Männer und Mütter

Hallo!

Immer wieder gesehen- nah erlebt…Männer, die den Absprung von zuhause nicht schaffen und bis…zT 50 Jahren bei den Müttern wohnen bleiben.

Warum ist das so? Wie wird das psychologisch erklärt?

Wieso findet man es so oft bei Männern- wieso seltenst bei Frauen?

Ich kann ja verstehen, daß das Leben mit einer hingebungsvollen Mutter sehr angenehm ist…- aber wenn man doch davon ausgeht, daß man Vorgelebtes nachlebt…- und dann scheint es wiederum aber oft zu sein, daß die Väter dieser Söhne arbeiten gehen- zT sehr viel…wieso wird dann DIESEM Vorbild nicht gefolgt??

Entspringt alles dem Egoismus der Mütter, die nicht loslassen können- wollen?
Inwieweit kann sich so ein Mann lösen??..erkannt wird diese doch von aussen oft als durchaus „extreme Lebensweise“ von diesen Menschen gar nicht…„mir gehts doch gut!“.

Wie kann es sein, daß da offensichtlich nie der Wunsch nach Eigenständigkeit vorliegt…eine richtige Frau an der Seite…nicht als Ziel empfunden wird…-- so scheint es zumindest…

kitty

Hallo!

Immer wieder gesehen- nah erlebt…Männer, die den Absprung
von zuhause nicht schaffen und bis…zT 50 Jahren bei den
Müttern wohnen bleiben.

Ja, habe ich auch schon gesehen… Bates hat sogar seine potentiellen Ehegattinen ermordet und das auch noch als seine eigene Mutter:smile:

Warum ist das so? Wie wird das psychologisch erklärt?

Da fällt mir sofort der Begriff „Mutterkomplex“ ein…

http://www.vaeternotruf.de/mutterkomplex.htm

Wieso findet man es so oft bei Männern- wieso seltenst bei
Frauen?

Weil vielleicht einige Frauen ihre Söhne einerseits wie die Paschas erziehen, gleichzeitig aber den Jungs auch Schuldgefühle vermitteln???

Ich kann ja verstehen, daß das Leben mit einer
hingebungsvollen Mutter sehr angenehm ist…- aber wenn man
doch davon ausgeht, daß man Vorgelebtes nachlebt…- und dann
scheint es wiederum aber oft zu sein, daß die Väter dieser
Söhne arbeiten gehen- zT sehr viel…wieso wird dann DIESEM
Vorbild nicht gefolgt??

Wäre mann nicht blöde, wenn mann auf das Paschadasein verzichten würde?! O.K. Schuldgefühle muss mann dafür vielleicht in Kauf nehmen, nichts ist umsonst?!

Entspringt alles dem Egoismus der Mütter, die nicht loslassen
können- wollen?

Nein. Das entspringt einem patriachalischem Rollenverständnis:smile:

Inwieweit kann sich so ein Mann lösen??

Wenn er es will, dann kann er! Aber ob er will? Hat er trifitge Gründe, sicher… aber die Schuldgefühle nagen vielleicht doch weiter?

…erkannt wird diese

doch von aussen oft als durchaus „extreme Lebensweise“ von
diesen Menschen gar nicht…„mir gehts doch gut!“.

Eben. Geht es ja auch - wie gesagt, alles hat seinen Preis.

Wie kann es sein, daß da offensichtlich nie der Wunsch nach
Eigenständigkeit vorliegt…eine richtige Frau an der
Seite…

Was ist bitte eine richtige Frau?
Wurde schon untersucht, wie viele Männer sich in den „richtigen Frauen“ eigentlich auch nur wieder Mamas gesucht haben? Und ob das wohl viel mehr sind, als die paar, die mit ihrer Mutter eine Form der Symbiose leben?

nicht als Ziel empfunden wird…-- so scheint es

zumindest…

Ziele steckt man (und frau) sich, weil etwas erreicht werden soll, was den Ist-Zustand verbessern soll.

MfG, IHF

kitty

Hallo!

Warum ist das so? Wie wird das psychologisch erklärt?

