eben ist mir eine Frage wieder eingefallen, die mir früher mal in den Sinn gekommen war:
Warum stoßen sich gleichnamige Pole ab und ungleichnamige ziehen sich an?
Es hätte ja auch anders rum sein können, dass sich die gleichnamigen anziehen und die ungleichnamigen abstoßen. Warum also ist es ausgerechnet so herum…?
Bin gespannt!
Daria
(PS: Ex-Physik-LK’lerin, zwar schon etwas eingerostet, aber auffrischen schadet ja nicht…)
eben ist mir eine Frage wieder eingefallen, die mir früher mal
in den Sinn gekommen war:
Warum stoßen sich gleichnamige Pole ab und ungleichnamige
ziehen sich an?
Also, warum sie es tun, kann man so nicht sagen. Das was sich anzieht oder abstößt, nennen wir halt Magnetpole. Die Naturwissenschaft fragt nicht nach dem „Warum?“ sondern nach dem „Was?“ und „Wie?“.
Es hätte ja auch anders rum sein können, dass sich die
gleichnamigen anziehen und die ungleichnamigen abstoßen. Warum
also ist es ausgerechnet so herum…?
Oft sind die einfachen Fragen doch die kompliziertesten! (Für diese Fragestellung gibt es ein Sternchen).
Erst einmal könnte man sagen, dass dann unsere Welt eine andere wäre. magnetische Dipole würden sich dann nicht in Ketten aneinander hängen, sondern zu Micellen verklumpen mit einem Nordpol im Inneren und einem Kugelförmigen Südpol and er Oberfläche (oder umgekehrt).
Ich glaube aber nicht, dass die Antwort so trivial ist, wie „Es ist halt so.“ Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich es wissen müsste, aber ich komme im Moment nicht drauf.
Ein Argument habe ich, aber das erscheint mir nicht fundamental genug: Wenn die Nordpole sich gegenseitig anziehen würden, dann wären sie durch Feldlinien mit einander verbunden. Ein solches Feld kann man durch eine Spule nicht erzeugen, denn deren Magnetfeld setzt sich ja aus ringförmigen Feldlinien um die Drähte zusammen.
Ich glaube aber nicht, dass die Antwort so trivial ist, wie
„Es ist halt so.“ Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass
ich es wissen müsste, aber ich komme im Moment nicht drauf.
Warum sollte die Antwort nicht so sein? Wenn die Welt dann einfach nicht in der Form existieren könnte, wäre das Grund genug, denke ich. Dann würde kein Grund dagegen sprechen, außer dass es keine Menschen gäbe, die das beobachten könnten, weil sie nicht entstehen könnten.
Aber an und für sich glaube ich auch, dass es einen deutlich grundsätzlicheres Argument geben müßte, weil sich die Aussage „Gegensätze ziehen sich an“ durch die gesamte Physik zieht! (Elektrische Ladungen, Farbladungen …) Allein, auch mir fällt nix ein … vielleicht sollte ich mal ein paar Theoretiker bei uns fragen …
Warum stoßen sich gleichnamige Pole ab und ungleichnamige
ziehen sich an?
die Frage könnte auch lauten, warum sich Feldlinien parallel zueinander ausrichten. Das tun sie, weil sie damit die energetisch günstigste Lage einnehmen: Es ist immer eine Kraft nötig, um sie aus dieser Lage zu „befreien“.
Die Pole eines Magneten sind die Ein- bzw Austrittspunkte der Feldlinien. Alle Eintrittspunkte sind Nordpole, alle Austrittspunkte Südpole - oder umgekehrt, wer weiß das schon ))
überall dort, wo sich gleichartiges anzieht und verschiedenartiges abstößt, kommt es zu verklumpungen von gleichartigem im abstand zu andersartigem. eine welt, in der sich gleichartige pole anziehen, würde sehr viel anders aussehen als unsere. im weltall mit maximalem abstand 2 klumpen: „positiv“ und „negativ“.
zur frage „warum“? vielleicht wollte das der „intelligente designer“ (an den ich nicht glaube) nicht?
Die Naturwissenschaft fragt nicht nach dem „Warum?“ sondern nach
dem „Was?“ und „Wie?“.
Das sehe ich aber ganz anders. Wie kommst Du auf diese
Aussage?
ein vorschlag zu einem gemeinsamen kommuniqué:
die naturwissenschaft fragt nach dem WAS und WIE, aber durchaus auch nach dem WARUM, nach den gründen für ein festgestelltes phänomen. sie beantwortet diese frage mit erklärungsmodellen.
eine letzte frage nach dem WARUM ist aber nicht naturwissenschaftlicher, sondern philosophischer, religiöser oder literarischer natur. (zur literatur fällt mir da u.a. douglas adams ein: die frage nach dem sinn und überhaupt …, antwort: 42).
