Magensonde legen/entfernen

Hallo!

Ich hätte einmal eine Frage … - leider meine Mutter betreffen.

Bei der Entscheidung Magensonde legen oder intravenöse Versorgung wird ja der Betreuer gefragt. Darf ein Arzt auf Wunsch des Betreuers die Magensonde wieder entfernen und auf intravense Versorgung umstellen, wenn das Leben durch sich verstärkende Erstickungsanfälle immer quälender wird?

Lieben Dank für eine Antwort!

Karin

Hi!

Dürfen darf er schon.

SChließlich bedeutet sowohl Magensonde wie auch eine intravenöse Applikation eine Körperverletzung. Und diese ist nur dann legitim, wenn der Patient bzw. dessen bestimmter Betreuer (vorrausgesetzt, der hat die entsprechenden Rechte!!) diesen zustimmt.

Die Frage ist nur, was medizinisch notwendig und/oder vertretbar ist!
Das muß dann aber der Arzt abwägen. (Zum Beispiel wäre zu überlegen, ob ein liegender intravenöser Zugang bei einem unruhigen oder immungeschwächten Patienten ein höheres Risiko beinhaltet.)

Ich weiß nichts über den Zustand deiner Mutter, daher kann ich nur allgemein antworten.
Fall a)
Eine „normale“ Ernährung ist nur für einen begrenzten Zeitraum nötig: dann geht beides, intravenös oder per Magensonde. Dabei ist aber abzuwägen, was besser ist für den Patienten. Warum es hier zu Erstickungsgefühlen kommt, kann ich nicht sagen, bei korrekt liegender Magensonde ist das eigentlich ziemlich unüblich - abgesehen von der psychischen Komponente :wink:

Fall b)
Eine „normale“ Ernährung wird vorraussichtlich über einen längeren Zeitraum/nie mehr möglich sein:
Dann sind beide Methoden nicht anzuraten. Besser wäre eine sogenannte PEG-Anlage. Dabei wird ein SChlauch durch die Bauchdecke (also nicht über den Rachenraum) in den Magen geleitet, über den die ERnährung erfolgt.

Das so auf die Schnelle. Vielleicht hilft dir das ja schon weiter, ansonsten nochmal fragen :wink:

Gruß,
Sharon

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Hi Sharon!

Sorry, habe mich falsch ausgedrückt.

Meine Mutter hat schon seit 2 Jahren eine PEG-Sonde (nicht Magensonde, wie falsch geschrieben). Sie kann durch eine unheilbare Gehirnerkrankung nicht mehr schlucken. Ihr Zustand seit Setzen der PEG-Sonde hat sich laufend verschlechtert - wieviel sie noch wahrnimmt, wissen wir nicht.

Nun hat sie seit 3 Wochen verschleimte Bronchien und kann kaum abhusten. Sie läuft teilweise mehrmals täglich rot an. Antibiotika bekam sie schon.

Ich habe einfach Angst, dass sie einen quälenden Tod durch Ersticken stirbt. Ich weiss auch nicht, ob wir die Entscheidung vor uns (wahrscheinlich nicht) treffen könnten, die PEG-Sonde zu entfernen und auf intravenöse Versorgung umzustellen - mit den bekannten Konsequenzen. Aber ich wüsste gerne, ob es möglich wäre.

Liebe Grüße

Karin

Hi!

Kein Prob, dann versuch ich es nochmal :wink:

Also, das Entfernen der PEG ist rechtlich und praktisch kein großes Problem, es gibt aber einige „aber“…

Zum einen ist es recht unwahrscheinlich, daß das akute Problem durch die PEG verursacht wird, schließlich hat sie die ja schon seit 2 Jahren. Die Bronchitis wird sie sich wohl auf anderem Wege geholt haben, was gerade bei bettlägerigen/immobilen Pat. leider recht häufig vorkommt. Vorsorglich kann man dem zwar zum Teil vorbeugen, das ist aber Sache des Pflegepersonals und auch momentan ein anderes Thema :wink:

Zu der Zustandsverschlechterung: nun ja, kann zwar _theoretisch_ durch unzureichende Versorgung durch die PEG bedingt sein (darf natürlich nicht sein), aber nach deiner Schilderung halte ich es für wahrscheinlicher, daß diese durch ihre Grunderkrankung verursacht wird.
Sorry, wenn das jetzt etwas hart klingt, aber bei unheilbaren Erkrankungen ist kaum eine Verbesserung zu erwarten . EIne Zeitlang mag der Zustand stabil bleiben, aber früher oder später kommt es leider zu einer Verschlechterung. Damit muß die PEG nichts zu tun haben, im Gegenteil, eigentlich wird sie ja eingesetzt, damit der Zustand möglichst lange eben durch ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Flüssigkeit erhalten bleibt.

Damit der Text nicht zu lang wird, beschränke ich mich nur noch auf einen Punkt:

Das Ziehen der PEG würde ich sein lassen, dann schon lieber diese belassen, aber für einige Zeit nicht nutzen (bis aufs regelmäßige Durchspülen). In der ZEit könnte man es für einige Tage mit intravenöser Gabe versuchen.
Aber ehrlich gesagt, zweifle ich an den Erfolgsaussichten :frowning:
An der Brochitis beispielsweise wird sich dadurch nichts ändern.

Außerdem ist eine intravenöse Ernährung nicht auf längere Zeit empfehlenswert!

Würde man die PEG ganz ziehen, wäre nach einiger Zeit sicherlich wieder eine nötig und eine erneute Anlage ist etwas schwieriger und mit einer erneuten Belastung verbunden.
Drum halte ich das komplette Ziehen für eher sinnlos und kontraproduktiv. Vorrangig wäre momentan eher die Behandlung der Bronchitis.
Was es da alles an Möglichkeiten gibt, dazu findest du sicher so einige Infos im Netz. Bei Bedarf ansonsten hier nochmal fragen :wink:
Und mit diesen Infos solltest du den Ärzten und vor allem dem Pflegepersonal auf die Finger klopfen.

Gerade das Pflegepersonal: durch Personalmangel und Überbelastung werden einige Maßnahmen nicht/zu selten/zu schluderig ausgeführt - ja, ja, steinigt mich, ist aber leider manchmal(!) so :wink:
In dem Falle könntest du selber auch was tun, je nachdem z.b. mit deiner Mutter Inhalationen durchführen oder drainierende Lagerungen oder, oder etc.

Fazit:
rechtlich dürfte es gehen, aber ob medizinisch sinnvoll, ist umstritten. Aber auch hier gilt: du solltest mit dem behandelnden Arzt sprechen und dir seine Meinung anhören. Aus Fragen alleine ergeben sich sicher keine Konsequenzen, die ihr zu befürchten habt. Und wenn man sich zu einer Maßnahme entschließt, kann man ja immernoch - auch unmittelbar davor - seine Meinung ändern.

Gruß,
Sharon

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Ich habe einfach Angst, dass sie einen quälenden Tod durch
Ersticken stirbt. Ich weiss auch nicht, ob wir die
Entscheidung vor uns (wahrscheinlich nicht) treffen könnten,
die PEG-Sonde zu entfernen und auf intravenöse Versorgung
umzustellen - mit den bekannten Konsequenzen. Aber ich wüsste
gerne, ob es möglich wäre.

Hallo Karin,

die PEG - Sonde sollte gar keinen Einfluss auf den Husten haben. Sie ist ja unter Umgehung von Hals und Rachen gelegt - der Husten ist also allein auf die Bronchitis zurückzuführen.
Was Probleme machen kann, ist wenn Mageninhalt während des Hustens hochgewürgt wird.
Das kann man aber umgehen in dem man die Sondennahrung sehr langsam einlaufen lässt. Es ist nicht! notwendig nachts eine Ernährungspause zu machen - Sondennahrung kann immer gegeben werden wenn sie langsam genug läuft.

Viele Grüße
Sue

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Danke für Eure Antworten! Karin owT
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