Machen Egoshooter Mörder?

Ergaenzend moechte ich sagen, dass ich mir fast sicher bin,
dass man in einem Schuetzenverein den (allgemeinen) Umgang mit
Waffen effizienter lernen kann, als mit einem handelsueblichen
„Killerspiel“.

Mal ganz zu schweigen davon, dass man da auch an Waffen rankommt… bei Counterstrike kommt man höchstens and den nächsten MOD, aber eine reale Waffe konnte ich jedenfalls noch nie aus dem Monitor holen (nicht, dass ich es versucht hätte, aber ich bin mir ziemlich sicher).

Grüße,

Anwar

hier mal ein beitrag der sehr einseitig ausfällt
http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/t_cid-37…

„Call of Duty - übersetzt ‚Einsatzbefehl‘“… unsere Journalisten konnten auch schon mal besser Englisch…

Grüße,

Anwar

Hallo Kate

Ich kenne viele Menschen die lieb und friedlich sind. Aber
DAMIT sie so lieb und friedlich sind, spielen sie gerne mal
ein Kampfspiel, ein Ballerspiel oder einen Ego-Shooter.

ACK. Es gibt auch welche, die im Fitness-Studio Dampf ablassen oder eine Kampfsportart wie Kung Fu o.ä. ausüben. Wieder andere gehen Joggen… es gibt viele Möglichkeiten, Stress und Frust abzubauen.

Was ich dagegen nicht befürworten kann ist, wenn man bei
solchen Shootern z.B. seine Schule nachbauen kann… das
halte ich für sehr bedenklich.

Naja, es ist eigentlich eine gute Sache, dass es solche ‚Level-Editoren‘ gibt, mit denen man eigene Level erstellen kann. Man schaue sich einfach mal an, wie viele Maps, Modifikationen etc. es für viele Spiele gibt. Die zum Teil mit viel Liebe zum Detail und einer grossen Kreativität gemacht sind. Und ich finde es auch nicht per se schlecht, wenn sich da jemand seine eigene Schule oder sonst einen realen Ort, den er/sie kennt, nachbildet.

Oder sollte man sie unterbinden um dem möglichen Täter keine
Chance zur Planung zu lassen?

Warum sollte ein ‚Killerspielverbot‘ einen Amokläufer daran hindern, sowas zu planen? Es wird ihn ja noch nicht mal wirklich daran hindern, sich solche Spiele zu besorgen.

CU
Peter

Hallo Kate

Ich kenne viele Menschen die lieb und friedlich sind. Aber
DAMIT sie so lieb und friedlich sind, spielen sie gerne mal
ein Kampfspiel, ein Ballerspiel oder einen Ego-Shooter.

ACK. Es gibt auch welche, die im Fitness-Studio Dampf ablassen
oder eine Kampfsportart wie Kung Fu o.ä. ausüben. Wieder
andere gehen Joggen… es gibt viele Möglichkeiten, Stress und
Frust abzubauen.

Jo. Und?

Warum sollte ein ‚Killerspielverbot‘ einen Amokläufer daran
hindern, sowas zu planen? Es wird ihn ja noch nicht mal
wirklich daran hindern, sich solche Spiele zu besorgen.

CU
Peter

Hab ich auch nicht behauptet, deswegen bin ich gegen ein "Killerspiel"verbot.

lg
kate

sternchen ein muss für den genialen beitrag
ich wisch mir gerade noch die tränen aus den augen…

der artikel war so hammer… ich habe mir mal die freiheit genommen ihn zu kopieren und an meine arbeitskollegen zu schicken…

ich würde dir gerne noch 100 sterne dafür geben…

Hallo!

Lauter Antworten, die die Harmlosigkeit von Ego-Shootern unterstreichen. Also sind Ego-Shooter harmlos? Geht’s noch? Das hier ist ein Brett zum Thema Computer-Spiele. Natürlich melden sich Konsumenten zu Wort. Natürlich sind die Meinungen jedes Einzelnen zu respektieren. Wo aber sind die Gegenmeinungen? Gibt es die nicht, oder könnte es vielleicht daran liegen, dass die Vertreter der Gegenmeinung hier weder lesen noch posten?

Wäre das Echo genauso ausgefallen, wenn der Beitrag im Psychologie-Brett gelandet wäre?

