Männer und Kinderwunsch

Hallo zusammen!

Ich hoffe ich bin hier richtig. Ich würde gern mal wissen, warum es für manche Männer so schwer ist sich mit dem Gedanken Vater zu werden anzufreunden. Meine Situation: Glückliche Beziehung seid 3,5 Jahren. Kinder waren bis jetzt immer ein Thema für uns beide. Jetzt sieht es so aus, als hätte mein Freund mir die ganze Zeit nicht die Wahrheit gesagt, denn er möchte nun keine Kinder mehr.

Daran scheint unsere Beziehung zu zerbrechen, da ich einfach nicht auf Kinder in meinem Leben verzichten kann oder will.
Wie kann dieser Mann mich lieben und gleichzeitig unsere Beziehung zerbrechen lassen, weil er in diesem Punkt nicht nachgeben kann/will. Seine Gründe sind: zu alt (er ist 40) und der Verzicht auf Freiheit.

Liebe Männer, wie seht ihr das welche Gründe habt ihr? Könnt ihr meinen Freund verstehen?
Liebe Psychologen was sagt ihr dazu?

Verzweifelte und von Liebeskummer geplagte Grüße!

Hallo,
zunächst, wenn die Beziehung zerbricht, dann weil er keine und Du Kinder willst und nicht weil er die Beziehung zerbrechen läßt. Unstimmigkeit in einer zentralen Frage aber kein „Schuldiger“.
Bis 28 habe ich selbst Vergleiche a la „Vater und HIV positiv werden ist für mich das gleiche“ abgelassen (abstrahiert auf Freiheitsentzug). Dann kam der Umschwung, vermutlich auch durch die größere Häufigkeit von Kindern im näheren Bekanntenkreis. Wie sieht das bei Euch aus ? Überwiegend kinderlose Bekannte oder Familien ?
Wie ich in ein paar Jahren reagieren werde - keine Ahnung - vielleicht erkennt man, daß sich ohne Kinder „bequemer“ leben läßt, keine Notwendigkeit besteht, eingefahrene „Rituale“ zu ändern.
Eine andere Erklärung wäre, daß er Eurer Beziehung keine Zukunft gibt.

Gruss
Enno

Liebe Claudia,

zweierlei kommt mir dabei in den Sinn, ich versuche mal, das in klare Worte zu fassen, zunächst aber eine Warnung:
Der folgende Beitrag kann stellenweise „Humor“ enthalten, in einzelnen Fällen kann „Humor“ verdeckt sein in „Ironie“ oder „Zynik“.
Allergiker gegen „Humor“ oder Personen mit verengtem Sichtfeld (Eng-Stirn-Syndrom) lesen auf Eigene Gefahr weiter.

Ich hoffe ich bin hier richtig. Ich würde gern mal wissen,
warum es für manche Männer so schwer ist sich mit dem Gedanken
Vater zu werden anzufreunden. Meine Situation: Glückliche
Beziehung seid 3,5 Jahren. Kinder waren bis jetzt immer ein
Thema für uns beide. Jetzt sieht es so aus, als hätte mein
Freund mir die ganze Zeit nicht die Wahrheit gesagt, denn er
möchte nun keine Kinder mehr.

Vielleicht weil´s nun ernst zu werden droht ? Hat er das Ganze vielleicht bisher in die ferne Zukunft projiziert, so nach dem Motto: „Das ist im Moment eh´ nicht aktuell, da befasse ich mich mit, wenn´s soweit ist!“ Hat er vielleicht bei sich gedacht, daß sich der Wunsch bei Dir wieder legen wird ?

Daran scheint unsere Beziehung zu zerbrechen, da ich einfach
nicht auf Kinder in meinem Leben verzichten kann oder will.
Wie kann dieser Mann mich lieben und gleichzeitig unsere
Beziehung zerbrechen lassen, weil er in diesem Punkt nicht
nachgeben kann/will. Seine Gründe sind: zu alt (er ist 40) und
der Verzicht auf Freiheit.

Wie bereits gesagt: Wenn die Ziele und Wünsche unvereinbar sind, dann kann daran die Beziehung zerbrechen und nicht daran, daß einer (oder EINE !!!) nicht nachgeben will. Unterschwellig wifst Du ihm ja vor, er lasse die Beziehung scheitern. Das ist IMHO so nicht richtig.

Liebe Männer, wie seht ihr das welche Gründe habt ihr? Könnt
ihr meinen Freund verstehen?

