Hallo,
vor 3 1/2 Wochen wurde bei meiner Oma Magenkrebs diagnostiziert, nach Röntgen und Schichtaufnahmen hieß es, keine Metastasen, danach überschlugen sich aber die Ereignisse. Einlieferung ins KH wegen einer Thrombose, eine Woche später Notoperation, da der Magen porös war und dabei wurde festgestellt das der Krebs schon im Bauchfell sitzt und alles zu spät ist. Kaum davon erholt Intensivstation wegen Lungenembolie, aber auch das hat sie überlebt, ich denke bestimmt auch deswegen, weil einer von uns die letzten 6 Tage 24 h rund um die Uhr bei ihr war. Nun gehts wieder so einigermassen, und wir können sie wohl am Montag mitnehmen. Ich frage mich, was passiert nun eigentlich in ihrem Körper, wielange wird sie haben, bekommen wir sie nochmal mobil um sie in ihren Garten zu setzen??? Woran wird sie sterben?
Vielen Dank und Grüsse,
Marco
Hallo,marko
Im wesentlichen werden die Ärzte Medikamente verschreiben. Ihr solltet rechtzeitig eine Krankenschwester (Pflegedienst) bestellen um ihr später Schmerzmittel sowie Nahrung geben zu können.
Da ich annehme, daß Deine Oma nicht mehr allzu jung ist, wächst der
Tumor dementsprechend langsamer, aber verlasst Euch nicht ganz darauf.
Eine Prognose kann man leider nie stellen.
Das Wichtigste ist, Schmerzfreiheit sicher zu stellen und Erbrechen etc. zu vermeiden. Von daher ein „System“ (Tropf) rechtzeitig bestellen sowie den schon angesprochenen Pflegedienst in Absprache bestellen. Auch eine geeignete Bettmatratze sowie Bettpfanne (also
Nachttopf) wären zu besorgen (Sanitätshaus). Ansonsten alles solange es geht, „normal“ weitergehen lassen. Sucht Euch den Hausarzt, der Euch begleitet und auch mal außer der Zeit kommt.
Ich finde es Klasse von Euch, daß ihr Eure Oma mit nach Hause nehmt und nicht im KH lasst, daß ist grade für ältere Leute sehr wichtig.
Viel Kraft und immer in Gedanken daran: Was besseres könnt Ihr der
Oma gar nicht geben.
Herzl. Grüße
d.
vor 3 1/2 Wochen wurde bei meiner Oma Magenkrebs
diagnostiziert, nach Röntgen und Schichtaufnahmen hieß es,
keine Metastasen, danach überschlugen sich aber die
Ereignisse. Einlieferung ins KH wegen einer Thrombose, eine
Woche später Notoperation, da der Magen porös war und dabei
wurde festgestellt das der Krebs schon im Bauchfell sitzt und
alles zu spät ist. Kaum davon erholt Intensivstation wegen
Lungenembolie, aber auch das hat sie überlebt, ich denke
bestimmt auch deswegen, weil einer von uns die letzten 6 Tage
24 h rund um die Uhr bei ihr war. Nun gehts wieder so
einigermassen, und wir können sie wohl am Montag mitnehmen.
Ich frage mich, was passiert nun eigentlich in ihrem Körper,
wielange wird sie haben, bekommen wir sie nochmal mobil um sie
in ihren Garten zu setzen??? Woran wird sie sterben?
Vielen Dank und Grüsse,
Marco
Hi,
danke für die Antwort! Wir bauen Samstag Ihr Schlafzimmer aus und dann bekommt sie ihr Bett aus dem KH mit. Da die Frauenlinie bei uns alle Arzthelferinnen sind, wird das sicherlich gut klappen und die Hausärzte von denen stehen auch alle bereit. Ich habe immer noch die heimliche Hoffnung, dass sie es mindestens bis September schafft, da heirate ich und als ich ihr gestern die Ringe zeigte, hat sie auch endlich mal wieder gelächelt…Wir werden sicherlich noch eine gute Zeit haben und im KH haben wir nun schon uns alle bevorstehende Phasen miterlebt…
Bis dann,
Marco
Hallo,
neben der rein medizinischen Seite wird oft vergessen, dass da auch rechtliche Aspekte eine Rolle spielen. Es könnte sein, dass deine Oma auch längere Zeit ohne Bewusstsein noch leben könnte. Sie sollte sich daher Gedanken über eine Patientenverfügung sowie eine Vorsorgevollmacht machen. Mit ersterer kann sie Einfluss auf die Behandlung insbesondere in Hinblick auf rein lebensverlängernde Massnahmen bzw. indirekte Sterbehilfe nehmen, mit zweiterer sorgt sie dafür, dass bei Verlust des Bewusstseins oder der Steuerungsfähigkeit unmittelbar und ohne Einleitung eines Betreuungsverfahrens der Bevollmächtigte für sie alle Geschäfte erledigen kann, also z.B. über Konten verfügen kann, um ggf. eine bestimmte Behandlung o.ä. zu finanzieren.
