teilweise - zum Glück!
Hi Oliver,
grundsätzlich muß man bei Ebay unterscheiden. Einerseits machen die sicher ein Geschäft mit Gebrauchtwaren. Die richtige Knete geht aber doch sicher mit den Neuwaren über den Laden. Wenn man sieht, wieviele Bewertungen die professionellen Anbieter haben… Erst kürzlich habe ich eine Kaffeemaschine für 800 Euro dort gekauft (100 Euro billiger als im Laden). Da kommt mehr Provision zusammen als bei den paar Pfennigen für gebrauchte Schuhe! Bevor ich etwas kaufe, schaue ich jetzt meistens erst mal zu Ebay.
ein Freund von mir, regt sich ständig darüber auf, dass z. B.
Ebay die sozio-ökologisch verwantwortliche Marktwirtschaft
zerstört.
Tja - wenn die sozio-ökologisch verantwortliche Marktwirtschaft darin besteht, kleine und unrentable Betriebe / Händler zu erhalten, dann spielt auch Ebay dabei eine Rolle. (Aber was genau meint Dein Freund damit?) Und dazu natürlich auch Amazon, Opodo, AutoScout24, Cosmos Direkt, Consors und alle anderen Internetanbieter. Die Frage ist aber, ob das nicht gut ist. Wer braucht noch 100 Apotheken, 3 Buchläden und 30 Reisebüros in einem Kaff wie Bayreuth? Wer Service will, soll dafür wie früher bezahlen, wer ihn nicht braucht, soll den Preisvorteil weitergegeben bekommen. Das unterstütze ich. Aufpassen muß der Servicebetrieb, daß die Beratung nicht dort geholt und das Produkt woanders gekauft wird. Aber das ist seine Aufgabe, sich da etwas auszudenken.
Pauschal zu sagen, daß es auf die paar Euro nicht ankommt, die bei Ebay umgesetzt werden, halte ich für falsch. Ich glaube zwar nicht an den Internethandel (insbesondere bei hohen Versandkosten), aber man darf nie eine evtl. zukünftige Entwicklung vernachlässigen. Das hat die Musikindustrie bei mp3 auch gedacht…
Die Trödelmarkt-Abteilung von Ebay geht natürlich in eine andere Richtung. Klar, früher wurden zb. Autozubehör oder gebrauchte Bücher und Klamotten neu gekauft, weil es zu umständlich war, die gebrauchten Teile zu finden. Heute wird das immer einfacher (auch wenn es früher schon Schrottplätze und second-hand-shops gab). Und klar, daß dann eben der Neuwarenindustrie der entsprechende Konsum fehlt. Allerdings denke ich, daß die wenigsten Menschen im großen Stil alte Klamotten, Schuhe, Bücher, CDs etc. haben wollen. Das ist doch eher ein Zeitvertreib. Der Luxus des Neukaufens läßt sich wohl kaum ausrotten. Und letztlich bleibt das Geld ja im System, noch dazu meistens im Inland - der Verkäufer der alten Ware kann sich dann von dem Verkaufserlös etwas Neues leisten.
Kurz - die Trödelabteilung von Ebay halte ich für wenig tragisch, die Neuproduktabteilung dagegen für extrem positiv, wenn ich ihr auch keine große Zukunft voraussage. Was kann Internet, was ein ordentlich nach modernen Grundsätzen geführtes Geschäft nicht könnte? Und umgekehrt, was kann dagegen ein Geschäft?
ciao,
erik