Macht bewerben JETZT Sinn?

Hallo an alle,

ich habe bereits gesehen, dass dsa von mir gleich angesprochene Thema zZ sehr aktuell ist. Dennoch möchte ich Euch nach Eurer Meinung zu meinem konkreten Fall fragen.

Folgendes: derzeit studiere ich im 2. Semester BWL. Nicht wirklich erfolgreich um ehrlich zu sein. Der Frust ist und war groß, Alternativen nicht wirklich in Sicht.

Jetzt schlage ich unsere Zeitung Wochenende für Wochenende auf und sehe unzählige Stellenangebote die meiner Berufsausbildung (Fremdsprachenkorrespondentin) entsprechen würden. Ich hätte wahnsinnige Lust mich zu bewerben und dadurch endlich meinem trübsinnigem Studium entrinnen zu können.

ABER
Ich habe vor zwei Monaten meinen Urlaub gebucht. Mangels Reiserücktrittsversicherung uÄ kann und will ich auch nicht drauf verzichten. Egal wann ich anfangen würde zu arbeiten (es sei denn es wäre morgen :smile: ) es wäre immer Mitten in der Probezeit.

Kann ich mich unter solchen Vorraussetzungen überhaupt bewerben? Oder von vornherein bis nach dem Urlaub warten? Oder sich bewerben und hoffen, dass man zum September genommen wird? Oder sich ab sofort bewerben mit dem Vorwand, ich wolle unbedingt Ende August meinen Urlaub realsieren?

Wie seht ihr die ganze Sache? Ich weiß halt nicht wirklich, ob sich jetzt das Bewerben schon lohnt.

Über jeden dazugegebenen Senf bin ich sehr dankbar.

Spekulatina

Hallo!

Eine Bewerbung kostet Dich, je nach Aufwand, ca. 5 €.
Warum investrierst Du das Geld nicht einfach, und sei es, um Deine „Marktchancen“ zu testen und Vorstellungsgespräche „zu üben“.
Sollte es zu einem persönlichen Gespräch kommen, kannst Du die Sache mit dem Urlaub immer noch abklären.
Wenn die Firma Dich unbedingt haben will, wird sie Dir mit dem Urlaub auch entgegen kommen. Denn die meisten Leute haben wohl jetzt schon ihren Urlaub gebucht, also wird die Firma schon irgendwie damit rechnen.
Du hast doch nichts zu verlieren, also schreib die Bewerbung!
Das Schlimmste, was passieren kann, ist eine Absage. Na und?

VG

Danke für Deine Antwort!

Wann sollte ich denn im Vorstellungsgespräch den Urlaub erwähnen? Oder da gar nicht?

Ich mein, wenn ich mich jetzt bewerbe, dann will ich die Stellen schon ernsthaft. Am liebsten halt ab sofort, dann könnte ich dieses blöde Studium an den Nagel hängen. Aber wegen Urlaub sehe ich da einfach ein Problem.

Wobei in anderen Threads ja schon erwähnt wurde, dass es uU gar nicht so viele Probleme macht…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Eine Bewerbung kostet Dich, je nach Aufwand, ca. 5 €.
Warum investrierst Du das Geld nicht einfach, und sei es, um
Deine „Marktchancen“ zu testen und Vorstellungsgespräche „zu
üben“.
Sollte es zu einem persönlichen Gespräch kommen, kannst Du die
Sache mit dem Urlaub immer noch abklären.
Wenn die Firma Dich unbedingt haben will, wird sie Dir mit dem
Urlaub auch entgegen kommen. Denn die meisten Leute haben wohl
jetzt schon ihren Urlaub gebucht, also wird die Firma schon
irgendwie damit rechnen.
Du hast doch nichts zu verlieren, also schreib die Bewerbung!
Das Schlimmste, was passieren kann, ist eine Absage. Na und?

Hallo,
ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Einfach bewerben.
Ich hatte ein ähnliches Problem vor einigen Jahren, da ich nach der Geburt unserers ersten Kindes auch direkt einen mehrwöchigen Urlaub während meiner Probephase haben wollte. Mein damals neuer Arbeitgeber hatte damit auch kein Problem. Ich hatte diesen Umstand auch direkt schon im Bewerbungsgespräch erwähnt.
Also nur Mut.

Gruß
André

Hi

Wann sollte ich denn im Vorstellungsgespräch den Urlaub
erwähnen? Oder da gar nicht?

Das solltest Du auf jeden Fall erwähnen.
Der Zeitpunkt hängt vom Verlauf des Gespräches ab. Möglicherweise wirst Du ohnehin gefragt, ob Du Urlaubspläne hast.
Aber spätestens, wenn Du das Gefühl hast, daß es was werden könnte, solltest Du damit rausrücken.

