Macht Efeu einen Baum kaputt?

Hallo zusammen,

auf meiner Terrasse steht ein prächtiger alter Nussbaum, dessen Stamm von unten bis zur ersten Astgabelung mit Efeu bewachsen ist.

Das sieht eigentlich prima aus, aber nun hat mir ein Besucher gesagt, der Efeu würde den Nussbaum killen, wenn ich ihn nicht entfernen oder zumindest radikal stutzen würde.

Stimmt das? Und wenn ja: Wie kriege ich den Efeu ab? Der hängt in der Rinde, als würde er zum Baum gehören.

Schöne Grüße,
Jule

Servus,

Efeu schmarotzt nicht, er nutzt den Baum nur als Stütze, weil er aus eigener Kraft nur eine kleine Krone ausbilden kann.

Ob die Konkurrenz um Licht und Wasser den Baum einschränkt, hängt vom Standort und vom Baum ab. Ob es überhaupt Bäume gibt, die von Efeubewuchs ganz zugrund gehen, weiß ich nicht zu sagen - es ist aber jedenfalls eine seltene Ausnahme. Es wäre übrigens auch funktionell für den Efeu nicht nützlich, wenn er sich seine eigene Stütze nähme.

Dem Nussbaum traue ich nicht zu, dass er sich von einem Efeu sehr stören lässt. Mag sein, dass er etwas weniger riesig wird, als er es von sich aus als Solitär täte.

Mit den Jahren (etwa ab dem siebten … zehnten Lebensjahr), wenn er anfängt zu blühen und die Blattform ändert, wächst Efeu nicht mehr stark in die Länge und bildet eine eher gedrungene Form mit kürzeren, dichteren Trieben aus. Dann hat sein Träger eh weitgehend Ruhe, abgesehen von den einzelnen Bereichen, in denen er überhaupt kein Licht mehr bekommt. Das ist aber nur ein kleiner Teil seiner Krone, und es reicht aus, wenn er die betroffenen Äste stillegt und woanders weitermacht.

Schöne Grüße

MM

Hallo Martin,

vielen Dank, diese Antwort beruhigt mich sehr. Der Efeu blüht seit diesem Jahr und ich bemerke tatsächlich, dass er nicht mehr so expansiv wächst. Der Nussbaum ist ca. 30 Jahre alt und ein wirklich prächtiger Solitärbaum, für dessen Rettung ich im Notfall eigenhändig jeden Efeutrieb gekappt hätte.

Erfreute Grüße
Jule

Hallo Jule!

Bei dieser Frage wirst Du immer auf gegensätzliche Meinungen stoßen. Vor allem ältere Leute neigen dazu zu sagen, dass der Baum eingeht. Ich persönlich sehe das nicht so. Bei uns in der Nähe ist die Donauau, und da ist fast jeder Baum von Efeu bewachsen. Dürre Bäume gibt es aber dort nicht.

Bei einem Nussbaum hätte ich keine Bedenken, den Efeu wachsen zu lassen. Und schön sieht es ja wirklich aus.

Ein Problem kommt aber sicher auf Dich zu: Sobald der Efeu nach ein paar Jahren blüht und dann Samen bildet, gehen überall im Garten kleine Efeupflänzchen auf. Die sind aber leicht auszureißen.

Liebe Grüße

Waldi

Servus,

Vor allem ältere Leute neigen dazu zu sagen, dass der
Baum eingeht.

Es ist allerdings so, dass auf die Bitte um Benennung von Beispielen für Bäume, die wegen Efeubewuchs abgestorben sind, keine rechte Antwort zu erhalten ist. Ich habe das Gefühl, da spielt ein unterschwelliges Gruseln vor allem, was unordentlich oder unaufgeräumt ausschaut, mit hinein.

Wenn eine mit einem starken Efeu bewachsene Robinie, die auf schwerem Auenton steht, schon mit fünfzig Jahren nachlässt und zuletzt abstirbt, und wenn es ihrer zehn Meter entfernten Nachbarin ohne Efeu genauso geht, ist das eher ein Beleg dafür, dass Robinien besser auf Sand als auf kaltem, staunassem Ton stehen, als ein Beleg dafür, dass der Efeu die eine unmittelbar und die andere durch eine geheimnisvolle Fernwirkung umgebracht hat.

Schöne Grüße

MM

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Frage: Maximale Wuchshöhe?
Hi Martin!

Ich würde außerdem vermuten, dass Efeu evtl. eine maximale Wuchshöhe hat bei der der Wassertransport nicht mehr so recht funktioniert?

Weiß Du zufällig, ob das so ist und wie hoch Efeu werden kann?

Grüße
kernig

Servus,

nein, das weiß ich nicht - ich glaube, damit sollten wir ins Biobrett umziehen.

Exemplare mit acht bis neun Metern kenne ich aus Anschauung, aber ob Efeu irgendwelche besonderen Vorrichtungen für den Wasserdruck hat, kann ich nicht sagen.

botanicus.de gibt bis 20 Meter Wuchshöhe an, aber lieber wäre es mir, wenn Efeu ein Gewürz wäre und die Angabe von Gernot Katzer käme: Dann täte ich sie ohne weitere Vorbehalte übernehmen.

Schöne Grüße

MM

Wenn eine mit einem starken Efeu bewachsene Robinie, die auf
schwerem Auenton steht, schon mit fünfzig Jahren nachlässt und
zuletzt abstirbt, und wenn es ihrer zehn Meter entfernten
Nachbarin ohne Efeu genauso geht, ist das eher ein Beleg
dafür, dass Robinien besser auf Sand als auf kaltem,
staunassem Ton stehen, als ein Beleg dafür, dass der Efeu die
eine unmittelbar und die andere durch eine geheimnisvolle
Fernwirkung umgebracht hat.

Hallo MM
Lass das keinen Esoteriker lesen! Die bezeichnen dich dann als schrecklich materialistisch und sagen, dass dir die ganzheitliche Betrachtungsweise fehlt. :wink:
Grüße
Ulf

Hallo Waldi,

Vor allem ältere Leute neigen dazu zu sagen, dass der Baum eingeht.

Das stimmt auch in meinem Fall. Besagte Dame war 75 und felsenfest davon überzeugt, dass das ein „Killer-Efeu“ sei. Sie sagte, es gäbe unterschiedliche Efeuarten, von denen manche schmarotzen, indem sie sich mit kleinen Würzelchen unter die Rinde bohrten.

Zum Beweis zeigte sie mir, dass der Efeu nicht von der Rinde zu lösen war.

Schöne Grüße,
Jule