Ich sage nicht, dass Ego-Shooter die Gewaltbereitschaft fördert. Ich sage nur, dass das Urteil von Konsumenten überhaupt nichts über die tatsächliche Gefährlichkeit von Ego-Shootern aussagt. Niemand ist in der Lage, introspektiv zu beurteilen, wie sich seine Hemmschwelle aufgrund eines äußeren Einflusses verschiebt, weil er nicht weiß, wo die Hemmschwelle wäre, wenn es den Einfluss nicht gäbe.

Politiker sind auch nicht kompetenter, keine Frage. Aber vielleicht sollte man mal diejenigen fragen, die sich professionell damit beschäftigen, also Kriminalpsychologen. (Wenn man das Hautkrebsrisiko einschätzen möchte, sollte man vielleicht auch lieber einen Dermatologen fragen als einen Kunden eines Sonnenstudios…)

Michael

Hi

Wäre das Echo genauso ausgefallen, wenn der Beitrag im
Psychologie-Brett gelandet wäre?

Der Weg steht dir natürlich frei… mach mal :smile:
(Wor haben das Thema übrigens in „Allgemeine Nachrichten“ des längeren Durchgeackert, die Verbotsbefürworter hatten irgendwie nicht so recht die Argumente.

Ich sage nicht, dass Ego-Shooter die Gewaltbereitschaft
fördert. Ich sage nur, dass das Urteil von Konsumenten
überhaupt nichts über die tatsächliche Gefährlichkeit von
Ego-Shootern aussagt. Niemand ist in der Lage, introspektiv zu
beurteilen, wie sich seine Hemmschwelle aufgrund eines äußeren
Einflusses verschiebt, weil er nicht weiß, wo die Hemmschwelle
wäre, wenn es den Einfluss nicht gäbe.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…
http://www.welt.de/satire/article86261/Vorbild_Dritt…

Ernsthaft: Entsprechende Tiefenstudien für Computerspiele gibt es schlichtwegs nicht, ergo ist keine Aussage möglich.
Es gibt aber so eine Tiefenstudie für Paintball, da kam raus, dass ein erhöhtes Gewaltrisiko durch die Spieler nicht besteht.

Politiker sind auch nicht kompetenter, keine Frage. Aber
vielleicht sollte man mal diejenigen fragen, die sich
professionell damit beschäftigen, also Kriminalpsychologen.

Tja, die sind sich da eher uneinig. Der prominenteste Vertreter der Ablehnungsfront, Pfeiffer vom KFN, hat auch nicht so die dollen Argumente, sondern stützt sich eher auf seine Christlichen Überzeugungen.

Gruß
Mike
P.S.
nein, ich spiele weder Ego-Shooter noch Paintball.

mhmm…

und was macht man mit den Kriminalpsychologen, die Ego-Shooter spielen?
Wegsperren? :wink:

lg
Kate

Hi,

Ich finde Super Mario muss auch verboten werden, da Mario
immer kleine süße Tiere durch drauf springen zerquetscht. An
jeden zerquetschten Haustier Muss das Super Mario Spiel Schuld
sein.

genau, siehe hier:
http://www.88by31.com/flashman/thepeoplesmario.swf

:wink:

Gruß,

Steffie

Nein, die Ursachen liegen woanders
Hallo,

als bekennendem Horror-Fan habe ich mich schon lange mit diesem Thema
befasst und mir persönlich fällt auf, dass sich insbesondere zwei
Personenkreise dieses Themas „annehmen“:

  1. religiöse Fanatiker (insbesondere die christlichen Sektionen), die
    die Moral gepachtet zu haben scheinen.

und

  1. Politiker, die über keinerlei psychologisches Hintergrundwissen
    verfügen und dem Volk nach dem Maul reden, um sich zu profilieren.

Erstens sollte man bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass
Horror- oder Schreckensbilder schon immer ein ganz elemtarer
Besstandteil menschlichen Lebens sind und waren. Man denke nur an
Dantes Inferno oder selbst Odysseus (oder ist das Ausstechen des
Auges des Zyklopen etwa harmlos? Für uns vielleicht schon, aber nicht
für frühere Generationen).
Zweitens stellt weniger das Medium an sich das Problem dar, sondern
eher die Zeitdauer, die man damit verbringt. Jedem muss klar sein,
dass es nicht gut für die geistige Gesundheit sein kann, sich zum
Beispiel drei bis vier Tage hintereinander ununterbrochen ein und
denselben Horrorfilm reinzuziehen oder ein Spiel durchzukauen (was ja
in der Vergangenheit schon des öfteren zu Amokläufen geführt hat).