Oh ja, sehr gut sogar. Ich bin selbst auch vierzig, meine Situation ist allerdings eine etwas andere. Als ich 1992 meine heutige Frau kennen lernte hatte sie bereits zwei Kinder (damals 6 + 10) aus erster Ehe und hatte sich bereits vor einiger Zeit sterilisieren lassen.
Wir haben also schon am Anfang klargestellt: Wenn ich (eigene) Kinder will, muß ich mir eine andere suchen. Und wenn sie kein Motorradfahren mag, muß sie zu Hause bleiben :smile:
So hat eben jeder seine Prioritäten.
Ich wurde öfter mal von Bekannten und Verwandten gefragt, ob ich denn keine eigenen Kinder will und ob ich das nicht einmal bereuen würde.
Definitiv: NEIN !
Inzwischen weiß ich, daß ich alles richtig gemacht habe. Ich fühle mich heute zu alt, um mich dem Streßfaktor „Kind“ auszusetzen und zu jung um das aufzugeben, was ich aufgeben müßte, angefangen von der Nachtruhe bis zum Urlaub. (Da können jetzt die Berufsmütter und Familie-mit-Kinder-für-das-einzig-befriedigend-Finder aufschreien und mich einen Egoisten nennen, das ist mir egal).
Ich kenne meine Grenzen und weiß, was mir bekommt. So einfach ist das.
Kinder (insbesondere kleine) zu Besuch, auch mal über Nacht, kein Thema. Aber dann ist wieder gut. Ist mehr so auf Leasingbasis wie ein Auto: Wenn´s komische Geräusche macht oder undicht ist, dann gibt man´s zurück :smile:
Kurz gesagt: Ich würde sehr schnell „wat anne Mütze kriegen“ wenn mein Privatleben durch ein Kind in einem von mir nicht akzeptierten Maß bestimmt würde. Und da hat dann keiner was von.

Gruß
Bernd

Hi Claudia!
Ich bin zwar kein Psychologe aber ich versuch es mal so zu schildern wie ich mich an der stelle deines freundes fühlen würde.
Ein Kind zu bekommen ist ein riesen Schritt in einer Beziehung, selbst nach 3,5 Jahren glücklicher Beziehung. Ein Kind bedeutet Verantwortung. und zwar nicht nur für ein paar jahre, sondern für immer. Dein Freund hat wohlmöglich diese wandlung bekommen als er merkte dass du es jetzt richtig ernst meinst und am besten gleich. Vielleicht kommt er noch nicht damit klar und muss erst überzeugt werden. An deiner stelle würd ich nochmal in Ruhe mit ihm reden um zu wissen wie er sich eure beziehung weiterhin überhaupt vorstellt.

ciao sagt Norman

Hi,

ich kann nur zu dem Alter was sagen: Mein Vater ist vor zehn Jahren mit 41 nochmal Vater geworden und macht seine Sache (inzw. alleinerziehend) echt gut! Das ist definitiv keine Ausrede!!!

Grüße
Natascha

Wenn Dein Freund (nun) sagt, dass er keine Kinder haben will, ist das zunächst in keinster Weise „schlechter“ als Deine Haltung.
Sofern er das erst seit Kurzem (seit Du „Druck machst“) sagt, gilt in Deutschland „in dubio pro reo“, also die Möglichkeit, dass er diese Erkenntnis auch erst kürzlich gewonnen hat.
Hast Du konkrete Hinweise darauf, dass es das schon länger weiss bzw. Dich belogen hat, so ist das in der Tat verwerflich und (in dieser zentralen Frage) keine Basis für eine weitere Beziehung.
Mein praktischer Rat: suche einen Partner, der sich mit Dir nicht nur am „Kinder machen“ freut, sondern die Ergebnisse davon auch mit Dir teilen möchte. Mit Deinem derzeitigen Partner wirst Du m. E. niemals wirkliche Freude daran haben.

Erstmal Danke liebe Männer für Eure Einschätzung.

So wie ihr das seht, kann ich auf jeden Fall die Hoffnung aufgeben, dass er sich „ändern“ wird…
Das tut sehr weh, da er mein Traumpartner ist.
Leider ist es aber auch so das da eben dieser starke Kinderwunsch ist, den ihr Euch als Männer vielleicht nicht vorstellen könnt. Dieser Wunsch, den ich schon mein Leben lang habe (und den er seit Anfang an kennt) läßt sich leider nicht unterdrücken, wie ich zu Anfang dachte. Hinzu kommt noch, dass er eine Tochter aus erster Ehe hat und mit ihr sehr gern zusammen ist und sie nicht missen möchte.

Wenn ich die beiden zusammen sehe, bin ich einfach total gekränkt und sauer, dass er mir dieses Erlebnis und diese Gefühle nicht „gönnt“. Hört sich nicht gerade edel an, ist aber so.

Wenn man sich trennt, weil man sich nicht mehr versteht ist das ja was anderes, aber so…

Würde mich sehr über weitere Meinungen freuen! Das hilft mir die andere Seite - wenn schon nicht zu akzeptieren - so doch besser zu verstehen.