Wobei in anderen Threads ja schon erwähnt wurde, dass es uU
gar nicht so viele Probleme macht…

Das kann im Vorhinein niemand sagen.
Du kannst Dich ja erstmal bei 2 oder 3 Stellen bewerben und abwarten, ob Du überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst und wenn, wie es läuft.

Gruß
Edith

Hallo,
ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Einfach bewerben.
Ich hatte ein ähnliches Problem vor einigen Jahren, da ich
nach der Geburt unserers ersten Kindes auch direkt einen
mehrwöchigen Urlaub während meiner Probephase haben wollte.
Mein damals neuer Arbeitgeber hatte damit auch kein Problem.
Ich hatte diesen Umstand auch direkt schon im
Bewerbungsgespräch erwähnt.
Also nur Mut.

Gruß
André

Hallo André,
weißt Du wovor ich Angst habe: dass es heißt „wenn Sie auf dem Urlaub bestehen wollen dann bekommen Sie die Stelle nicht“

Ich wüsste nicht wie ich mich entscheiden würde. Dh. ich weiß schon, nur hat diese Entscheidung nix mehr mit Vernunft zu tun…

Moin,

Hallo André,
weißt Du wovor ich Angst habe: dass es heißt „wenn Sie auf dem
Urlaub bestehen wollen dann bekommen Sie die Stelle nicht“

Wenn Du diese Einstellung hast, würde bewerben gar nix bringen. Mach Dich locker, bewerb Dich und lass das ganze doch mal auf Dich zukommen.

Was hast Du zu verlieren? Zeit (zum Schreiben), Geld (für die Unterlagen), aber bei einem Vorstellungsgespräch kannst schon mal üben, auch wenn es nach Deinem Urlaub erst was werden sollte.

Ich wüsste nicht wie ich mich entscheiden würde. Dh. ich weiß
schon, nur hat diese Entscheidung nix mehr mit Vernunft zu
tun…

Das entscheidest Du dann, wenn Du ein Angebot für einen Job hast. Ggfs. findet sich auch eine Lösung mit dem zukünftigen AG.

Daumen drück,

Michael

Hallo!

Ich mein, wenn ich mich jetzt bewerbe, dann will ich die
Stellen schon ernsthaft. Am liebsten halt ab sofort, dann
könnte ich dieses blöde Studium an den Nagel hängen. Aber
wegen Urlaub sehe ich da einfach ein Problem.

Ich kann Deine „Marktchancen“ aus der Ferne nicht beurteilen, aber Du mußt davon ausgehen, dass es nicht gleich bei der ersten oder zweiten Bewerbung mit einem Job klappt. Evtl. wirst Du 20 oder 30 Bewerbungen schreiben müssen, bis Du Deinen Traumjob gefunden hast. Also mach Dich ans Bewerbungschreiben!!! Wenn Dir Dein Studium wirklich nicht gefällt, würde ich mich um jede Chance ärgern, die ich mir entgehen lasse, um einen besseren Job zu bekommen!
Warte doch erstmal ab, ob man Dich überhaupt zum Vorstellungsgespräch einläd. Wenn ja, um so besser; wenns nicht geklappt hat, hast Du es wenigstens probiert.

Wann sollte ich denn im Vorstellungsgespräch den Urlaub
erwähnen? Oder da gar nicht?

Ich würde es gegen Ende des Gesprächs erwähnen und einfach Deine Situation mit ein paar Worten schildern. ( von wegen: lang gehegter Urlaubstraum, keine Rücktrittsmöglichkeit, schon lange geplant und gebucht,…)Wie gesagt, wenn die Firma wirklich Interesse an Dir hat, wird man schon eine Lösung finden.

Ich wünsch Dir viel Glück!

VG

Hi Spekulantin,

also zu der Bewerbung als solcher haben die anderen ja schon alles schlaue geschrieben, was mir so eingefallen wäre. Aber mir ist eine Sache aufgefallen: Du bist Fremdsprachenkorrespondentin und studierst BWL. Nun schreibst Du mehrfach, dass Du um jeden Preis aus dem Studium rauswillst. Das ist auch in Ordnung. Aaaber: warum hattest Du das Studium angefangen? Denn wenn Fremdsprachenkorrespondentin wirklich Dein Traumjob schlechthin war, hättest Du ihn doch nicht aufgegeben. Vielleicht den Brötchengeber gewechselt, aber um ein Studium anzufangen - da gehört noch mehr dazu.

