Märchen

Hallo!
Könnte jemand im 13. Jhdt. schon das Märchen vom Goldesel (Tischlein deck dich etc.) gekannt haben? Natürlich nicht wie bei Grimm, sondern die evtl. Urform?

„Das lateinische Märchen Asinarius haben die Brüder Grimm unter
dem Namen „Das Eselein“ bekannt gemacht. Die Fassung in den
„Grimmschen Kinder- und Hausmärchen“ lehnt sich an die
Übersetzung eines Gedichtes an, die in acht Handschriften in
verschiedenen Städten von München bis Leningrad vorliegt. Die
älteste dieser Handschriften stammt spätestens aus dem 14.
Jahrhundert. Der Ursprung des lateinischen Originals lässt sich bis
in die Römerzeit zurück führen, nämlich auf das Motiv der
Erzählung von „Amor- und Psyche“.“

Wie man oben sieht, haben die Märchen, wie man sie heute kennt, teils einen sehr alten Kern.

Gruß,
Eva

Könnte jemand im 13. Jhdt. schon das Märchen vom Goldesel
(Tischlein deck dich etc.) gekannt haben? Natürlich nicht wie
bei Grimm, sondern die evtl. Urform?

Hallo, Eva,
das glaube ich schon. Schließlich haben die Grimms ja nur aufgeschrieben, was schon seit Jahrhunderten an belehrenden und unterhaltenden Geschichten im Umlauf war.
Ganz sicher könnten zumindest gebildetere Kreise Äsops Fabeln gekannt haben, auch Stories aus der germanischen, römischen und Griechischen Dichtung, wenn auch z.T. in etwas veränderten Form.

Grüße
Eckard

Ganz sicher könnten zumindest gebildetere Kreise Äsops Fabeln
gekannt haben, auch Stories aus der germanischen, römischen
und Griechischen Dichtung, wenn auch z.T. in etwas veränderten
Form.

Hallo Eckard!
Ich habe auch beschlossen, dass mir die Wahrscheinlichkeit genügt. Die Sache mit dem Goldesel passt an der fraglichen Stelle einfach vorzüglich, außerdem darf man das Zeitproblem nicht zu eng sehen. Ich stolpere auch im Original dauernd über Vokabeln, die 1235 noch nicht gebräuchlich waren, eben z.B. „rogue“. Wenn man historische Romane daraufhin durchforsten wollte, müsste man sie wegschmeißen (empfohlen!) oder komplett in Althochdeutsch verfassen. Oder so :wink:))

Grüße,
Eva

Hallo Eva,

zum Teil stimmt das sicherlich. Die Brüder Grimm wie auch viele andere Sammler von Volks- und Hausmärchen bedienten sich aus dem reichen Schatz überlieferter Sagen und Fabeln. Es liegt jedoch nahe das die Grimmschen Brüder sich bei z.B. „Tischlein deck Dich“, „der gestiefelte Kater“, „König Drosselbart“, „Dornröschen“ und „Schneewittchen“ von dem in Anlehnung an die Decamerone verfasste Werk „Pentameron“ http://gutenberg.spiegel.de/basile/pentamer/toc.htm
von Giambattista Basile(1575 – 1632)inspirieren ließen. Charles Perrault (1628-1703)rezensierte das Pentameron und schrieb den Band „Märchen für Erwachsene“. Aus dieser „Sekundärliteratur“ stammen die Märchen „Dornröschen“, „Rotkäppchen“, „Blaubart“, „Der gestiefelte Kater“,„Frau Holle“ und „Aschenputtel“. Die Gebrüder Grimm machten daraus quasie dann die extended Version für ihre Sammlung :smile:

Gruss Mirko

Eine gute Seite zur Herkunft und Überlieferung von Märchen bietet

http://www.maerchenlexikon.de/at-lexikon/at430.htm

(link zum Thema Asinarius -> Grimm)

Gruss Mirko