Liebe Grüße!

hi claudia

ja!!! ich kann ihn voll und ganz verstehen. kinder sind für mich absolut kein thema. in maßen genossen sind sie gerade noch erträglich aber ansonsten möchte ich keine blagen um mich haben. sie sind nervend, lärmend, fordernd, wenn sie klein sind stinken sie sogar. nachts bringen sie dich um deinen wohlverdienten schlaf. abends hindern sie dich daran mit deinen kumpels eine brennen zu gehen. wenn du pech hast, wie zwei meiner bekannten, ist ab der geburt feierabend mit der aufmerksamkeit die dir deine frau früher mal entgegenbrachte.

wenn ich irgendwo zu besuch bin und eine fast schon hysterisch stolze mutter mir ihren balg auf den schoß setzen will mit den worten: ist der nich süüüüüüüüß??? krieg ich pickel.

zugegeben meine meinung ist vielleicht für die eltern hier ein wenig extrem. aber ihr müsst sie tolerieren, wie ich die eure auch hinnehmen muss.

liebt und umsorgt eure kinder, blast ihnen zucker in den a…, stellt sie über alles, aber lasst mich damit in ruhe.

sorry, musste raus

markus

Hör´ doch auf damit, …
… ihn verstehen zu wollen.

>>

Da ER bereits ein Kind hat, weiss er doch haargenau, wovon er spricht und worum es geht - er will es nicht und auch nicht mit Dir.

Statt ihn verstehen zu wollen, suche den Partner, der mit Dir Deine Wünsche leben kann und will und das mit aller Konsequenz.

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Hi,
wie alt bist du eigentlich?
Hast du noch viel Zeit Kinder zu bekommen?

vg jima

Hallo Jima!

Ich bin 36 Jahre. Und wie Du / ihr wahrscheinlich zu recht denkt ist das sicher „Torschluss-Panik“. Macht nix - ich steh’ dazu. Ich wünsche mir schon immer Kinder und nicht erst ab 30.

Und natürlich habt ihr recht, wenn ihr sagt, dann musst Du Dich halt trennen und Dir einen Mann suchen, mit dem Du Kinder bekommen kannst. Aber wart ihr auch schon mal so richtig - ich meine mit Haut und Haaren - verliebt?

Gruß, Claudia

Hallo Claudia,

dein Problem wird vorallem sein, dass du momentan keine Entscheidung auf einer klaren Linie treffen kannst. Auf dem Gefühlssektor liebst du deinen Freund und möchtest Kinder. Auf dem Verstandsektor müßtest du dich zwischen dem einen oder anderen entscheiden. Wenn du dich entscheidest, dann hast du eines gewonnen und das andere verloren, wahrscheinlich halten sich beide Werte die Waage, so dass dem Gewinn ein gleichwertiger Verlust gegenüber steht.
Und das ist mehr als Schmerz, das ist Verzweiflung, wenn man dem Gefühl einen Namen geben will.
Aber wenn du so viel Liebe für deinen Freund empfindest, dann müßtest du ebenso viel Liebe von deinem Freund bekommen, nicht wahr. Besteht denn nicht die Möglichkeit, dass Ihr das Leid zusammentragt?
Vielleicht fühlt er sich momentan als Buhmann, und schottet sich gegen dich ab. Könnte ja sein, ich weiss es nicht. Du möchtest etwas Lebensentscheidendes von ihm, was er dir nicht geben will. Vielleicht solltest du gesprächsweise diese Gabe nicht so sehr in den Gesprächsmittelpunkt stellen, dass daraus ein Gezerre zwischen Euch entsteht - das macht höchstens einsam.
Vielleicht solltest Ihr Euch über „was wäre wenn Leben“ austauschen. Welche Szenarien hat er vor Augen, wenn ein Kind da wäre, wie stellst du dir das Leben zu Dritt vor. Und wie wäre Euer Leben, wenn Ihr kinderlos bliebet - will er so die nächsten 20 Jahre weiterleben wie bisher - oder hat er Pläne, die ohne Kinder besser umzusetzen sind? Welche Bedenken hast du, wenn du kinderlos bliebest?.. Also, Gesprächsstoff gäbe es genug zwischen Euch. Ihr müßt nur mehr Vertrauen zu einander haben. Das ist etwas, was du aktiv einfordern könntest.

Zusammenleben bedeutet immer sich mit einschneidenden Lebensentscheidungen auseinander zu setzen, das will gelernt sein. Ich könnte mir vorstellen, dass hier jeder davon erzählen könnte, der in langjährigen Beziehungen lebt (Beruf, Umzug, Trennungen, Auslandsaufenthalte, Krankheiten…).
Doch alles in allem wirst du für dich nicht herum kommen Stellung zu beziehen - du höchstpersönlich dir gegenüber. Das ist das mindeste was du für dich tun kannst. Dann könnte es sein, dass du bei noch sovielen zermürbenden Gefühlen den Boden unter den Füßen behältst, weil du mit einer inneren Haltung vorgesorgt hast.
Kopf hoch, wer an sein Glück glaubt, hat auch welches :smile:

viele Grüße
grilla

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