beispiel: galilei stellte fest, dass gegenstände vom schiefen turm vom pisa runterfielen: WAS. er erhob daten, in welcher form das geschah: WIE. er entwickelte ein erklärungsmodell: WARUM: schwerkraft / vakuum. (dabei dachte er durchaus an dinge, die er gar nicht wirklich beobachten konnte.)
die frage, warum es zu schwerkraft kommt, stellte er sich vielleicht auch (?), aber er unternahm (afaik) keine naturwissenschaftlichen versuche zu ihrer beantwortung.
typischerweise wurden naturwissenschaftler in der frage nach ihrem eingeschränkten WARUM oft verdächtigt, ein umfassendes WARUM gestellt zu haben. nicht umsonst musste sich gerade galilei (und nicht nur er) für naturwissenschaftliche erklärungen vor der inquisition verantworten.
typischerweise stellen naturwissenschaftler im hohen alter sehr oft die frage nach einem umfassenden WARUM. sie verlassen dann aber die ebene naturwissenschaftlicher betätigung und werden philosophen.
überall dort, wo sich gleichartiges anzieht und
verschiedenartiges abstößt, kommt es zu verklumpungen von
gleichartigem im abstand zu andersartigem. eine welt, in der
sich gleichartige pole anziehen, würde sehr viel anders
aussehen als unsere. im weltall mit maximalem abstand 2
klumpen: „positiv“ und „negativ“.
Hm, stimmt, „dass dann unsere Welt eine andere wäre“ (wie der „andere“ Michael weiter unten schon geschrieben hat ) erscheint mir sehr plausibel - ich glaub, diese Welt würde ich gerne mal sehen… Fragt sich, ob sie so überhaupt existieren würde/könnte.
Interessant find ich, ob es in diesem Fall überhaupt einen Sinn macht, nach dem Warum zu fragen.
Es gibt ja gewisse Warum-Fragen, die auch einen physikalischen Sinn ergeben, zum Beispiel „Warum fällt der Apfel vom Baum?“ -> Schwerkraft.
Handelt es sich bei meiner Frage vielleicht um sowas wie „Warum beträgt die Lichtgeschwindigkeit eigentlich ausgerechnet 300.000 km/s und nicht z.B. 400.000?“ (Oder gibt es dafür womöglich doch auch eine logische Erklärung?)
Viele Grüße
und auch ein Danke an alle, die bisher geantwortet haben!
Daria
außerhalb der reinen Mechanik können viele Sachverhalte nur an Modellen anschaulich erklärt werden. Ich bezweifle, dass irgendein Physikunterricht ohne Modelle denkbar ist.
überall dort, wo sich gleichartiges anzieht und
verschiedenartiges abstößt, kommt es zu verklumpungen von
gleichartigem im abstand zu andersartigem. eine welt, in der
sich gleichartige pole anziehen, würde sehr viel anders
aussehen als unsere. im weltall mit maximalem abstand 2
klumpen: „positiv“ und „negativ“.
Hm, stimmt, „dass dann unsere Welt eine andere wäre“ (wie der
„andere“ Michael weiter unten schon geschrieben hat )
erscheint mir sehr plausibel - ich glaub, diese Welt würde ich
gerne mal sehen… Fragt sich, ob sie so überhaupt existieren
würde/könnte.
ich weiß nicht … vielleicht solltest du so was allenfalls aus sehr großer entfernung ansehen. erstens würde das bei annäherung all deine positiven seiten zum positiven klunpen und all deine negativen seiten zum negativen klumpen ziehen (ich mein jetzt natürlich magnetisches, eh klar, oder?) und zweitens wäre diese welt m.e. äußerst fad. kalt. tot. keine interaktion.
beispiel: galilei stellte fest, dass gegenstände vom schiefen
turm vom pisa runterfielen: WAS. er erhob daten, in welcher
form das geschah: WIE. er entwickelte ein erklärungsmodell:
WARUM: schwerkraft / vakuum. (dabei dachte er durchaus an
dinge, die er gar nicht wirklich beobachten konnte.)
die frage, warum es zu schwerkraft kommt, stellte er sich
vielleicht auch (?), aber er unternahm (afaik) keine
naturwissenschaftlichen versuche zu ihrer beantwortung.
Mit dem „Warum?“ meinte ich nicht einfach die Frage: „Was ist die Ursache von …?“ Diese Frage wird in der Naturwissenschaft sehr häufig gestellt, aber die Antwort darauf ist nach wie vor nur die Beschreibung einer Kausalkette.
Die Ursache ist jedoch vom Grund zu unterscheiden, und ein halbwegs gebildeter Wissenschaftler weiß, dass er über die Gründe herzlich wenig sagen kann. Wir können versuchen, die Schwerkraft durch eine Fernwirkung zu beschreiben (Newton), oder durch eine Nahwirkung (Einstein) oder meinetwegen auch quantenmechanisch (steht meines Wissens noch aus). Aber die Frage, warum Massen die Eigenschaft besitzen, dass sie sich gegenseitig anziehen, werden wir wahrscheinlich nie klären können.