Bitte versteh mich nicht falsch, das ist weder provokativ noch bösartig gemeint, einzig wollte ich Dich bitten, diese Punkte nochmal zu überdenken. Denn unsere Erinnerung tendiert ja dazu, die „alten Zeiten“ sehr rosarot darzustellen. Darum überleg Dir nochmal, warum Du damals das Studium angefangen hast (Aussicht auf mehr Kohle? Karriere? Keinen Job im eigentlichen Beruf gekriegt? Sponsor gefunden? Einreden lassen?) und was Dich damals im Job als Fremdsprachenkorrespondentin so richtig gestört hat (Nicht genug Kohle? Keine Aufstiegsmöglichkeiten? Dumme Kollegen? Langweilige Arbeit? Merkwürdige Arbeitszeiten? Überstunden ohne Ende?).

Und dann überlegst Dir, was von diesen negativen Dingen vielleicht im neuen Job auf Dich warten würde und ob Du das auch dauerhaft akzeptieren könntest. Wenn ja: prima, schreib los mit der Bewerbung. Wenn nein: geh nochmal in Dich, wohin Deine Lebensreise gehen soll. Denk dran, egal welchen Job, er wird Dich voraussichtlich noch einen guten Teil Deines Lebens „begleiten“, das heisst, er sollte Dir schon irgendwie Spass machen :wink:

*wink* und viel Erfolg

Petzi

Hallo Petzi,

ich geh jetzt einfach mal in Deinem Text auf Deine Fragen ein.

Hi Spekulantina,

also zu der Bewerbung als solcher haben die anderen ja schon
alles schlaue geschrieben, was mir so eingefallen wäre. Aber
mir ist eine Sache aufgefallen: Du bist
Fremdsprachenkorrespondentin und studierst BWL. Nun schreibst
Du mehrfach, dass Du um jeden Preis aus dem Studium
rauswillst. Das ist auch in Ordnung. Aaaber: warum hattest Du
das Studium angefangen? Denn wenn Fremdsprachenkorrespondentin
wirklich Dein Traumjob schlechthin war, hättest Du ihn doch
nicht aufgegeben. Vielleicht den Brötchengeber gewechselt,
aber um ein Studium anzufangen - da gehört noch mehr dazu.

Bitte versteh mich nicht falsch, das ist weder provokativ noch
bösartig gemeint, einzig wollte ich Dich bitten, diese Punkte
nochmal zu überdenken. Denn unsere Erinnerung tendiert ja
dazu, die „alten Zeiten“ sehr rosarot darzustellen. Darum
überleg Dir nochmal, warum Du damals das Studium angefangen
hast (Aussicht auf mehr Kohle? Karriere? Keinen Job im
eigentlichen Beruf gekriegt? Sponsor gefunden? Einreden
lassen?) und was Dich damals im Job als
Fremdsprachenkorrespondentin so richtig gestört hat (Nicht
genug Kohle? Keine Aufstiegsmöglichkeiten? Dumme Kollegen?
Langweilige Arbeit? Merkwürdige Arbeitszeiten? Überstunden
ohne Ende?).

Okay, hier steig ich ein. Ich weiß nicht ob Du es weißt, aber die Berufsausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin (im Folgenden FSK) ist eine rein schulische an einer Berufsfachschule. Ich wollte sehr gerne in meinem Beruf arbeiten, auf Studium hatte ich erhlich gesagt nicht wirklich Lust. Nur hab ich leider nix gefunden. Weder betriebliche Ausbildungsstellen in artverwandten Berufen geschweige denn richtige Festanstellungen. Als Plan B hatte ich mich auch an der hiesigen FH beworben. Tja, von 30 Bewerbungen + 4 Bewerbungen auf einen Studienplatz hat nun mal nur BWL geklappt. Was sollte ich denn tun? Ich hab mich von Januar bis August beworben und nix kam dabei raus. Daher entschied ich mich dann doch zu studieren. Nach dem Motto „BWL ist nicht soo schlecht, wir machen mal das Beste draus“. Tja und nun bin ich im 2. Semester und sehe, dass die Zeitung voll von Jobangeboten ist. Jetzt rechne ich mri wirklcih Chancen aus. :smile:
Zu den negativen Dingen als FSK: In der Theorie kann ich sagen: es gibt keine. In der Praxis weiß ich es noch nicht. Sogar meine Ausbildung zur FSK war damals ne Notlösung, es hat sich aber auf lange Sicht als das einzig richtige rausgestellt.

