuell freiwlligen Beitragszeiten kenne ich den richtigen Ansprechpartner auch nicht. Allerdings wurden die staatlichen Versicherungen der DDR meiner Erinnerung nach von der Allianz übernommen (ohne Gewähr!). Evt. kann die dortige Pressestelle Dir weiterhelfen.
Die Geburt von Kindern nachzuweisen sollte wohl kein Problem sein.
Was ist mit Deinem grünen Sozialversicherungsausweis? Ist der auch weg?
Ich kenne persönlich ein paar ähnliche Fälle: Mordversuch durch die Stasi. Verschwinden lassen von medizinischen Unterlagen. Das jedoch komplette Lebensläufe ausradiert wurden, höre ich nun zum ersten mal. Ich habe nun keine Ahnung in wie weit (und intesiv) Du bereits nach Unterlagen recherchiert hast aber ich wünsche Dir das Du erst am Anfang bist und noch viele postive Überraschungen erlebst.
mit besten grüßen Steffen B.
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Hallo,
ich weiss nicht, ob das in diesem Fall hilft, aber in der Vergangenheit konnte man nach folgendem
Schema Fehlzeiten gegeüber dem Rentenversicherungsträger belegen.
Beispiel :
Es fehlte der Zeitraum vom 1.1.1950 - 31.12.1956.
Es gibt keinen Arbeitgeber mehr, es gibt keine Unterlagen mehr und die Krankenkasse hat nach
30 Jahren auch alles vernichtet.
Eine eidestattliche Erklärung über eine Beschäftigung als … in diesem Zeitraum, die von zwei
Zeugen mit bestätigt wird konnte hier (zumindest war dies in der Vergangenheit möglich) weiterhelfen.
Was das evtl. erzielte Einkommen angeht - da hat der Rentenversicherungsträge schon noch Möglichkeiten
um z.B. den ödamals ortsüblichen Lohn festzustellen.
Ich würde bei der LVA mal fragen, ob dieser Weg nicht gangbar wäre.
Beitragszeiten im Beitrittsgebiet können glaubhaft gemacht werden und sind dann vom Rentenversicherungsträger als Beitragszeit anzuerkennen (§ 286b SGB VI).
Zur Glaubhaftmachung sollten zuerst einmal alle vorliegenden Unterlagen eingereicht werden. Hierzu zählen eigentlich alle Unterlagen, aus denen die Beschäftigung hervorgeht.
Als letztes Mittel der Glaubhaftmachung gibt es noch die eidesstattliche Versicherung. Auch Zeugenaussagen (mindestens 2 Zeugen) können herangezogen werden.
Sobald die Zeiten glaubhaft sind, werden hierfür Entgelte aus festen Tabellenwerten ermittelt. Die Höhe der Entgelte hängt vom damaligen Berufsfeld und der jeweiligen Qualifikation ab.
Für das weitere Verfahren, was sicherlich noch einige Zeit und Nerven beanspruchen wird, wünsche ich dir viel Erfolg.
Danke erst mal Dir und allen anderen, die sich solche Mühe mit meiner Frage gegeben haben und vielleicht noch geben werden!!
Die Sache betrifft meinen Mann, der in POLEN aufgewachsen ist und es geht um seine gesamte Militärzeit, die immerhin 9 Jahre ausmacht (andere Nachweise hat er schon). Wohin die alten Kumpels entschwunden sind, ist heute kaum mehr nachvollziehbar und beim zuständigen Militäramt gibt es einen einzigen Eintrag, nach dem seine Papiere vom damaligen Geheimdienst abgeholt wurden (mit unleserlicher Paraphe) und sie sind seitdem nicht mehr auffindbar.
Um jeglichen überflüssigen Kommentaren vorzubeugen: mein Mann war kein Serienmörder (von wegen Geheimdienst), sondern in der Solidarnosc aktiv, die damals vom Staat als staatsfeindlicher Geheimbund betrachtet wurde. Alles klar?
Gruß Isabell,
Ich kenne persönlich ein paar ähnliche Fälle: Mordversuch
durch die Stasi. Verschwinden lassen von medizinischen
Unterlagen. Das jedoch komplette Lebensläufe ausradiert
wurden, höre ich nun zum ersten mal. Ich habe nun keine Ahnung
in wie weit (und intesiv) Du bereits nach Unterlagen
recherchiert hast aber ich wünsche Dir das Du erst am Anfang
bist und noch viele postive Überraschungen erlebst.
mit besten grüßen Steffen B.
Hat jemand Erfahrung zu folgender Fage:
Daß man für die Rentenberechnung Nachweise über zu
berücksichtigende Zeiten vorlegen muß, ist klar.
Wenn aber jemand im damals SOZIALISTISCHEN Ausland
aufgewachsen ist und seine Papiere im ehemaligen Heimatland
auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind, was kann man tun,
damit diese Arbeitsjahre doch noch berücksichtigt werden???
Ich bitte nur um Ratschläge von Leuten, die ebenfalls
betroffen sind oder im Freundes-/Familienkreis dieses Problem
hatten, da sich andere Leser in die aus den damaligen
politischen Zuständen resultierende Problematik, z.B.
Aktivitäten von Geheimdiensten, nicht hineindenken können und
lästerliche Kommentare wenig hilfreich sind!
ich denke Ihr habt trotzdem noch eine Möglichkeit. Die Polen tun sich mit der Öffnung Ihrer Geheimdienstarchive und der Geschichtsaufarbeitung noch schwerer als wir. Allerdings gibt es dort inzwischen auch eine Behörde ähnlich unserem BStU. Ich habe deshalb einmal gegoogelt und folgendes gefunden:
htt://www.ipn.gov.pl [email protected]
Diese „Institut des nationalen Gedenkens“ kann Euch eventuell behilflich sein. Zumindest ist es wohl einen Versuch wert.
mit besten Grüßen Steffen
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