Es geht mir nicht um die juristische Frage: Wenn man gegen ein Recht verstößt, dann muß man auch mit Konsequenzen rechnen. Wobei die Problematik der unrechtmäßigen Rechtssetzung noch mal eine andere ist (s. Judenverfolgung)
Mir geht es um die moralische/ethische/gesellschaftliche Frage: Wenn im katholischen Kirchenrecht nun mal (leider) der Zölibat verankert ist, jeder Katholik das weiß und auch niemand dazu gezwungen wird (man entscheidet sich ja freiwillig für die Weihe), dann löst das zuweilen bitterböse Demonstrationen und Kommentare aus. Ähnlich ist es mit der Position der Kirche bzgl. Abtreibung und Euthanasie etc.
Ich frage nach dem gesellschaftlichen Gleichgewicht: Die Kirche(n) verdammen und den Islam…nun ja, aus Gründen der Toleranz (man will ja nicht ausländerfeindlich sein) hinnehmen, wie er in manchen Teilen nun auch mal ist???
Ganz wichtig: Ich will nicht Unrecht durch Unrecht gutmachen. Auf beiden Seiten muß immer wieder kritisch nachgefragt werden. Aber das passiert in meinen Augen nicht.
Und nicht nur im Großen, auch im Kleinen:
Wenn eine neue Kirche gebaut wird, wird sofort mehr oder weniger protestiert (Das viele Geld könnte man „sinnvoller“ nutzen…), wenn aber eine Moschee in einer deutschen Stadt gebaut wird, dann wird das als Sieg der Toleranz gefeiert! Und es gibt noch viel mehr solcher Beispiele! Das Paradoxeste, das mir in diesem Zusammenhang mal begegnet ist: Eine Frau, die die katholosche Kirche wegen angebl. Frauenfeindlichkeit verdammte, aber vor lauter Toleranz das Frauenbild des Islams (in der extremen Form der Verschleierung) als kulturelle Bereicherung empfand.
Warum werden Unrecht und Unmenschlichkeit (darum geht es bei dieser Verurteilung im Iran) nicht genauso beim Islam angeprangert?
mir ist nicht ganz klar, welcher Bevölkerungsgruppe Du Vorwürfe machst.
Für einen streng gläubigen Christen/Juden/Moslem ist außerehelicher Geschlechtsverkehr eine Todsünde. Da hilft es gar nichts, daß Jesus Christus eine Ehebrecherin vor den Steinwürfen der anderen Sünder gerettet hat. Diese Leute können gegen eine Bestrafung des Mannes im Iran gar nichts haben, lediglich leise maulen, daß Todesstrafe wohl ein bißchen zu hart sei.
Die Leute, die sich von den christlichen Kirchen fernhalten und aus irgend einem Grunde die islamische Gesellschaftsform hoffieren, können auch nichts gegen die Scharia haben. Trennung von Staat und Kirche ist eine rein christliche Erfindung.
Die Leute, die ständig für alles mögliche die Todesstrafe fordern, müßten bei dieser Rassenschande doch freudig in die Hände klatschen.
Es bleibt also nur ein kleines Häuflein Humanisten, die grundsätzlich gegen die Todesstrafe sind. Und die reichen in Deutschland nicht für eine Demonstration.
Übrigens kenne ich Deine Meinung nicht? Bist Du nun dafür, daß der Mann im Iran freigelassen wird oder soll er hingerichtet werden?
Das von Dir geschilderte Paradoxon kenne ich auch andersum: ich kenne genügend glühende Abtreibungsgegner, die keinerlei Bedenken hatten, den Serben ein paar Bomben auf den Kopf schmeißen zu lassen. Bigotterie ist halt überall.
