Reines Magnesium kann man tatsächlich mit trockenem Sand
löschen. Das wird sogar im Sicherheitsdatenblatt empfohlen.
Das ist wohl eine Mengenfrage.
Wenn ein paar Gramm (z.B. ein handelsüblicher Grignard)
brennen, dann mag das stimmen, wenn aber ettliche Kilogramm
brennen, würde ich keinen Sand nehmen und auch meine Leute
keinen Sand verwenden lassen.
Die Metallbrandpulver sind nicht von ungefähr mehr oder
weniger reines Kochsalz.
genau die Menge ist das Problem. Man kann sehr schöne Reaktionen mit SiO2 und Mg machen und dabei Si darstellen. Allerdings sollte man sich tunlichst vor einem Mg-Überschuß hüten, da dann gerne Mg-Silizide entstehen, die bei Zutritt von Feuchtigkeit explosive Silane freisetzen. Das muß man schon bei Kleinversuchen beachten. Bei einem größeren Brand (sagen wir mal mehr als einen guten Eßlöffel Mg) kann man kaum noch für eine gute Durchmischung sorgen, sprich: der geforderte SiO2-Überschuß ist nicht überall zu erreichen. Dann kommt die Brandwache hernach, die den erloschenen aber noch heißen Haufen ein bißchen mit Wasser kühlen will…und schon ist es passiert.
das kann ich mir nicht vorstellen, meines Wissens (Erfahrung
als Radfahrer) besteht die Lüneburger Heide grösstenteils
draus. Bei Kochsalz macht so eine Aussage eher Sinn.
Und welchem Bodenschatz verdankt Lüneburg seinen Reichtum? Also Salz und Sand gibt es hier beides im Überfluss. Allein ich gehe mal davon aus man beides für solche Zwecke nicht einfach aus der Sandgrube bzw. direkt vom Salzberg nimmt, sondern dass schon, wie Gandalf ja auch schrieb, es aufbereitete Löschmittel mit Zusatzstoffen sein werden. Und deren Vorrat hat dann nicht so viel mit dem Vorrat an Rohstoffen zu tun.
ich nochmal. Da mir die Sache keine Ruhe ließ, dass ich mich da so verhört haben sollte, habe ich einfach mal Google zum Thema angeschmissen, und bin jetzt endgültig verwirrt:
Der erste Löschversuch mittels Metallbrandpulver brachte nicht den gewünschten Erfolg. Erst als die Lieferung von Quarzsand durch die Firma Stadelbauer erfolgte (Anforderung durch die Einsatzleitung), konnten die Löscharbeiten effektiv durchgeführt werden. Das Aufbringen des Quarzsandes auf die brennenden Fässer brachte schließlich den erwünschten Erfolg.
Andererseits gibt es auch genug Treffer, die von Löschmittel D (auf Basis von Kochsalz) bzw. trockenem Sand, nicht aber ausdrücklich Quarzsand sprechen. Andere wiederum bezeichnen Quarzsand als z.B. im Formenbau für Magnesium zunächst ungeeignet, dieser müsse zusätzlich behandelt werden. Alles sehr merkwürdig.
Wie es der Zufall so will, kam gestern vom Chef unserer Dorffeuerwehr eine Einladung für Anfang nächsten Monats. Da werde ich ihn mal fragen, er war damals dabei.
Der erste Löschversuch mittels Metallbrandpulver brachte
nicht den gewünschten Erfolg. Erst als die Lieferung von
Quarzsand durch die Firma Stadelbauer erfolgte (Anforderung
durch die Einsatzleitung), konnten die Löscharbeiten effektiv
durchgeführt werden. Das Aufbringen des Quarzsandes auf die
brennenden Fässer brachte schließlich den erwünschten Erfolg.
Wie Gandalf ja schon geschrieben hat, ist das auch eine Frage der Menge. Man braucht genug Sand um das Magnesium vollständig mit einer hinreichend dicken Schicht zu bedecken. Darüber hinaus spielt hier sicher noch die Vermischung eine Rolle - bzw. das Fehlen derselben. Wenn man über einen brennenden Magnesiumhaufen eine dicke Schicht Sand schüttet, dann wird es an der Grenzschicht zwar zu einer Reaktion kommen, aber wegen der fehlenden Vermischung dürfte nicht das gesamte Magnesium mit dem gesamten Sand reagieren. Irgendwann wird das Magnesium durch eine Schicht aus Silizium und Magnesiumoxid vom Sand getrennt und die Reaktion kommt zum Stillstand. Das ist allerdings ein Tanz auf dem Vulkan. Besser wäre wohl ein Abdecken mit inertem Material, wie beispielsweise Aluminiumoxid, aber das ist nicht so leicht verfügbar wie Sand.
Also schon der Gedanke an Versuche mit Magnesium zu Hause ist zu
vergessen.Besonders agressiv sind jedoch Versuche mit Magnesiumpulver
und Oxydationsmitteln,dabei wird extrem viel Hitze erzeugt und
die Verbrennung geht sehr schnell