Lyrische liebestexte

Hi,

ich darf einen lyrischen Liebestext (15 Zeilen) verfassen.

Jetzt wollte ich Euch mal fragen, was man da so zu beachten hat,
was darf zB nicht rein?, usw.

mfg
yose

Merkwürdig
Hallo Yose,

Deine Anfrage klingt ein wenig merkwürdig:

ich darf einen lyrischen Liebestext (15 Zeilen) verfassen.

Wieso darf? In welchem Rahmen entsteht der Text? Davon hängt wohl, denke ich, zunächst die Wahl der Form ab. Denn daß Du keine aktuelle Liebste hast, die Dir einen Text mit 15 Zeilen vorschreibt, denke ich mir von selber.

Jetzt wollte ich Euch mal fragen, was man da so zu beachten
hat,
was darf zB nicht rein?, usw.

Diese Frage ist in dieser Form nicht zu beantworten (weswegen es wohl bislang niemand getan hat). Aber als privater Lyriklektor kann ich Dir evtl. ein paar grobe Tips geben, die in jedem Fall hilfreich sein dürften:

  • Vermeide Etikettenworte wie „Zuneigung“, „Liebe“, „Sympathie“. Das sind lyrische Un-Begriffe, die nichts konkretes aussagen. Ein gutes Gedicht sollte auf solche Füllsel verzichten können.

  • Form & Sprache sollten mit dem Inhalt harmonieren. Ein Gedicht ist weder Prosa mit einigen Zeilenumbrüchen mehr, noch ist alles, was sich reimt, zwangsläufig gute Lyrik. Überlege Dir gut, welche Stilmittel dem Text etwas hinzufügen und welche nicht.

  • Fülle nicht zu viel in einen Text, sonst platzt er. Kleine Dinge sind oft viel aussagekräftiger als in die falschen Worte gepreßte „große Gedanken“: ein Anfängerproblem, auf das man zeitlebens achten sollte.

  • Wenn Du mit Lyrik nicht vertraut bist, übe mit kleinen Formen (Haikus z.B.); übrigens: auch nach Jahren und Jahren ist das Gelingen eines Gedichtes immer noch hauptsächlich eine Sache von Glück, innerer Beteiligung und sprachlicher Intuition, weniger von Formbewahrung und Wortwahl und schon gar nicht von bloßem Wollen oder Dürfen.

Good luck!

hendrik