Magnetische Kopplung beim idealen Transformator

Hallo Leute,

ich hab ein kleines Verständnisproblem beim idealen Transformator:

Im E-Lehre Skript der TU München steht drin, dass, wenn zwei Spulen durch einen Dreischenkelkern gekoppelt sind (Spulen sitzen auf den äußeren Schenkeln), der Kopplungsfaktor gegen 1 geht, sobald der magnetische Widerstand des mittleren Schenkels gegen unendlich geht. Das heißt, wenn im Endeffekt gar kein mittlerer Schenkel vorhanden wäre, dann hätte man einen idealen Transformator mit vollständiger magnetischer Kopplung.
Sobald man aber einen endlich großen magn. Widerstand im mittleren Schenkel hat, wird die Güte der Kopplung immer geringer, sodass bei vollständiger „Leitfähigkeit“ des mittleren Schenkels die beiden Spulen völlig entkoppelt sind…

NUN MEINE FRAGE: Ich bin mir sicher, schon Trafos mit Dreischenkelkernen gesehen zu haben - Warum baut man solche überhaupt, wenn durch einen Dreischenkelkern die Güte der Kopplung verringert wird?

Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten!

Stefan

Hallo Stefan,

NUN MEINE FRAGE: Ich bin mir sicher, schon Trafos mit
Dreischenkelkernen gesehen zu haben - Warum baut man solche
überhaupt, wenn durch einen Dreischenkelkern die Güte der
Kopplung verringert wird?

Wenn ein Trafo z.B. Kurzschlusssicher sein soll, will man ja nicht gleich das E-Werk kurzschliessen oder den Trafo verdampfen. Dies wird unter anderem bei Trafos zum E-Schweissen angewant, durch verstellen des Luftspaltes kann man so den Koppelfaktor, bzw. den Kurzschluss-Strom einstellen.

MfG Peter(TOO)

Hallo Stefan,

NUN MEINE FRAGE: Ich bin mir sicher, schon Trafos mit
Dreischenkelkernen gesehen zu haben - Warum baut man solche
überhaupt, wenn durch einen Dreischenkelkern die Güte der
Kopplung verringert wird?

Ich nehme mal an, dass Du nicht den dreischenkeligen Drehstromtransformator meinst. Dort braucht man die drei Schenkel um die drei phasenverschobenen Magnetfelder für die drei Phasen erzeugen zu können.
Was Du vermutlich meinst, ist ein Trafo mit magnetischem Nebenschluss, auch Streu(feld)transformator genannt. Der magn. Nebenschluß bewirkt im Ersatzschaltbild eine in Serie zum Laststrom geschaltete sog. Streuinduktivität. Diese erhöht den induktiven Innenwiderstand des Trafos im Extremfall bis zur Dauerkurzschlußfestigkeit. Ebenfalls ein wichtiges Anwendungsgebiet ist die Versorgung von Gasentladungslampen wie Neonröhren (Leuchtreklame). Man kann ihn z.B. auch in Netzteilen benutzen, um die Stromspitzen im Gleichrichter abzumildern (einfache Leistungsfaktorkorrektur). Da der Trafo dann nicht Kurzschlußfest sein muß, muß der mittlere Schenkel nicht den gesamten magn. Fluß aufnehmen können und kann dementsprechen kleiner ausfallen.

Jörg