Aber statt sich darüber aufzuregen, DASS so etwas passiert, sollten
sich die Moralapostel lieber mal fragen WARUM so was passiert. Dieser
exzessive Gebrauch ist nämlich oftmals eine Flucht vor der Realität
und hätten die Verantwortlichen sich mal diverse Abschiedsbriefe von
sogenannten Amokläufern angesehen bzw. wären sie so ehrlich gewesen,
die wahren Hintergründe anzuerkennen, dann müsste ihnen eigentlich
klar sein, dass die Gesellschaft ihre Amokläufer größtenteils selbst
produziert. Anders gesagt: Wenn z.B. ein Jugendlicher keinerlei
Perspektiven hat, von Mitschülern und/oder Lehrern menschenunwürdig
behandelt wird, muß man sich nicht wundern, dass er die Scheinwelt
der Spiele nicht nur zum Zeitvertreib besucht, sondern sich darin
Bestätigung holt, weil es nämlich vielleicht das einzige Wertesystem
ist, das er kontrollieren kann und wo er Bestätigung findet.
Hinzu kommt (insbesondere in den USA) dass eine gewisse
Gewaltverherrlichung im Alltag durchaus gewollt scheint. Oder wie
sonst ist es zu erklären, dass man in den Staaten so locker mit
Waffengesetzen umgeht und es ganz okay zu sein scheint, jemanden
einfach abzuknallen, der das Pech hat, zur falschen Zeit am falschen
Ort zu sein? Auch finde ich es ein ganz kleines bißchen schizophren
wenn die Gesellschaft solche Spiele verteufelt, gleichzeitig aber zum
Beispiel die US-Armee genau ein solche Spiel produziert, in dem das
Töten von Menschen eine der Aufgaben ist.

So, genug Geschwafel. Was ich damit eigentlich sagen wollte, ist
folgendes: Ich bin tief davon überzeugt, dass die Auseinandersetzung
mit dem Bösen in welcher Form auch immer ein Grundbedürfnis des
Menschen und damit auch wichtig für ein seelisches Gleichgewicht ist.
Die Auswüchse allerdings sind weniger den einzelnen Menschen als
vielmehr der Gesellschaft als Ganzes anzulasten. Allerdings ist es
für profilierungssüchtige Politiker und/oder ahnungslose Eltern
natürlich einfacher, den schwarzen Peter den „bösen Computerspielen“
zuzuschieben, als sich zu fragen, was man selbst vielleicht falsch
gemacht hat.

…dass die guten alten Zeiten, in denen Papa arbeiten ging
und mit seinem Gehalt eine sechsköpfige Familie versorgen
konnte vorbei sind, ist eine Tatsache.

Das ist jetzt wieder relativ. Wenn der Papa Ali heisst und fuer nen Hungerlohn die Strasse fegt dann geht das bei ihm trotzdem. Aber der deutsche Nachwuchs-IT-Consultant-Management-Executive kanns nicht?

Hm

Hi,

Das ist jetzt wieder relativ. Wenn der Papa Ali heisst und
fuer nen Hungerlohn die Strasse fegt dann geht das bei ihm
trotzdem. Aber der deutsche
Nachwuchs-IT-Consultant-Management-Executive kanns nicht?

Wenn Du schon hier Klischees bemuehen willst, bemuehe ich auch eins:

Dafuer zieht der Murat, Alis Sohn, dem Kevin-Marcel, Peters Sohn (ja, der IT-Geblahfasel Peter, genau der) regelmaessig das Taschengeld ab.
Merkste was?

Gruss
Paul

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Wenn Du schon hier Klischees bemuehen willst, bemuehe ich auch
eins:

Dafuer zieht der Murat, Alis Sohn, dem Kevin-Marcel, Peters
Sohn (ja, der IT-Geblahfasel Peter, genau der) regelmaessig
das Taschengeld ab.
Merkste was?

Ja, ich merk das Du nicht wirklich verstanden hast. Willst Du eigentlich auch was sinnvolles aussagen?