Wieso findet man es so oft bei Männern- wieso seltenst bei
Frauen?

Das hat sicher grundsätzlich viel damit zu tun, dass Männer zu ihren Müttern eine gegengeschlechtliche, Frauen zu ihren Müttern eine gleichgeschlechtliche Beziehungen haben.

Deshalb ist eine Sohn-Mutter-Beziehung idR freier von Rivalitätskonflikten als Tochter-Mutter, zum zweiten entspricht sie -auch wenn sie keine (offene) Frau-Mann-Liebesbeziehung ist- stärker der gesellschaftlichen Norm der heterosexuellen Paarbildung als die Tochter-Mutter-Beziehung.

Drittens könnte man vielleicht noch eine gewisse (gewollte) Hilflosigkeit vieler Männer anführen, so Dinge wie Kochen, Putzen usw. selbst zu bewerkstelligen, so dass man hierfür die Mama braucht - bis die Ehefrau mal auftaucht, aber die könnte es ja doch nie so gut wie die Mama …
Wobei ich diesen Punkt aber eher für eine Rationalisierung halte. Dennoch: Fraglos werden durchschnittlich die Töchter von klein auf viel stärker zur Selbständigkeit erzogen als Söhne. Insofern ist das schon ein Punkt.

Ich kann ja verstehen, daß das Leben mit einer
hingebungsvollen Mutter sehr angenehm ist…- aber wenn man
doch davon ausgeht, daß man Vorgelebtes nachlebt…- und dann
scheint es wiederum aber oft zu sein, daß die Väter dieser
Söhne arbeiten gehen- zT sehr viel…wieso wird dann DIESEM
Vorbild nicht gefolgt??

wieso?
viele dieser Hotel-Mama-Männer gehen doch arbeiten …

Entspringt alles dem Egoismus der Mütter, die nicht loslassen
können- wollen?

man wird es nie auf eine Seite reduzieren können … die nicht loslassende Mutter … das bequeme Muttersöhnchen … zu einer Beziehung gehören -fast- immer zwei.

Inwieweit kann sich so ein Mann lösen??

Spätestens hier könnte man nur noch über den Einzelfall reden.
Jedenfalls sollte man diese Männer nicht alle über ein Kamm scherend pathologisieren.

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Hallo!

wieso?
viele dieser Hotel-Mama-Männer gehen doch arbeiten …

Ja- das stimmt…aber ich meinte damit, daß doch der Vater, der „vorlebt“ normalerweise so eine Versorgerrolle einnimmt.
Von den Männern, die ich erlebt habe, gab es nie den Fall, daß die Söhne dann diese „Position“ eingenommen haben.

Sie mögen dann das „stille Oberhaupt“ der Familie geworden sein…denn Mutter hört dann eher auf Sohn als auf Mann…- aber es ist eine so andere Rolle als Männer dann einnehmen, die Frau evtl mit Kindern dann versorgen.

Entspringt alles dem Egoismus der Mütter, die nicht loslassen
können- wollen?

man wird es nie auf eine Seite reduzieren können …
die nicht loslassende Mutter … das bequeme Muttersöhnchen
… zu einer Beziehung gehören -fast- immer zwei.

Ja das frage ich mich eben…gehören dazu zwei oder ist da der Sohn -warum auch immer- der Mutter „ausgeliefert“??..es beginnt ja alles schon von klein an…

Inwieweit kann sich so ein Mann lösen??

Spätestens hier könnte man nur noch über den Einzelfall reden.
Jedenfalls sollte man diese Männer nicht alle über ein Kamm
scherend pathologisieren.

naja…das möchte ich ja gar nicht…

Gruss kitty

Hallo!

wieso?
viele dieser Hotel-Mama-Männer gehen doch arbeiten …

Ja- das stimmt…aber ich meinte damit, daß doch der Vater,
der „vorlebt“ normalerweise so eine Versorgerrolle einnimmt.
Von den Männern, die ich erlebt habe, gab es nie den Fall, daß
die Söhne dann diese „Position“ eingenommen haben.

Du meinst, dass der Sohn dann vollständig die Rolle des Vaters in der Herkunftsfamilie einnimmt?