Es geht mir nicht um die juristische
Frage: Wenn man gegen ein Recht verstößt,
dann muß man auch mit Konsequenzen
rechnen. Wobei die Problematik der
unrechtmäßigen Rechtssetzung noch mal
eine andere ist (s. Judenverfolgung)
Mir geht es um die
moralische/ethische/gesellschaftliche
Frage: Wenn im katholischen Kirchenrecht
nun mal (leider) der Zölibat verankert
ist, jeder Katholik das weiß und auch
niemand dazu gezwungen wird (man
entscheidet sich ja freiwillig für die
Weihe), dann löst das zuweilen bitterböse
Demonstrationen und Kommentare aus.
Ähnlich ist es mit der Position der
Kirche bzgl. Abtreibung und Euthanasie
etc.
Ich frage nach dem gesellschaftlichen
Gleichgewicht: Die Kirche(n) verdammen
und den Islam…nun ja, aus Gründen der
Toleranz (man will ja nicht
ausländerfeindlich sein) hinnehmen, wie
er in manchen Teilen nun auch mal ist???
Ganz wichtig: Ich will nicht Unrecht
durch Unrecht gutmachen. Auf beiden
Seiten muß immer wieder kritisch
nachgefragt werden. Aber das passiert in
meinen Augen nicht.
Und nicht nur im Großen, auch im Kleinen:
Wenn eine neue Kirche gebaut wird, wird
sofort mehr oder weniger protestiert (Das
viele Geld könnte man „sinnvoller“
nutzen…), wenn aber eine Moschee in
einer deutschen Stadt gebaut wird, dann
wird das als Sieg der Toleranz gefeiert!
Da irrst Du aber gewaltig!! Fahr mal nach Wolfsburg, eine Stadt, von der man glauben sollte, die Moslems gehören dazu, da ist jetzt das Volk in Aufruhr, w e i l dort eine Moschee gebaut werden soll!!
Und es gibt noch viel mehr solcher
Beispiele! Das Paradoxeste, das mir in
diesem Zusammenhang mal begegnet ist:
Eine Frau, die die katholosche Kirche
wegen angebl. Frauenfeindlichkeit
verdammte, aber vor lauter Toleranz das
Frauenbild des Islams (in der extremen
Form der Verschleierung) als kulturelle
Bereicherung empfand.
Warum werden Unrecht und Unmenschlichkeit
(darum geht es bei dieser Verurteilung im
Iran) nicht genauso beim Islam
angeprangert?
mir ist nicht ganz klar, welcher
Bevölkerungsgruppe Du Vorwürfe machst.
Für mich klang das so, als ginge der Vorwurf an „die, die da ohnehin immer protestieren“. Sollen die sich doch mal um die Untaten kümmern, die andernorts UNSEREN Leuten angetan werden.
Es bleibt also nur ein kleines Häuflein
Humanisten, die grundsätzlich gegen die
Todesstrafe sind. Und die reichen in
Deutschland nicht für eine Demonstration.
Och, muß ja nicht gleich ein Massenprotest sein: gibt es eine Mindestanzahl von Teilnehmern für eine Demonstration?
Insofern sollten wir dem Fragesteller die Gegenfrage stellen, ob er denn schon mal selbst Schritte in dieser Richtung unternommen hat: er könnte Briefe an Parlamentarier und Regierungsvertreter schicken, wenn er meint, daß von Seiten der BRD zu wenig für Hofer getan wird. Oder er könnte Briefe an die iranische Botschaft oder andere iranische Stellen schreiben. Er könnte einen Aufruf verfassen und Unterschriften sammeln. Oder zu einer Demonstration aufrufen!
Und wer macht das dann ? organisiert es, stellts auf die Beine ?
Ideen sind immer gut , nur einer muss mal anfangen, das Rad zu drehen, oder ?
Die Herrscher dort finden doch immer nen Grund -obwohl er ja Muslime ist - ihm was anzuhaegen,und wenn es nur darum geht sich in Berlin mehr Gehoer zu verschaffen.
Und das ist es wohl.
Tschau
Onkel Tom
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]