Hallo Tychi,
Schoen deine Bildergallerie.
Freut mich, dass sie Dir gefällt 
Die Frage la gioias ist doch ganz einfach:
zu einfach!
Es gibt Bilder von
Frauen,
die eine Gruppe Maenner attraktiv findet.
Eben das war ein Teil meines Einwandes: es geht dabei weniger um die Frauen selbst, als um die Art des Bildes, auf dem die Frauen dargestellt sind.
Ich habe sieben unterschiedliche Darstellungsformen präsentiert, und würde behaupten, dass alle sieben Frauen darauf unter Gioias Rubrik „(halb)nackte schöne Frauen“ fallen würden (auch die auf Bild 2, wenn anders dargestellt), dass man aber daraus allein keine Aussage über erotische Stimulanz bzw. Frustrationspotential ableiten kann, sondern dass man dabei 1) die Darstellungsweise (Ikonik) des Bildes und 2) die individuelle Stimulierbarkeit (das was ich „Fetischismus“ genannt habe) berücksichtigen muss.
Also nochmal: Gioias Frage …:
"… ob sich dann nicht eher Unmut und unerfülltes Verlangen einstellen müssten und es nicht vielleicht erfreulicher wäre, solche Bilder nicht immer wieder freiwillig vor der Nase zu haben.
… ist meines Erachtens genau deshalb einfach weder mit Ja noch Nein zu beantworten, solange bei den „solchen Bildern“ nicht die beiden eben genannten Aspekte mit einbezogen werden.
(das ist natürlich ziemlich trivial, in der Frage aber wohl eher nicht geschehen, und in den meisten Antworten auch nicht angedeutet)
Warum schauen diese
Maenner
sich solche Bilder gerne an, obwohl sie doch frustriert sein
muessten, weil sie diese tollen Frauen nicht haben koennen?
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Die meisten Männer werden problemlos stundenlang Manets Olympia betrachten können, ohne dabei sexuelle Frustration oder wenigsten ein kleines unerfülltes Verlängelchen zu erleben. Für andere liegen die Dinge etwas anders, wie ich am Beispiel meiner selbst dargelegt habe.
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Stimulanz/Frustration hängt eben nicht einzig an den gezeigten Frauen selbst, sondern an der Situation, in der sie gezeigt werden. Nimm die Frau aus Bild 3 und mal sie als Venus, und sie wird mich kalt lassen. Nimm die Venus und steck sie in Pelz …
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Gioia scheint vorauszusetzen, und Du drückst es noch deutlicher aus („Warum schauen diese Maenner sich solche Bilder gerne an, obwohl sie doch frustriert sein muessten“), dass die sexuelle Frustration etwas ist, dem man allzu rational aus dem Weg gehen könnte und überhaupt gehen wollte;
ich bin nicht sicher, ob die sexuelle Frustration nicht vielleicht auch etwas Bitter-Süßes an sich hat, das eine kleine, bei Zeiten erworbene, Lust an ihr erzeugen könnte.
Ich kann das nachvollziehen und finde beispielsweise einen
Lap-Dance
in einem Striplokal den Gipfel der Frustration. Der Mann wird
von
einer schoenen und scheinbar willigen Frau total angespitzt
und muss
dann seine Begierde kontrollieren. Wuerd’ ich nicht machen
sowas.
Ja, aber das ist der Punkt; trifft das auf „den Mann“ zu oder auf „Ich“?
Ich neige zu letzterem, weil Mich, obwohl eindeutig auch Mann, diese Situation eher kalt (wenn auch sicher nicht gänzlich) lassen würde; und ich glaube, da würden mir einige hier zustimmen.
Ich erspar Dir jetzt meine persönlichen „Gipfel der Frustration“, aber da sind ganz sicher welche dabei, über die Du und andere wiederum bestimmt nur gelangweilt lächeln würdest …
(übrigens glaube ich auch Dir nicht, dass der Lap-Dance Dein „Gipfel“ ist, und wenn, dann wäre mir eine Begründung wie „Ich bin halt ein Mann“ aus den eben genannte Gründen deutlich zu wenig)
Dass man Frauendarstellungen unter verschiedenen Aspekten
schoen
finden kann und dass nicht alle Maenner gleich sind u.s.w.,
das ist
zwar alles richtig, hinsichtlich der Frage aber irrelevant.
Habe ich die Relevanz jetzt besser aufgezeigt?
Es ging nicht darum, dass man Frauen auf verschiedene Weise schön finden kann, sondern darum, dass ich davon ausgehe, dass erstens die Darstellung auf bestimmte ikonisch-kodierte Weise geschehen muss, um in der Regel stimulierend/frustrierend wirken zu können (was meines Erachtes das typische TV-Magazin-Bild, vom dem La Gioia ausging, eben gerade nicht besonders gut kann, vor allem gerade nicht soll und daher eben auch gar nicht erst will; Werbebilder sollen den Blick anziehen, aber diesen Blick auch gleich wieder auf das „Wesentliche“ weiterleiten), und dass zweitens jenseits der Regel sehr idiosynkratische Aneignungsweisen auch da S/F erzeugen, wo dieser Code eigentlich nicht regelhaft enthalten ist: auf deutliche Weise etwa in einem Paar bestiefelter Frauenbeine.
Kannst Du mir nun die Irrelevanz erklären (oder haben wir einfach die Ausgangsfrage unterschiedlich aufgefasst?)?
Viele Grüße
franz