Hi,

1 „Gefällt mir“

Hi,

Hallo Michael

Lauter Antworten, die die Harmlosigkeit von Ego-Shootern
unterstreichen.

Bzw. lauter Antworten, welche die Gefährlichkeit in Frage stellen. Dass Spiele mit Gewaltdarstellungen generell völlig harmlos sind, behauptet hier eigentlich niemand. Jedenfalls habe ich keine derartige Aussage gelesen.

Das hier ist ein Brett zum Thema Computer-Spiele. Natürlich
melden sich Konsumenten zu Wort.

Logisch.

Wo aber sind die Gegenmeinungen? Gibt es die nicht, oder könnte es
vielleicht daran liegen, dass die Vertreter der Gegenmeinung hier
weder lesen noch posten?

Die Vertreter der Gegenmeinung aka ‚Killerspielverbotbefürworter‘ lesen und posten vermutlich wirklich selten bis nie in einem Forum/Brett, in dem Computerspiele diskutiert werden. Was u.a. daran liegt, dass zumindest die meisten Vertreter dieser Meinung selber noch nie ein Computerspiel von nahem gesehen oder gar selber gespielt haben.

Wäre das Echo genauso ausgefallen, wenn der Beitrag im
Psychologie-Brett gelandet wäre?

Möglich. Wie bereits jemand geschrieben hat: Mach mal.

Ich sage nicht, dass Ego-Shooter die Gewaltbereitschaft
fördert. Ich sage nur, dass das Urteil von Konsumenten
überhaupt nichts über die tatsächliche Gefährlichkeit von
Ego-Shootern aussagt. Niemand ist in der Lage, introspektiv zu
beurteilen, wie sich seine Hemmschwelle aufgrund eines äußeren
Einflusses verschiebt, weil er nicht weiß, wo die Hemmschwelle
wäre, wenn es den Einfluss nicht gäbe.

Natürlich muss man die Meinungen der ‚Killerspielkonsumenten‘ kritisch sehen. Dass aber deren Urteil überhaupt keinen Wert haben soll, finde ich überzogen. Denn immerhin können sie ja trotzdem noch erkennen, wie andere Gamer so reagieren. Wenn man z.B. an einer LAN-Party teilnimmt. Und ich frage Dich einfach mal:

Von wievielen LAN-Parties weisst Du, wo irgendetwas passiert wäre (Schlägereien o.ä.)?

Von wievielen Fussballspielen weisst Du, wo irgendetwas passiert ist?

So, wie es beinahe jedes Wochenende zu irgendwelchen Massenschlägereien etc. im Umfeld von Fussballspielen kommt, müsste man doch annehmen, dass Fussballspiele die Zuschauer aggressiv machen. Trotzdem wird dieser Sport nicht verboten.

CU
Peter

Hi,

Ich hoffe Du explodierst nicht wenn ich es weglasse.

Aber nicht doch, man gewoehnt sich an alles.

Und wie stimmt es dann? Hast Du Dir schon einmal die
verschiedenen Lohn-/Preisniveaus von heute und 1980
angeschaut? Mein lieber Schwan, da sieht man Sachen… Ich hab
das Beispiel in der Familie, beide Pole. Es geht schon!

Dass es geht (im Sinne von: es verhungert keiner) bestreitet niemand.

Klischee (wenn Du es so willst) folgt.

Auslaender: Da schau ihn Dir an den Kuemmel, halbes Dutzend
Kinder, lebt vom Kindergeld und macht sich nen faulen Lenz,
Dreckspack!

Deutscher: Was ihr habt zwei Kinder? Ja heutzutage geht das
doch gar nicht mehr, bei den Preisen.

Stimmt auffaellig. Etwas mehr dazu schreibe ich weiter Unten.

Klischee 2: Ali (man lese Guenther Wallraff) kommt in den
70ern nach Deutschland, schaufelt Dreck in der Fabrik und
kratzt Asbest aus den Waenden. Zieht nebenbei vier Kinder
gross die irgendwann mal ein Handwerksunternehmen aufmachen
und schon mal eine Stufe aufgestiegen sind. Die Enkel werden
wahrscheinlich dreimal so viel verdienen wie ein Deutscher.