Ich hoffe, Deine Skepsis ist nun weg und Du verstehst meine Beweggründe :smile:

Grüßle aus Bayern,
Alicja

Urlaub in der Probezeit
Hallo,

Wann sollte ich denn im Vorstellungsgespräch den Urlaub
erwähnen? Oder da gar nicht?

üblicherweise wird man irgendwann gefragt, wann man den frühestens anfangen kann oder will. Das ist dann der richtige Zeitpunkt, um zu erwähnen, daß Du zwar sofort anfangen kannst, aber in einigen Monaten einen Urlaub gebucht hast. Wenn Du nicht gerade am Tag des Arbeitsantritts in das Flugzeug steigst, wird es da keine Probleme geben. Arbeitgeber haben üblicherweise schon früher mal Mitarbeiter eingestellt und von denen wird auch schon jemand vorher einen Urlaub gebucht haben. Man kennt die Problematik also mit einiger Wahrscheinlichkeit.

Einzig sehe ich die Schwierigkeit, daß Du bis zum Urlaubsantritt den notwendigen Urlaubsanspruch noch gar nicht erworben hast. Bei 30 Tagen pro Jahr erwirbt man einen Anspruch von 2,5 Tagen pro Monat. Mehr als eine Woche Anspruch bekommst Du innerhalb von zwei Monaten also gar nicht zusammen.

Gruß,
Christian

Einzig sehe ich die Schwierigkeit, daß Du bis zum
Urlaubsantritt den notwendigen Urlaubsanspruch noch gar nicht
erworben hast. Bei 30 Tagen pro Jahr erwirbt man einen
Anspruch von 2,5 Tagen pro Monat. Mehr als eine Woche Anspruch
bekommst Du innerhalb von zwei Monaten also gar nicht
zusammen.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

Danke für Deine Antwort. Wie oben erwähnt, handelt es sich bei mir um 12 Tage. Also müsste ich rein theoretisch knapp 5 Monate gearbeitetr haben, um diesen Anspruch geltend machen zu können. Ist es aber wirklich nur reine Theorie oder sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, sich daran zu halten?

Noch eine Frage: ich hab eine Stelle vom Wasserwirtschaftsamt gefunden. Wie machen es derartige Ämter? Unterliegen die Sonderregelungen oder kann man da auch einfach reden und ne Lösung finden?

Grüße
Alicja

Hallöchen,

Danke für Deine Antwort. Wie oben erwähnt, handelt es sich bei
mir um 12 Tage. Also müsste ich rein theoretisch knapp 5
Monate gearbeitetr haben, um diesen Anspruch geltend machen zu
können. Ist es aber wirklich nur reine Theorie oder sind die
Arbeitgeber dazu verpflichtet, sich daran zu halten?

jeder Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter nach Belieben fürs Nichtstun bezahlen. Das passiert häufig und eher unfreiwillig während der regulären Arbeitszeit, (möglicherweise) häufiger und nach den gesetzlichen bzw. vertraglichen Vorgaben während des Urlaubes.

Wenn also ein Arbeitgeber dem Mitarbeiter Urlaub jenseits dessen gewährt, was dieser bis dahin an Anspruch erworben hat, bedeutet das für den Fall, daß man sich doch dazu entschließt, sich während der Probezeit wieder voneinander zu trennen, daß der Mitarbeiter fürs Nichtstun über das gesetzlich bzw. vertraglich bestimmte Maß hinaus bezahlt wurde. Inwieweit sich Arbeitgeber im allgemeinen und Dein möglicher zukünftiger Arbeitgeber im speziellen darauf einläßt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Noch eine Frage: ich hab eine Stelle vom Wasserwirtschaftsamt
gefunden. Wie machen es derartige Ämter? Unterliegen die
Sonderregelungen oder kann man da auch einfach reden und ne
Lösung finden?

Reden kann man immer. Ob es eine für beide Seiten angenehme Lösung gibt…siehe oben.

Gruß,
Christian

Hi Spekulantina,

*grins* so waren meine Fragen gar nicht gemeint, dass Du das hier öffentlich beantworten solltest :wink: Mir las sich das so, dass Du schon als FSK gearbeitet hattest, das nicht so dolle fandest, dann studiert hast das noch weniger dolle fandest und nun zum (vermeintlich) kleineren Übel zurück willst. Aber da Du den Beruf noch nicht kennst und es jetzt Chancen für Dich gibt: ran an die Bewerbungen - Du hast nicht wirklich viel zu verlieren, ausser einem „abgebrochenen“ Studium im Lebenslauf und evtl. falls Du später noch was anderes studieren möchtest Argumentationsprobleme wegen Bafög und „Zweitstudium“.

*wink* und viel Erfog

Petzi