Magenspiegelung

Hallo, ich hatte vor Kurzem schon einmal geschrieben, weil eine Gastroskopie bei mir nicht funktioniert hat - trotz Narkose. Ich kann mich an nichts erinnern mir wurde aber gesagt, ich hätte mir den Schlauch aus dem Mund gezogen.
Ich hatte heute den 2. Versuch bei diesem Arzt (ich wollte eigentlich zu einem anderen Arzt gehen, dies ging aber nicht - weil ich nur eine Überweisung für dieses Quartal bekommen habe u. sonst bis Januar hätte warten müssen). Auch der 2. Versuch ist missglückt. Mir wurde gesagt, ich wäre als der Schlauch nur 1 cm im Mund gewesen is unruhig geworden. Mit dem Arzt habe ich nicht gesprochen, die Arzthelferin sagte mir dies. Auf Nachfragen wurde mir gesagt, dass Propofol und Dormicum gespritzt worden wären. Ich hatte schon einige Kontrolluntersuchungen, bei denen aber alles ohne Probleme geklappt hat. Woran kann es denn gelegen haben? Wenn man im KH eine OP unter Narkose durchführen lässt, muss das doch auch funktionieren. Ich möchte nun doch zu einem anderen Arzt gehen, habe aber schon Bedenken, dass es auch dort nicht klappen würde. Es ist doch sicherlich auch nicht gesund öfter hintereinander eine Narkose zu bekommen. Der 1. Termin zur Gastro war Ende Oktober und heute wieder. Hat jemand so etwas auch schon erlebt und kann mir schreiben woran es gelegen hat? Mache mir nun schon Sorgen.
Vielen Dank für Antworten
Sandra

Hallo!

Das Problem wird sein, dass Sie bestimmt keine richtige Narkose bekommen haben. Eine richtige Narkose darf nur ein Narkosearzt durchführen. Zwar sind die Medikamente die gleichen, ein Narkosearzt kann und darf eine mehrfach grössere Menge an diesen Medikamenten geben als ein Internist. Selten wird beim Niedergelassenen ein richtiger Narkosearzt organisiert. Dies merken Sie daran, dass Sie vor einer richtigen Narkose von zwei Ärzten aufgeklärt werden, einmal vom Internisten-Gastroenterologen zum Eingriff selbst und getrennt vom Narkosearzt zur Narkose.

Am einfachsten ist es, in ein Krankenhaus mit Chirurgie zu gehen und sich dort in der gastroenterologischen Ambulanz vorzustellen. Die können dann in Fällen wie bei Ihnen einen richtigen Narkosearzt hinzuziehen, der dann eine so tiefe Narkose macht wie es notwendig ist.

mfg Dux

Dabei kann ich leider nicht helfen. Dr. J. Sauer

Hallo Sandra,
bei dir wurde versucht, eine Gastroskopie in sog. Analgo-Sedierung zu machen. Dazu bekommt man Medikamente zur Induktion eines Schlafes (=Sedierung; hier Propofol und Dormicum) gespritzt. Es ist wie immer, alles eine Frage der Dosierung. Wird die Dosis erhöht, geht die Sedierung (aus der man Dich jederzeit erwecken kann) über in eine Narkose (wo Du kurzzeitig nicht mehr erweckbar bist) und man dich dann auch vielleicht kurz (Masken)-Beatmen und intensiver überwachen muss. Davor haben aber die meisten Ärzte Angst, da sie ja keine Narkoseärzte (Anästhesisten) sind. Deshalb werden die Dosierungen bei Anolgosedierungen oft recht gering gehalten, und reichen, so wie bei Dir geschehen, zur Durchführung der Untersuchung beim individuellen Pat. nicht aus. Ich würde Dir empfehlen die nächste Gastro bei einem Arzt (evtl. in einem KH) machen zu lassen, der Erfahrung mit Analgo-Sedierungen hat oder mit einem Anästhesisten zusammen arbeitet. Eine Gastroskopie ist, auch bei Dir, sicher in Analgosedierung machbar.
Du brauchst Dir keine Sorgen machen: Die heutigen Medikamente sind gut verträglich, werden schnell verstoffwechselt (gerade Dormicum/Propofol), so dass mehrere Anolgosedierungen hintereinander Deiner Gesundheit nicht schaden.
Ich hoffe das hilft weiter.