Wie oft kommt das vor? Bis zur zweiten Generation laeuft das ja auch zum Teil so (wobei jemand, der eigentstaendig ein Handwerksunternehmen fuehrt nicht unbedingt viel mehr Zeit fuer seine Kinder hat als der IT-Dingsbums), das sind dann allerdings auch Leute, die hoechstens vom Aussehen her dem „Ali“-Bild entsprechen und deren Kinder landen nicht in der Hauptschule sondern oft genug aufm Gymnasium und spaeter an der Uni und das ist auch gut so. Das sind auch nicht unbedingt die, die mit 4 Kindern in der Hochhaussiedlung wohnen und bestenfalls als Strassenfeger ihr Geld verdienen.

Klischee 4: Ja wir Deutschen waren und sind immer noch ein
stinkfaules Pack. Waehrend Ali und Fatma uns den Dreck
wegraeumen sitzen wir in unseren Bueros und lamentieren
darueber das der neue BMW ja viel zu hohe Leasingraten hat und
man es sich kaum noch leisten kann dreimal im Jahr nach Malle
zu fliegen. Und dann wundern wir uns wenn unsere
Arschabwischer irgendwann mal sowas wie Bildung und Chancen
verlangen. Tz, wie anmassend die doch sind!

Ich habe in den ganzen Debatten der letzten Monate bzgl. Jugendkriminalitaet irgendwie kaum jemanden vernommen, der Bildung und Chancen verlangte.

Realitaet: Ja, ich glaube trotzdem daran das es viel zu viele
Auslaender in Deutschland gibt. Andere Laender packen es auch
ihre Einwanderungspolitik in einem vernuenftigen Mass zu
halten, nur Multikultideutschland nicht. Aber was erwarte ich
von der Regierung eines Landes das am Montag in der Presse als
neues Entwicklungsland mitten in Europa bezeichnet wird, am
Dienstag bekanntgibt das aufgrund des maroden Haushaltes keine
Hilfe fuer die Betroffenen des harten Wintereinbruches
gewaehrt werden kann und am Mittwoch selbstverstaendlich
tiefbetroffen ein paar 100 Millionen nach Thailand zur
Tsunamihilfe ueberweist? Auch glaube ich das es sinnvoller
waere einen Asylbewerber nach spaetestens einer Woche entweder
ins Flugzeug zu setzen oder seinen Antrag zu bewilligen
anstatt ihn drei Jahre lang in der Buerokratie schmoren zu
lassen und ihn durchzufuettern weil man ihm nicht erlaubt
(!!!) zu arbeiten.

Zum groessten Teil ACK.

Das alles aendert nichts daran das wir unsere Probleme selbst
verursachen und der Mensch ueber den wir richten nichts dafuer
kann das er uns nicht passt.

So, zurueck zum Thema. Es ist schlicht und ergreifend
Bloedsinn das so etwas nicht funktionieren kann. Zig Haushalte
machen es vor, wieso funktioniert das denn bei denen? Es gibt
doch genuegend Kinder die genug Kontakt zu ihren Eltern haben,
anders kann man es ja nicht mehr ausdruecken. Und das sind
nicht alles Kinder von Chefaerzten, Rechtsanwaelten und
Geschaeftsfuehrern. Das sind solide Mittelstaendler.
Erstaunlich oder?

Natuerlich kann sowas funktionieren. Meine Behauptung ist aber: nur dadurch, dass nur ein Elternteil sich dem Geldverdienen widmet ist noch nicht sichergestellt, dass die Kinder in vernuenftigen Familienverhaeltnissen aufwachsen. Mehr noch: wenn kein Elternteil sich dem Geldverdienen widmet ist es oft noch viel schlimmer. Es geht nicht um die reine Quantitaet sonder auch um die Qualitaet. Auch wenn beide Elternteile (voellig unabhaengig davon ob es nun die Familie Ali oder die Familie Michel sein soll) zwar den ganzen Tag zuhause hocken, der Nachwuchs aber trotzdem vor dem Fernseher geparkt oder im fortgeschrittenen Alter (so ab 10-12) eh sich selbst ueberlassen wird, kommt da nix gutes bei raus. Daran aendert die selbstgekochte Kartoffelsuppe auch nichts.

