Hallo Beate!
Auch Dir vielen Dank für Deinen hilfreichen Posting! :o))
Hallo Helena!
Da scheinst du ja bei euch in München ein großes Problem zu
haben.
In der Tat!! Und wiiiiiiiiie!
Wie du weißt, betreibe ich einen kleinen privaten
Kindergarten, hast du eigentlich meine Mail bekommen?
Post ist nochmals unterwegs…
Ich will dir mal einen kleinen Leitfaden aufschreiben, was es
alles für Kinderbetreuungseinrichtungen gibt. Leider kenne ich
mich nur in Niedersachsen aus, also alles unter Vorbehalt.
Ich kann mir aber vorstellen, daß keine so große Unterschiede zwischen Niedersachsen und Bayern geben wird…
Es gibt die stinknormalen Kindergärten,wo ausgebildete
Erzieherinnen Kinder von 3-6 Jahren betreuen, das Angebot
reicht von Vormittagsplätzen, über Ganztagsplätzen bis zu
reinen Nachmittagsplätzen. Hier in Niedersachsen ist es die
Regel, das Kinder, die im laufenden
Kindergartenjahr(Aug.-Aug.)3 Jahre alt werden, aufgenommen
werden dürfen. Wohlgemerkt DÜRFEN. Theoretisch kann dein Sohn
im nächsten August aufgenommen werden, wenn nicht Kinder die
vor ihm 3 Jahre alt werden da sind. Da du aber allein
Erziehend bist, hättest du hier gute Chancen, einen Platz auch
vor einem älteren Kind zu bekommen.
Ja und das ist das Problem, eben: David Robert ist am 18. Oktober auf die welt gekommen. Und alles scheint dahin zu laufen, daß ich erst ein Platz für David bekommen werde, 1 Monat bevor er 4 wird. Und daraus ergibt sich das Problem, daß ich so nicht weiß, wie ich dann arbeiten gehe, nach seinem 3. Geburtstag!..
Dann gibt es noch die Kinderspielkreise. Hier werden die
Kinder von Frauen betreut, die keine ausgebildeten
Erzieherinnen sind, aber meißt langjährige Erfahrungen und
Fortbildungen haben, so dass ich es eigentlich ziemlich
ungerecht finde, dass sie sooo viel schlechter bezahlt werden,
als eine „Fachkraft“. Kinderspielkreise werden meist von
Gemeinden betrieben und haben oft nur eine Gruppe, also recht
überschaubar.
Wie gesagt, Hauptsache er ist gut betreut (und dafür muß man kein Diplom haben, finde ich zumindest!) und hat anderen Gleichaltrigen zum mitspielen.
Kommen wir nun zu den kleinen Kindertagesstätten. Dazu gehört
meine Einrichtung. Kleine Kindertagesstätten sind oft
Kindergärten die von Elterninitiativen oder privaten Personen
betrieben werden. Kleine Kindertagesstätten beschäftigen
ausgebildete Erzieherinnen und sind wie es der Name schon sagt
klein, also wenige Kinder. Es lohnt sich, die Konzepte
miteinander zu vergleichen.
Mit Konzepte, meinst du, daß sie sich einen bestimmten „Thema“ anpassen? zB Wald oder so??? Ist das was Du meinst?
Dann gibt es hier noch die freien Kindergärten und die
Waldorfkindergärten. Beide arbeiten nach den Regeln der
Waldorfpädagogik, ist sehr interessant, aber vielleicht nicht
jedermanns Sache. Erzieher die in solchen Einrichtungen
arbeiten, haben meist noch eine Zusatzausbildung.
Ich kenne mich damit auch nicht aus…
Allen diesen Kinderbetreuungseinrichtungen ist eines
gemeinsam, sie haben einen sogenannten Träger. Das kann die
Kirche sein, oder die Gemeine selbst, oder es sind freie
Träger, wie die Arbeiterwohlfahrt,der Kinderschutzbund oder
eingetragene Elternvereine.
Ja, in unmittelbare Nähe meiner Wohnung gibt es 3 Kirchen. Ich werde mich dort auch erkündigen und evtl vormerken lassen.
Hat eine Einrichtung keinen Träger, wird sie hier in
Niedersachsen „Sonstige Kindertagesstätte“ genannt. Lach
nicht, ist traurig aber wahr, wir waren 3 Jahre eine Sonstige,
mit den Nachteilen, keinerlei staatliche Förderung zu
erhalten. Es gab weder von der Gemeinde, noch vom Kreis , noch
vom Land entsprechende Zuschüsse, so dass alles über die
Elternbeiträge abgedeckt werden mußte.Da das in einem
strukturschwachen Landkreis sehr schwierig ist, war ich
gezwungen, mir einen Träger zu suchen.
Das kann ich mir denken! Schön, daß Du jetzt einen Träger für Deine einrichtung gefunden hast!
Kindergärten, Spielkreise und kleine Kindertagesstätten
gestalten ihre Elternbeiträge hier nach einer Sozialstaffel.
Einkommensschwache Eltern können beim Jugendamt einen Antrag
auf wirtschaftliche Jugendhilfe stellen und bekommen die
Beiträge entsprechen ihrer Einkommensverhältnisse ganz oder
teilweise erstattet.
Guuuuuuuut zu wissen!!! Danke!
Freie und Waldorfkindergärten sind meißt etwas teurer, das
Jugendamt bezahlt dann auch nur Zuschüsse, wie für einen
„normalen Kindergarten“, es sei denn, man kann nachweisen,
dort keinen Platz bekommen zu haben.
Wir Kindereinrichtungen hier im Umkreis setzen uns im März
jeden Jahres zusammen und gleichen unsere Anmeldungen ab, da
auch hier der Anmeldetourismus sehr in Mode ist.
Da ich nicht in Niedersachsen wohne, weiß ich nicht. Aber hier in Bayern kann ich diesen „Tourismus“ irgendwie sehr gut verstehen. Ich denke aber, daß auf Dauer eine Lösung gefunden werden sollte, wonach die Eltern ihre Kindern auf einer Liste in einem Amt eintragen lassen und dann sieht das Amt zu, daß alle einen Platz kriegen. Ich glaube, solange so etwas oder Ähnliches nicht Realität wird, wird dieses „Tourismus“ geben. Ob man will oder nicht…
Wir versuchen
hauptsächlich Wohnortnah zu entscheiden. Jedem kann man es
aber nicht recht machen. Auf jeden Fall hat eine allein
erziehende Mutter immer gute Chancen, vorrangig bedacht zu
werden.
Sogenanntes Härtefall, oder?
So, ich hoffe, ich konnte dir etwas weiter helfen.
Auf jeden Fall, liebe Beate! Vielen herzlichen Dank und ein Sternchen
von mir! du hast mir geklärt wie diese Einrichtung „von innen“ sind!
Liebe Grüße von Beate
Auch ganz liebe Grüße von mir,
Helena
PS: Da ich zur Zeit 2 Zwerge hier habe die erst im Feb und Mai
2004 drei Jahre alt werden, die sich aber sauwohl fühlen und
unheimlich viel von den „Großen“ lernen, kann ich deine Sorgen
verstehen, das dein Sohn nur allein mit dir, das Spielen mit
Gleichaltrigen sehr vermisst. Ich habe die Erfahrung gemacht,
dass 2 1/2 Jährige sich oftmals viel leichter in eine
Kindergruppe einfügen, als Kinder mit 3 1/2 Jahren.
Danke Beate! Man sieht an diesen Zeilen, daß Du dich sehr gut in der Lage anderer hineinversetzen kannst! Genauso denke ich auch…