Das scheint mir doch höchst selten und arg pathologisch zu sein :wink:

Insofern wundert es mich wenig, dass du das nie erlebt hast.

Sie mögen dann das „stille Oberhaupt“ der Familie geworden
sein…denn Mutter hört dann eher auf Sohn als auf Mann…-
aber es ist eine so andere Rolle als Männer dann einnehmen,
die Frau evtl mit Kindern dann versorgen.

ja, eben. Es bleibt im wesentlichen eine Mutter-Sohn-Beziehung, auch wenn die in einer Familie sehr im Vordergrund stehen mag, und vielleicht partiell Züge einer Partnerschafts-Beziehung annehmen mag.

man wird es nie auf eine Seite reduzieren können …
die nicht loslassende Mutter … das bequeme Muttersöhnchen
… zu einer Beziehung gehören -fast- immer zwei.

Ja das frage ich mich eben…gehören dazu zwei oder ist da der
Sohn -warum auch immer- der Mutter „ausgeliefert“??..es
beginnt ja alles schon von klein an…

Das ist richtig.
Ich glaube, dass bei halbwegs gesundem Entwicklungsverlauf die Mutter-Kind-Beziehung ab so spätestens dem 2. Lebensjahr mehr und mehr reziprok wird, so dass die Beziehungsform ein Ergebnis des Zutuns beider Seiten ist.

Dass es freilich solch pathologische Fälle gibt, dass selbst erwachsene Männer sich noch nicht aus der frühkindlichen Abhängigkeit von der Mutter lösen konnten und ihr ‚ausgeliefert‘ (in diesem starken Sinn des Wortes) sind, das mag ich nicht bestreiten, halte es in dieser Extremform aber für äußerst selten.

Ich denke daher, bei den meisten Hotel-Mama-Fällen ist diese Beziehungsform zwischen Mutter und Sohn insgesamt schon recht beidseitig, so dass man da nicht sinvoll von Ausgeliefertsein sprechen kann.

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Frauen und Väter
Moin
Wie Candide schon andeutete, ist die gegengeschlechtliche „ödipale“ Konstellation ein wesentlicher Aspekt, wobei ich sagen muss, dass ich in meiner Praxis sogar noch häufiger ein ähnliches Problem mit Frauen, die nicht von ihren Vätern loskommen, habe.
Gruß,
Branden

Ja, und außerdem gibt es viele Männer, die nicht von ihren Vätern loskommen… gehen die nicht in Therapie? Wenn nicht, wieso?

Ich weiß darüber hinaus von Frauen, die ihren Müttern bis zu deren letzten Stündlein innigst verbunden sind und keine bzw. kurzweilige oder auch höchst konfliktbehaftete Partnerschaften leben. Und gehen die auch nicht in eine Therapie, und wenn, wieso nicht?

Wenn man allein nur alle Leute zusammenzählt, die einem so einfallen, bei denen erwachsene „Kinder“ nicht von ihren - ob toten oder noch lebendigen - Eltern(teilen) loskommen bzw. deren Leben dadurch beeinträchtigt ist… da fragt sich vielleicht schon fast, wie hoch der Prozentsatz der Leute (z.B. innerhalb einer Praxis in einem bestimmten Zeitraum) ist, die nicht irgendwo daran leiden, den „Absprung“ nicht geschafft zu haben? Und davon würde sicherlich nur ein sehr geringer Anteil überhaupt jemals in sowas wie eine Psycho-Praxis gehen!

Wie vielen von denen, die aufgrund dieses Problems eine psychoanalytische Therapie absolvieren, haben sich mit Erfolg aus den Fängen der Eltern(teile) befreit? Und kann man sagen, dass dies an der Erkenntnis vom „eigenen“ Ödipuskomplex (jedeR auf seine und ihre Weise!) zurückzuführen ist?

MfG, IHF

Hi
In Therapie begeben sich nur die, die einen entsprechenden Leidensdruck haben u n d glauben, dass die Therrapie ihnen helfen könnte.
Das sind dann naturgemäß nur einige von vielen.
Gruß,
Branden