Auch wäre es jetzt höchste Zeit, sich darüber klar zu werden, ob erbrechtlich alles perfekt geregelt ist. Ich weiß, wie schwer es in einer solchen Situation ist, hieran zu denken, aber das gute Gefühl, potentiellen Streit unter den lieben Nachkommen durch eine eindeutige testamentarische Regelung vermieden zu haben, hat schon viele Menschen beruhigter diese Welt verlassen geholfen.
Ansonsten viel Kraft!
Gruß vom Wiz
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
und denke auch, sie wird es schaffen bis zur Hochzeit…es ist
immer noch was zu erledigen…
Herzl. Grüße
d.
Moin,
danke für die Antwort. Das Erbliche hat sie schon vor 5-6 Jahren gemacht, die Kinder (ua meine Mutter) wurden damals alle ausgezahlt. Nach der Intensivstation hat sie zudem zusammen mit ihren Kindern verfügt, dass keine lebenserhaltende Massnahmen durchgeführt werden.
Gruss,
Marco
Danke,
mich würde mal interessieren, inweit dieses „sich gehen lassen“ oder „sich nicht gehen lassen“ wirklich Einfluss auf den Verlauf nimmt. Ferner würde mich interessieren was wirklich in ihrem Kopf vorgeht, uns sagt sie natürlich, wie jeher, alles in Ordnung…
Schönes WE,
Marco
Ich frage mich, was passiert nun eigentlich in ihrem Körper,
wielange wird sie haben, bekommen wir sie nochmal mobil um sie
in ihren Garten zu setzen??? Woran wird sie sterben?
Vielleicht kann Euch bei der Pflege Deiner Oma auch ein ambulanter Hospizdienst unterstützen.
Hier eine Adresse zum nachlesen:
http://www.hospiz.net/index.html
und
Hier kann man Euch an die nächstgelegene Einrichtung verweisen, die Hospizgesellschaft hat auch Listen mit Ärzten die auf Schmerztherapie spezialisiert sind.
Ich wünsche Euch allen viel Kraft - zum Pflegen und dasein - und auch zum loslassen…
Susanne
Danke,
mich würde mal interessieren, inweit dieses „sich gehen
lassen“ oder „sich nicht gehen lassen“ wirklich Einfluss auf
den Verlauf nimmt. Ferner würde mich interessieren was
wirklich in ihrem Kopf vorgeht, uns sagt sie natürlich, wie
jeher, alles in Ordnung…
Na ja Cipo, das ist schwer zu sagen, da jeder Mensch sein Leben und auch sein Ableben anders erlebt.
Ihr tut schon mal etwas Gutes, indem ihr der Oma „beisteht“. Dies hat meist für alle Beteiligten einen würdevollen Charakter.
Abschied zu nehmen, oder sagen wir mal so, bis an seine eigenen Grenzen zu gehen, ist eine nicht leichte Sache, diese aber
für einen Menschen zu tun, gibt auch Euch allen später Kraft und
Mut. Den „Verlauf“ einer Erkrankung kann man nicht genau vorhersehen, wer dies behauptet, lügt oder macht es sich zu leicht damit. Man muß
einfach sehen und was ich immer wiederholen kann (aus Erfahrung) ist, man weiss einfach in den verschiedenen Phasen einer unheilbaren Krankheit, was angebracht ist. Solltet ihr doch unsicher sein, dann
ist ein Seelsorger (egal welcher Art) gefragt, der auch der Familie beratend zur Seite steht, wichtig. Kann eine ganz normale Pflegekraft oder auch ein Mitglied der Familie, ein Pfarrer oder einfach nur ein hilfsbereiter Mensch sein.
Macht Euch nicht zuviele Sorgen: jedes Leben geht vorbei. Wichtig ist nur, in Würde sterben zu dürfen und bis es soweit ist, ist es eben
(wie die Oma sagt) „normal“. Es tut ihr offensichtl. gut, normal leben zu dürfen, wenn die Kräfte schwinden, weiss sie es eher als jeder andere.
Das soll nicht traurig wirken, sondern vielleicht Eure intensivste
Zeit werden.
Alle guten Wünsche dafür nochmal von
d.
Hallo du,
Sie ist stabil. Sonst hätte sie das, was war, nicht so gut verkraftet. Wichtig ist, dass ihr euch alle so oft wie möglich selbst verwöhnt, um fit zu sein, sobald die Alte euch braucht. Das wird in den nächsten Wochen etwas häufiger sein, als ihr es von ihr gewohnt seid. Ich würde so wenig wie möglich Dritte einbeziehen. Nähe ist wichtig. Auch bei Veränderungen, die sie selbst plant. Hoffentlich kann sie genauso sicher mit dir rechnen, wie du mit ihr, wenn du grad nicht ganz auf dem Damm bist. Hör ihr zu. Im Moment ist sie schüchterner als sonst.
Gruß