Und noch was spannendes zum Schluss, ueberlege mal welche der
folgenden Ausgaben ein Schluesselkind verursacht und wieviel
dann vom doppelten Gehalt uebrigbleibt: Fertiggerichtpampe
anstatt selberkochen, aerztliches Nahrungscoaching wg.
falscher Ernaehrung (mit Fertiggerichtepampe), Psychotherapie
fuer den Filius, Playstation und Co. als Liebes- und
Zuwendungsersatz, Hort und Co. zur Betreuung.

Das habe ich an einer anderen Stelle in einem anderen Brett aehnlich gesehen.

Lieg ich immer noch so falsch?

Ich wehre mich immer noch gegen den Vorwurf, dass
a) die Deutschen einfach zu viel materielles wollen
b) wenn die Mutter daheim bleibt, wird alles gut

Es stimmt einfach beides so nicht.
Ich selbst habe eine Zeitlang im Niedriglohnsektor arbeiten muessen (Zeitarbeit, nette Firma, aber dadurch wird man als Arbeitnehmer auch nicht reich). Du kriegst so um die 800 Euro pro Monat raus. Der Chef erwartet absolute Mobilitaet, also brauchst Du ein Auto. Der Chef erwartet, dass er Dich um 3 Uhr Nachts wachklingeln kann, damit du um 4 am anderen Ende der Stadt einspringen kannst, weil jemand krank ist. Der Chef sagt Dinge wie „es waere toll wenn Sie zukuenftig ihre Kollegen auf dem Weg aufsammeln koennten, sonst muessen wir uns die weitere Zusammenarbeit nochmal ueberlegen“. Der Chef sagt sowas wie „diesen Monat sieht es eher Mau aus, nehmen Sie mal Resturlaub und danach wenn nix kommt unbezahlten Urlaub“. DAS ist die Realitaet und wie man da mit einem Verdiener in der Familie noch ein oder mehrere Kind(er) vernuenftig versorgen will, ist mir nicht klar.

Kurz: es geht mir nicht um den IT-Berater mit 50000 Jahresgehalt und seine Frau, die vielleicht 5 Jahre lang auf Kosten der Allgemeinheit uebrigens sagen wir mal Psychologie studiert hat und auch nach der Geburt den Wunsch hat, dieses Studium nicht umsonst sein zu lassen. Diese beiden werden fuer ihr Wunschkind vermutlich eine Loesung finden, so dass es rund um die Uhr versorgt wird. Und wenn die Mami doch zuhause bleibt, ist es finanziell auch keine Katastrophe.

Bei Vater Schlosser (1500 Euro brutto), Mutter Krankenschwester (1200 Euro Brutto mit ekligen Schichten) wird das schon schwieriger („Wie Sie muessen um 6 zur Arbeit? Unser Kindergarten macht um 8:30 auf und um 13:00 wieder zu“, „wie Ganztagsschule? nee, sowas hamn wir nich, da wird das Kind doch vom Staat indoktriniert“). Bleibt die Mutter zuhause bleibt nach Abzug der Fixkosten kaum mehr als der Hartz4-Satz ueber.

So, und nu kommen wir zu dem Ali, der Strassen fegt und eine 6-Koepfige Familie ernaehrt. Erklaer mir wie das gehen soll? Erzaehl mir noch folgendes:
sind es die Kinder des oben genannten Inhabers eines Handwerkbetriebs die mich auf dem Supermarktparkplatz auf dem Weg zum Auto anpoebeln oder eher die Kinder des, na Du weisst schon, des Strassenfeger-Ali? Sind es die Kinder des Inhabers des Handwerkbetriebs, die des IT-Consultants und der Psychologin die nachts Busse mit Steinen bewerfen, in der Nachtlinie auf die Sitze urinieren und „Ey Alda ich fick deine Mudda, gib Handy“ sagen? Oder doch eher die von Ali (Strassenfeger), Peter (Hartz4-Empfaenger) oder Detlef (Aushilfslagerkraft, immer besoffen). Und wessen Erziehung ist dann wo fehlgeschlagen?

Du wirst doch sicher nicht abstreiten (Beispiele hin oder her), dass Jugendgewalt zu einem grossen Anteil gerade aus Familien kommt, welche materiell unterdurchschnittlich ausgestattet sind, jetzt mal unabhaengig davon, ob der Vater nun Ali oder Peter heisst. Und was machen eigentlich alleinerziehende? Ab zum Arbeitsamt auf Lebenszeit? Oder soll man den IT-Consultant zwingen, seinen Sohn nur noch bei Woolworth einzukleiden und mit einem Ford Escort Bj. 1992 zur Arbeit zu fahren, nur damit keiner neidisch wird?