Hallo Sandra, das ist natürlich ägerlich wenn mam 2 mal zur Magenspiegelung geht und alles über sich ergehen läßt und dann erfährt, daß die Untersuchung nicht durchgeführt werden konnte. Dormicum und Propofol sind die üblichem Medikamente, die für eine Magenspiegelung verwendet werden. Allerdings gibt es ein Problem: nämlich die richtige Menge zu finden.
Gibt man zu wenig schläft man nur ganz leicht und wehrt sich gegen die Untersuchung (oder kämpft mit dem Untersucher ;O), man kann sich aber trotzdem an nichts erinnern.
Gibt man zuviel, dann hört man leider auf zu atmen. Das ist dann keine Katastrophe, weil man im Notfall Deine Atmung mit einer Maske unterstützen kann,solange bis Du wieder anfängst selbst zu atmen. Ein Sensor an Deinem Finger überprüft ob genug Sauerstoff im Blut ist.
Also muß man sich an die Menge herantasten, so daß Du tief genug schläfst, aber immer noch genügend atmest - dazu gehört Erfahrung und Fingerspitzengefühl.
Vielleicht ist Dein Arzt sehr auf Sicherheit bedacht und möchte auf jedenfall verhindern, daß Du nicht mehr atmest und sagt ab einer bestimmten Menge, daß ihm das ganze zu heikel wird und er sich nicht traut noch mehr zu spritzen - aber offentsichtlich reicht diese Menge nicht für Dich. Da die Magenspiegelung offentsichtlich in einer Praxis stattfand, kann man ihn verstehen, da weit und breit im Notfall keine Hilfe in Sicht ist.
Es lohnt sich im zweifelsfalle die Praxis zu wechseln, oder aber die Spiegelung in einem Krankenhaus durchzuführen. Dort kann man wenn es gar nicht gehen solte einen Narkosearzt hinzuziehen. Dem stehen auch noch andere Medikamente zur Verfügung und ist darauf spezialisiert, wenn die Atmung aufhört:
Bei einer Vollnarkose wird ebenfalls Propofol verwendet und zwar in der Menge, daß die Atmung aufhört - dann wird ein Beatmungsschlauch (Tubus) durch den Mund in die Luftröhre gelegt und die Beatmung mit einer Maschine begonnen, solange bis die Operation vorbei ist.
Also Kopf hoch - eine Magenspiegelung ist auf jedenfall bei Dir möglich - wahrscheinlich hilft es schon die Praxis zu wechseln - oder die Spiegelung in einem Krankenhaus durchzuführen. Eine Vollnarkose ist eigentlich nicht notwendig.
Viel Glück und viele Grüße

hallo sandra,
habe täglich mit der gastroskopiesituation zu tun. dein arzt hat dir keine richtig tiefe narkose gegeben, sondern etwas, was wir als sedierung bezeichnen. meistens geht es so. der atemantrieb wird nur minimal unterdrückt. aber um jemanden tatsächlich gegen all diese reize, die so ein gastroskop hervorrufen kann abzuschirmen, muss man schon auch morfine einsetzen und die unterliegen einer besonderen überwachung. das kann dein arzt personell nicht leisten. geh in eine klinik, die dich „richtig betäuben“ kann. das ist weniger schädlich als dass du immer wieder bei deinem arzt gestresst wirst. narkose ist ziemlich weniger schädlich als du denkst. ich vergleiche das immer mit einem feucht fröhlich festchen.
viel glück rainer

Hallo, vielleicht reagierst du auch mit einem Kieferspasmus auf Propofol, solls geben!!!

Falls man das Propofol geben möchte benötigt man eine Überwachung mit EKG, O2-Sättigung und Blutdruckmessung (stellt die Gefäße weit!!! und somit entsteht ein Druckabfall) --> Falls eine solche Überwachung nicht gewährleistet ist, ist Propofol kontraindieziert --> Siehe auch Herr M. Jackson!!! Normalerweise wirken bd. Produkt recht schnell, aber auch auf benzos (Dormicum) hat man nicht immer den gewünschten Effekt --> letztlich stimme ich allen zu --> die Dosis macht die Tiefe der Sedierung, dann kann man auch Gastroskopieren. Falls der kollege keine Angst um seine Finger hat, kann er auch die Zunge vorhohlen, dann klapt es auch ohne das Endoskop zu schlucken.
Gruß, Rantanplan2010