Magdeburg im 30 jä.Krieg

1631 - Hätte sich Magdeburg durch „Freikauf“
vor der Eroberung durch Katholiken schützen können?
Was wären dann die Konsequenzen für diese Stadt gewesen?

Gruss
MultiVista

Hallo,

ist natürlich alles Schätzung, aber man kann ja mal versuchen, das durchzudenken. Die Stadt zur Plünderung freizugeben war nach damaligem Kriegsbrauch eigentlich zulässig, weil die Stadt nicht kapituliert hatte, nachdem sie sturmreif war. Ab diesem Zeitpunkt war also ein Freikauf sowieso vom Tisch.
Vorher? Vielleicht. Es hätte erstens (wegen der hohen Summe die gefordert war) Magdeburg auf lange Zeit ruiniert und außerdem wäre damit zu rechnen gewesen, dass es trotzdem immer noch sehr brachiale Maßnahmen (Zwangspressungen in Tillys Heer, Umsiedlungen, Verhaftungswellen) gegeben hätte. Die Stadt hatte sich sehr lange als Zentrum des Widerstandes gegen eine Rekatholisierung etabliert. Ein Freikauf hätte bei den Kaiserlichen eher so etwas wie Enttäuschung ausgelöst. Und beim Papst sowieso.
Es gibt bei der Sache auch eine strategische Komponente. Tilly griff gleich drauf Werben an. Er hätte sich also nicht leisten können, Teile seiner Truppen zur Besetzung Magdeburgs zurückzulassen. Selbst im Falle eines Freikaufs hätte er also dafür sorgen müssen, dass M. in seinem Rücken auch ohne Besetzung keine Gefahr mehr darstellte. Vor allem, das die Schweden nach der Eroberung Frankfurts eine Pause eingelegt hatten und wieder aufrüsteten. Tilly musste also damit rechnen, eventuell im gleichen Jahr noch eine größere Feldschlacht zu schlagen (im Oktober haben die Schweden ja Würzburg eingenommen, aber sind dann wieder in Richtung Rheinland abgerückt).

Gruß
Peter B.

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Wäre-wenn-Fragen im Fach Geschichte?

Hallo, Multivista

Mit solchen Wäre-wenn-Fragen im Fach Geschichte tue ich mich schwer. Sie gehören für mich eher zum
Fach Kaffeesatzlesen …

Der Historiker fragt, was geschehen ist, nicht, was geschehen wäre, wenn.

Ich hoffe, mit dieser Antwort etwas beigetragen zu haben.

Gruss
Adam