Hallo Wbw
…entsteht nach meinen
Erfahrungen eine Denkunfähigkeit, eine Art
Schwachsinnigkeit, die sich immer weiter entwickelt, je länger
man lügt und sich nicht um die
Wahrheit bemüht.
Nee, tut mir led, aber da hast Du Dir was ausgedacht, was Dir
vielleicht in den Kram passt, was aber
psychiatrisch-psychotherapeutisch gesehen einfach nicht
existiert.
Hhm, ich las vor kurzem einen Artikel, der mich vermutlich auf diese Frage lenkte. Angeblich
würde die Hirnforschung bestätigen, daß Lügen zu Veränderungen des Hirns führt. Da neuronale
Prozesse ständig stattfinden und wir unser Denkvermögen entwickeln oder reduzieren, solange
wir funktionieren, kann ich mir allenfalls für das bisher nicht Auffälligwerden meiner
Befürchtungen folgende Erklärung geben:
Wie will man schon herausfinden, ob ein Patient lügt oder so viel gelogen hat, daß seine
Intelligenz darunter gelitten hat? Wer weiß schon, was Lüge und Wahrheit ist, wo doch das
Herausfinden eine Gratwanderung ist, gesteuert von vielfältigen Interessen …? Ich wurde
schon sehr oft damit konfrontiert, daß Leute nicht wußten, was Wahrheit ist. Also dürfte es
allgemein nicht einfach sein, verlogenes Denkverhalten zu diagnostizieren, um dann
Intelligenzverluste feststellen zu können.
Womit begründest Du, daß mein Denkansatz
falsch ist?
Sowohl a) wiss. Literatur als auch b) eigene Erfahrungen in
jahrzehntelanger Praxis. 
Na ja, ich dachte jetzt mehr an für mich nachvollziehbare Begründungen. Ich will Dir nicht
unterstellen, daß Du falsch liegst, doch weiß ich sehr gut, wie leicht man sich täuschen und
täuschen lassen kann. In der Praxis und in der Literatur findet sich ja auch nur das, was
vorhanden ist, sodaß neue Erkenntnisse kaum darin zu finden sind.
Ich glaube nicht, daß
wir mit den besten Wahrnehmungsfähigkeiten ausgestattet auf
die Welt kommen, sondern daß wir
Wahrnehmung erst lernen müssen, sodaß ich mir jetzt ungerne
von Dir umgekehrt einen Schuh
anziehen lasse. 
Die wirklich wesentlichen Störungen der Wahrnehmungsfähigkeit
entstehen in den ersten 6 Monaten des Säuglings durch
mangelnde Zuwendung, Inkonstanz und anderes mehr. Wir haben es
dann mit den sogenannten FRÜH GESTÖRTEN Patienten zu tun, zu
welchen z.B. die Schizoiden, die Narzissten und die
Borderline-Persönlichkeiten gehören.
Auch für ein „Multitalent“ wie Dich (laut Deiner ViKa) gilt
hier: „Schuster, bleib bei deinem Leisten!“ - um im Bild, also
beim Überschrift-Thema, zu bleiben.
Gruß,
Branden
Ich denke, Du bist für Deine Beschäftigung mit meinem Thema von verhaltensauffälligen
Störungen ausgegangen. Wie schon gesagt, begegnen mir im Alltag ständig sehr viele
unauffällige in Gestalt von Mitmenschen, denen man ihre verminderte Denkfähigkeit nicht so
ohne weiteres ansieht. Ob jemand klar denken kann oder ob er nicht mehr klar genug im Kopf
ist, um mit anderen gut zurechtzukommen, zeigt sich ja oft erst in Konfliktsituationen. Und
dann stehen sich sehr schnell zwei Kontrahenten gegenüber, die allenfalls Hilfe von
Rechtsanwälten oder Psychologen erwarten und ihre Verwirrungen und Wahrheitsverzerrungen kaum
mit Nichtbeteiltigen teilen. Insofern vermute ich noch viel Forschungsbedarf,