Gruss
Paul

2 „Gefällt mir“

Stimmt, OTer gehts nicht mehr :wink:
So, in weiten Teilen sind wir jetzt auf demselben Nenner. Du irrst aber wenn Du denkst das „Unterschicht“ = finanziell arm ist. Es hat doch nichts mit dem Einkommen zu tun ob die Kinder so abrutschen. Das ist doch dann eine Sache die rein auf die Erziehung zurueckzufuehren ist. Die Perspektiven sind es doch die den Unterschied zwischen „Bub, wenn Du Dich richtig anstrengst dann kannst Du spaeter werden was Du willst“ und „Ey Alda, Du bist und bleibst Asozial egal was kommt, geh lieber klaun als fuckschule!“ machen.

Und worauf ich rauswollte ist viel mehr „Ich bin lieber jeden Tag drei Stunden laenger fuer mein Kind da als das ich mir ein neues Auto kaufe“.

Kleiner Denkanstoß zum Thema Verbot
Nur mal ne kleine Frage:
Angenommen, Ego-Shooter werden verboten … meinetwegen zum 1.1.08 …

Angenommen, am … z.B. 12.10.09 fällt es nochmal einem Schüler ein, in der Schule Amok zu laufen …

Was verbieten wir dann?

so long
Andy

Hallo!

Natürlich muss man die Meinungen der ‚Killerspielkonsumenten‘
kritisch sehen. Dass aber deren Urteil überhaupt keinen Wert
haben soll, finde ich überzogen. Denn immerhin können sie ja
trotzdem noch erkennen, wie andere Gamer so reagieren. Wenn
man z.B. an einer LAN-Party teilnimmt. Und ich frage Dich
einfach mal:

Von wievielen LAN-Parties weisst Du, wo irgendetwas passiert
wäre (Schlägereien o.ä.)?

Von wievielen Fussballspielen weisst Du, wo irgendetwas
passiert ist?

So, wie es beinahe jedes Wochenende zu irgendwelchen
Massenschlägereien etc. im Umfeld von Fussballspielen kommt,
müsste man doch annehmen, dass Fussballspiele die Zuschauer
aggressiv machen. Trotzdem wird dieser Sport nicht verboten.

Findest Du diese Argumentation nicht ein bisschen arg platt? Wenn die Medien, die wir konsumieren, keinen Einfluss auf unser Handeln hätten, dann würde die Wirtschaft nicht so viel Geld für Werbung ausgeben. Wir glauben, dass wir unsere Entscheidungen an der Ladentheke völlig frei und ohne Beeinflussung durch die Werbung treffen. In Wirklichkeit werden sehr wohl durch die Werbung gesteuert.

Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Drogen ein viel größeres Suchtpotenzial entwickeln, wenn der Konsument sich bewusst und freiwillig zum Konsum entschließt. Wäre es nicht logisch, davon auszugehen, dass bewusstes und freiwilliges Ego-Shooter-Spielen viel mehr das eigene Verhalten beeinflusst als der unfreiwillige Konsum von Werbung?

Die Vorstellung, dass ein Gamer nicht mehr Wirklichkeit von Virtual Reality unterscheiden kann, und dass er in der realen Welt plötzlich in dieselbe Rambo-Rolle schlüpft wie am PC, halte ich für ziemlichen Quark. Wer daran glaubt, hat in der Tat noch nie an einem Computer gespielt. Aber dass sich durch den Konsum der Spiele das Wertesystem und die Fähigkeit zur Empathie verändern, ist nicht so leicht von der Hand zu weisen. Und weil diese Veränderung des Bewusstseins (im weitesten Sinne) introspektiv wie gesagt nicht wahrgenommen werden kann, wären Expertenmeinungen hier sicher hilfreicherer als die Beiträger der Gamer.

Egal ob wir über die Gewalt durch Ego-Shooter oder die Gewalt in Fußballstadien reden, stellt sich natürlich die Frage, ob es sich um Ursachen oder Symptome handelt.

Michael