Liebe Claudia,
zweierlei kommt mir dabei in den Sinn, ich versuche mal, das in klare Worte zu fassen, zunächst aber eine Warnung:
Der folgende Beitrag kann stellenweise „Humor“ enthalten, in einzelnen Fällen kann „Humor“ verdeckt sein in „Ironie“ oder „Zynik“.
Allergiker gegen „Humor“ oder Personen mit verengtem Sichtfeld (Eng-Stirn-Syndrom) lesen auf Eigene Gefahr weiter.
Ich hoffe ich bin hier richtig. Ich würde gern mal wissen,
warum es für manche Männer so schwer ist sich mit dem Gedanken
Vater zu werden anzufreunden. Meine Situation: Glückliche
Beziehung seid 3,5 Jahren. Kinder waren bis jetzt immer ein
Thema für uns beide. Jetzt sieht es so aus, als hätte mein
Freund mir die ganze Zeit nicht die Wahrheit gesagt, denn er
möchte nun keine Kinder mehr.
Vielleicht weil´s nun ernst zu werden droht ? Hat er das Ganze vielleicht bisher in die ferne Zukunft projiziert, so nach dem Motto: „Das ist im Moment eh´ nicht aktuell, da befasse ich mich mit, wenn´s soweit ist!“ Hat er vielleicht bei sich gedacht, daß sich der Wunsch bei Dir wieder legen wird ?
Daran scheint unsere Beziehung zu zerbrechen, da ich einfach
nicht auf Kinder in meinem Leben verzichten kann oder will.
Wie kann dieser Mann mich lieben und gleichzeitig unsere
Beziehung zerbrechen lassen, weil er in diesem Punkt nicht
nachgeben kann/will. Seine Gründe sind: zu alt (er ist 40) und
der Verzicht auf Freiheit.
Wie bereits gesagt: Wenn die Ziele und Wünsche unvereinbar sind, dann kann daran die Beziehung zerbrechen und nicht daran, daß einer (oder EINE !!!) nicht nachgeben will. Unterschwellig wifst Du ihm ja vor, er lasse die Beziehung scheitern. Das ist IMHO so nicht richtig.
Liebe Männer, wie seht ihr das welche Gründe habt ihr? Könnt
ihr meinen Freund verstehen?
Oh ja, sehr gut sogar. Ich bin selbst auch vierzig, meine Situation ist allerdings eine etwas andere. Als ich 1992 meine heutige Frau kennen lernte hatte sie bereits zwei Kinder (damals 6 + 10) aus erster Ehe und hatte sich bereits vor einiger Zeit sterilisieren lassen.
Wir haben also schon am Anfang klargestellt: Wenn ich (eigene) Kinder will, muß ich mir eine andere suchen. Und wenn sie kein Motorradfahren mag, muß sie zu Hause bleiben 
So hat eben jeder seine Prioritäten.
Ich wurde öfter mal von Bekannten und Verwandten gefragt, ob ich denn keine eigenen Kinder will und ob ich das nicht einmal bereuen würde.
Definitiv: NEIN !
Inzwischen weiß ich, daß ich alles richtig gemacht habe. Ich fühle mich heute zu alt, um mich dem Streßfaktor „Kind“ auszusetzen und zu jung um das aufzugeben, was ich aufgeben müßte, angefangen von der Nachtruhe bis zum Urlaub. (Da können jetzt die Berufsmütter und Familie-mit-Kinder-für-das-einzig-befriedigend-Finder aufschreien und mich einen Egoisten nennen, das ist mir egal).
Ich kenne meine Grenzen und weiß, was mir bekommt. So einfach ist das.
Kinder (insbesondere kleine) zu Besuch, auch mal über Nacht, kein Thema. Aber dann ist wieder gut. Ist mehr so auf Leasingbasis wie ein Auto: Wenn´s komische Geräusche macht oder undicht ist, dann gibt man´s zurück 
Kurz gesagt: Ich würde sehr schnell „wat anne Mütze kriegen“ wenn mein Privatleben durch ein Kind in einem von mir nicht akzeptierten Maß bestimmt würde. Und da hat dann keiner was von.
Gruß
Bernd