Hallo,
kann mir jemand erklären, warum man Magnesium bei Muskelkrämpfen schlucken soll? Calzium ist soweit ich weiß für die Weiterleitung der Erregung zu den Muskelzellen notwendig sowie für die Regelung der Muskelkontraktion. Ein Mangel an Calzium führt zu einer niedrigeren Erregungsschwelle also zu Krämpfen. Aber wofür das Magnesium?
Besten Dank für hilfreiche Antworten
Simone
Hallo Simone!
Soweit ich weiß, reguliert das Magnesium die Freisetzung von Acetylcholin, also dem Botenstoff der motorischen Endplatte.
Bei Mangel wird mehr Acetylcholin ausgeschüttet.
Ein Mangel an Calcium kann über die Destabilisierung des elektrischen Zellpotentials zur Ausbildung von Krämpfen führen.
Hoffe, ich habe das alles noch richtig zusammengekriegt 
Gruß
Peter
Hallo,
meiner Kenntnis nach kontrahieren Muskelfastern, wenn in den Fasern Calcium aus speziellen Speichern freigesetzt wird und an Muskelfaser-Proteine binden (ich habe bewußt auf die Fachwörter verzichtet).
Durch diese Bindung werden die Bindungsstellen der Faserproteine untereinander freigegeben und die Muskeln können kontrahieren.
Magnesium(ionen) können an die selben Stellen binden und sind damit ein natürlicher Konkurrent um diese Bindungsstellen. Wenn die Konzentration von Magnesium nun stark steigt, dann ist Magnesium leicht im Vorteil gegenüber dem Calcium und verdrängt dieses aus den Bindungsstellen. Die gebundenen Magnesium-Ionen schaffen es aber nicht, die Struktur der Faserproteine so zu ändern, wie es Calcium-Ionen machen, also können die Muskeln nicht mehr richtig kontrahieren. Damit würde ein Krampf gelöst werden (bzw. die schwere eines Krapfes verringert oder die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Krampfens verringert).
Soweit ich das verstanden habe, hat das mit der Erregungsleitung zwischen Motorischen Endplatten und Muskel weniger zu tun, wobei aber hier auch Calcium als Botenstoff dient, die Vesikelbläschen mit Acetylcholin in der motorischen Endplatten mit der Membran fusionieren zu lassen, damit der Reiz auf die Muskelzellen übertragen werden kann. Hier könnte Magnesium in ähnlicher Weise als „kompetitiver Inhibitor“ funktionieren, aber ich weiß nicht, wie gut das auch tatsächlich so funktioniert.
Grüße,
Jochen